Regierung setzt auf Jobs gegen Armut

Neue Daten sollen Millionen Geringverdienern bessere Chancen bieten

Jobmesse in Bangkok. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Jobmesse in Bangkok. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die thailändische Regierung will die Daten aus der aktuellen Registrierung für die staatliche Sozialhilfe gezielt nutzen, um mehr als fünf Millionen einkommensschwachen Menschen im erwerbsfähigen Alter in Beschäftigung zu bringen und ihre beruflichen Qualifikationen zu verbessern. Ziel ist es, die Ursachen von Armut langfristig zu bekämpfen.

Finanzminister Ekniti Nitithanprapas erklärte, dass von den mehr als neun Millionen Empfängern der staatlichen Sozialhilfe über fünf Millionen zwischen 20 und 60 Jahre alt seien. Es könne nicht das Ziel sein, dass diese Menschen dauerhaft mit einem Jahreseinkommen von weniger als 100.000 Baht lebten. Die Regierung wolle die gewonnenen Daten deshalb nutzen, um Arbeitsplätze zu vermitteln und Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten, damit die Betroffenen künftig höhere Einkommen erzielen könnten.

Kritik an Sozialhilfekarten wächst

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund der Kritik an der Registrierung für die Sozialhilfekarten 2026. Mehr als 9,3 Millionen Antragsteller erfüllten die Voraussetzungen nicht, weshalb die Regierung die Vergabekriterien derzeit überprüft.

Nach Angaben des Finanzministers würden Veränderungen bei der Zahl der Leistungsberechtigten keine zusätzlichen Haushaltsprobleme verursachen. Thailand wende bereits jährlich mehr als 70 Milliarden Baht für das Programm auf. Vorrang habe, dass die Unterstützung den Menschen zugutekomme, die tatsächlich über keine ausreichenden finanziellen Mittel verfügten. Wer die Voraussetzungen für die Sozialhilfekarte nicht erfülle, könne weiterhin andere staatliche Unterstützungsprogramme in Anspruch nehmen.

Veraltete Daten sorgen für Probleme

Ekniti führte viele Unstimmigkeiten bei den Anträgen auf unvollständige oder veraltete Daten in den staatlichen Registern zurück. Insbesondere Informationen über Vermögenswerte seien in vielen Fällen nicht aktualisiert worden. Gleichzeitig habe die neue Registrierung Schwachstellen in den Datenbanken offengelegt und Hinweise auf Fälle geliefert, in denen Antragsteller möglicherweise durch Betrug zur Übertragung oder Umschreibung ihres Vermögens bewegt worden seien. Sollten solche Betrugsfälle nachgewiesen werden, werde die Regierung den Betroffenen ihre Ansprüche auf staatliche Sozialleistungen wieder gewähren, erklärte der Finanzminister.

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