Verschuldung der Haushalte auf Rekordhöhe

Foto: The Nation
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BANGKOK: Die Verschuldung der Haushalte hat nach Angaben der Universität der thailändischen Handelskammer einen Rekordwert von 340.000 Baht pro Haushalt erreicht. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 7,4 Prozent.

Laut Thanawat Pholwichai, Direktor des Zentrums für Wirtschaftsprognosen der Universität, wurden bei einer Umfrage vom 11. bis 23. November 1.201 Personen interviewt. Mehr als 88 Prozent der Befragten gaben an, Schulden zu haben, hauptsächlich aufgrund allgemeiner Ausgaben wie dem Kauf eines Fahrzeugs oder eines Hauses sowie aufgrund von Kreditkartenausgaben. Mehr als 59 Prozent gaben formelle Schulden und 40,8 Prozent informelle Schulden an. Die monatlichen Ratenzahlungen betrugen 16.000 Baht für formelle Schulden und 5.222 Baht für informelle Schulden.

Thanawat äußerte sich besorgt über die historisch hohe Verschuldung der privaten Haushalte, die er dem stagnierenden Wirtschaftswachstum, den globalen Handelskonflikten und den höheren Preisen für Konsumgüter zuschrieb. Viele Menschen sehnten sich danach, sparsamer zu sein und ihre Lebenshaltungskosten zu senken, könnten dies aber nicht, weil die Warenpreise weiter stiegen.

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Rudolf Lippert 01.12.19 13:56
Lieber Herr Franke
Es lag mir fern Ihnen Konsumverzicht zu predigen und Sie beschreiben es ja, Sie haben/hatten einen funktionierenden Plan für Ihr Leben. Ich habe mich sehr wohl auf den Beitrag bezogen. Herr Thanawat ist besorgt. wegen des weiteren Anstiegs der Verschuldung bei bereits hohem Niveau. Das Problem ist nicht Schulden zu haben, sondern nicht oder nie mehr davon herunter zu kommen. Dies habe ich erweitert, da es ein globales Thema/Problem ist. Der Tagesspiegel schrieb zur globalen Finanzlage bereits im Mai 2018 vier Worte "Eine Welt voller Schulden". Zwei Drittel die Privaten, ein Drittel die Staaten. So gesehen liegt TH voll im Trend. Herr Thanawat sieht einen Ausweg in steigendem Wirtschaftswachstum, niedrigeren Preisen für Konsumgüter, Beendigung von Handelskonflikten. Meiner Meinung nach fehlt eben Konsumverzicht, oder freundlicher: bewussteres Konsumieren. Brauche ich wirklich einen neuen Pickup? Ein zweites Auto? Weitere Konsumgüter/Statussymbole? Jeder weiss, dass Thais alles "auf Kante nähen". Vielleicht mal etwas weiter weg von der Kante nähen? Vor allem wenn man es sich nicht wirklich leisten kann.
Jürgen Franke 01.12.19 00:43
Herr Lippert, Jeder hat die Möglichkeit
auf Konsum zu verzichten. Ich bin heute glücklicherweise in einer Situation, in der ich auf nichts verzichten muß. Wer in seinem Leben berufstätig war und rechnen kann, sollte das von sich sagen können. Dazu gehört jedoch auch, dass man sein Geld vernünftig angelegt hat. In diesem Beitrag geht es jedoch um die Lebenverhältnisse der Bürger in Thailand. Das gedruckte Geld der EZB und der niedrige Zinssatz sorgen lediglich dafür, dass einige südliche Länder im Euroraum nicht pleite gehen.
Peter Koch 30.11.19 18:06
Rekordverschuldung
Es wird jedes Jahr eine Rekordverschuldung geben, da viele Schuldner immer neue teuere Kredite aufnehmen, weil sie die alten Schulden nicht mehr bedienen koennen.
Dieser rollende Stein nahm so richtig Fahrt auf, nachdem die Yingluck Administration die Wirtschaft auf ihre Art anzukurbeln, wie z.B. der 100'000.- Benefit beim Kauf eines Neuwagens den jeder 2. Haushalt eigentlich gar nicht brauchte. Doch zu verlockend die Aussicht, dass Shinawatras versprachen, ihnen in 5 Jahren einen Haufen Geld zu schicken. Natuerlich wussten die aber im Vornherein, dass der Buerger die Leasingraten nach spaetestens 3 Jahren gar nicht mehr aufbringen konnte und die Staatskasse fein raus ist. Aber die Aktiengewinne koennen sich bei einer Familie sehen lassen.
Solche Bsp. koennten noch mehrere aufgefuehrt werden. Nur bringt es nichts. Die heutige Regierung kann aber hoechstens bedingt fuer die Situation verantwortlich gemacht werden.
Man bedenke: Benzin -und Diesel sind ca 10% tiefer als vor 6 Jahren. Die Preise haben z.T. das Niveau von vor 6 Jahren wieder erreicht, oder sind immer noch unter dem Hoechststand von 2013 (Bsp. Schwein damals 180-200, jetzt 140-160. Gefluegel damals 140, jetzt 80.-). Klingelts? Am teuersten war das alltaegliche Leben in der YS-Zeit (und das auch noch mit schwaecherem Baht). Solange der Stand noch nicht erreicht ist….
Auch kann man hier nicht einfach die Schulden mittels Privatkonkurs loswerden und neu starten, wie in Europa. Die Spirale dreht sich bis in den Ofen.
Rudolf Lippert 30.11.19 14:23
Es gibt ein böses Wort
"Konsumverzicht". Es gibt nur einen Weg: weniger besitzen zu wollen, vor allem nicht besitzen zu wollen was man sich nicht oder nur kaum leisten kann. Eine Einstellung dem Leben gegenüber. Kann man es sich dann in der Zukunft leisten, kann man es ja kaufen. Das hat inzwischen wohl fast die ganze Welt vergessen, einschliesslich der EZB und Konsorten und sie drucken immer mehr Geld für noch mehr Konsum.
Werner Schilling 30.11.19 13:30
Verschuldung der Haushalte ...
... aller Laender weltweit auf Rekordhoehe. Ist also kein spezifisches thailaendisches Problem.
Ingo Kerp 30.11.19 11:57
Derzeit ist es wesentlich schwieriger geworden, einen Bankkredit zu bekommen. Man muß schon genügend solvente Bürgen beibringen, sonst bekommt man nichts. Allerdings, es sind aus der Vergangenheit sicher noch eine Menge Kredite unterwegs, die man als "faul" bezeichnen kann. Da werden die Banken wohl noch einige Abschreibungen vornehmen müssen. Der Bevoelkerung bringt dies aber nichts und der Lebensstandard wird bei Beibehaltung der derzeitigen Politik nicht gesteigert werden.
Ronny Lüder 30.11.19 00:35
@ Wilfried Stevens
In Ihrer Überschrift hatten Sie es ja schon beschrieben, Die Leichtigkeit der Kredite.
Und wie ich es in meinem Umfeld oft erleben mußte , wird jeder Kredit gern genommen und keiner macht sich Gedanken darüber wie er den bedienen kann, da der ja erst Morgen und nicht heute bedient werden muß.
Und die Thais sind fast alle verschuldet und können nicht haushalten, da Sie des Rechnens nicht wirklich mächtig sind.
Thomas Thoenes 29.11.19 22:40
Die Verlockung der Konsumgüter
hoch und die Kredite zu einfach. So kommt so etwas zustande. Nach US Vorbild wird hier auf Pump gelebt bis der Arzt kommt und geschuftet was das Zeug hält um das einigermaßen zu bewältigen. Das Problem ist das jede Abweichung direkt alles in Bodenlose fällen lässt. Plötzliche Arbeitslosigkeit, Unfall, Krankheit oder der Umsatz geht zurück und schon platzt die Blase. Weil alle Kosten besonders der Kredit alles quasi auf 1 Baht genau auf die monatlichen (Höchst) Einnahmen gerechnet wird. Eine Zeit lang kann man das durch sparen am täglichen Bedarf wie Essen kompensieren aber nicht lange. Ich kann mir zurzeit bei dieser Entwicklung nicht vorstellen wie diese System hier ohne weitreichende Armut gestoppt werden kann.
Max 29.11.19 22:33
Schulden
Bei angemessen Löhne wäre es nicht so! Deswegen ist auch der Handelsüberschuss so groß, günstiges Personal aber Preise wie in Europa. Höhere Löhne.... Mehr Arbeitslose... Mann muss die Balance finden
Kurt Wurst 29.11.19 22:23
Statistisch sind
selbstverständlich ALLE Thais entsprechend verschuldet, genau wie z. B. in Deutschland jeder Bundesbürger STATISTISCH mit ca. 6.000 Euro (ohne Staatsschulden) verschuldet ist. Das ist nun mal der "Sinn" einer Statistik.
Thomas Knauer 29.11.19 22:23
Sparsam zu leben und Lebenshaltungskosten senken bedeutet Verzicht auf Konsumgüter und minimalistische Lebensweise, dies widerspricht aber der Lust am Leben, am zur Schau stellen dessen was man sich leisten kann oder auch nicht.
Der Zugang zu Krediten ist auch sehr einfach, wenn dann die Banken mal den Kredithahn zudrehen geht man zum privaten Geldverleiher. Hier zeigt sich auch eine Schwäche des Schulsystems, rechnen und planen ist für viele ein Fremdwort. So werden zwar kleine Summen zu 5-20% monatlichem Zins geliehen. Bei einem Familieneinkommen von 8 oder 10000thb eine Katastrophe

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