BANGKOK: Nach dem schweren Zugunglück am Bahnübergang Makkasan in Bangkok haben die thailändischen Behörden die Identität von vier Todesopfern bestätigt.
Wie Pol Maj Gen Wirun Supasinghsiripreecha, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin am Police General Hospital (PGH), am Dienstag (19. Mai 2026) erklärte, konnten die forensischen Experten die Identitäten von vier der insgesamt acht Todesopfer mittels DNA-Analysen eindeutig feststellen. Die entsprechenden Informationen seien bereits an die Polizeistation Makkasan zur weiteren Abstimmung mit den Angehörigen übermittelt worden.
Rechtsmedizin prüft DNA-Abgleiche
Der Leiter des Instituts erklärte weiter, dass die Aufgabe der Rechtsmedizin auf die Bestätigung biologischer Verwandtschaftsverhältnisse beschränkt sei. Angehörige müssten den Ermittlern zusätzliche Angaben zur Verfügung stellen, bevor die Leichname offiziell freigegeben werden könnten.
Vier weitere Opfer befinden sich weiterhin im Identifizierungsprozess. Nach Angaben der Behörden warten die Ermittler noch auf zusätzliche DNA-Proben von Angehörigen. Vertreter der Behörden erklärten, dass Angehörige aus sieben der acht betroffenen Familien bereits DNA-Proben abgegeben hätten. Allerdings könne bislang nicht bestätigt werden, ob sämtliche Proben mit den Opfern übereinstimmten. Familienmitglieder wurden daher aufgefordert, sich aktiv mit dem Institut in Verbindung zu setzen, falls der Verdacht bestehe, dass ein Angehöriger in den Unfall verwickelt gewesen sei.
Nach Angaben des Instituts hat sich bislang eine Familie eines vermissten Opfers noch nicht bei den Behörden gemeldet.
Die Ruamkatanyu Foundation teilte mit, dass sie den kostenlosen Transport der Leichname in die jeweiligen Heimatprovinzen übernehmen werde, sobald die Freigabe durch die Rechtsmedizin erfolgt sei.
Polizei setzt Ermittlungen fort
Unterdessen dauern die strafrechtlichen Ermittlungen zur Ursache des Zusammenstoßes weiter an. Die Polizei befragt weiterhin Überlebende sowie Bahnpersonal. Von den ursprünglich 14 verletzten Personen, die als Zeugen vorgesehen waren, wurden bereits zwei am Sonntag (17. Mai 2026) vernommen. Neun weitere Personen sollten am Dienstag (19. Mai 2026) aussagen. Zudem bemühen sich die Ermittler um die Befragung von drei ausländischen Staatsangehörigen, die ebenfalls in den Unfall verwickelt waren.
Parallel dazu sichern die Behörden weiteres Beweismaterial. Die Ermittler prüfen derzeit Aufnahmen aus drei Überwachungstürmen mit insgesamt 24 Kameras. Mehrere Kameras sollen zum Zeitpunkt des Unfalls jedoch nicht funktioniert haben, weshalb zusätzliches Videomaterial ausgewertet wird.
Fragen zum Ablauf des Unglücks
Nach Angaben der Ermittler stehen sowohl das Verhalten des Lokführers des Güterzugs als auch die Handlungen des Bahnpersonals am Bahnübergang im Fokus der Untersuchungen. Die Polizei lehnte es bislang ab, Einzelheiten aus der Vernehmung des Lokführers bekanntzugeben. Dies könne die laufenden juristischen Verfahren beeinflussen und mögliche Zeugenaussagen beeinträchtigen. Zudem stehen weiterhin toxikologische Untersuchungsergebnisse des Lokführers aus. Dabei soll auch geprüft werden, ob sämtliche Betriebsvorschriften eingehalten wurden.