Thailands Exporte legen im Juni kräftig zu

Industriegüter bleiben wichtigster Wachstumsmotor

Die Ausfuhren erreichten im Juni 34,7 Milliarden US-Dollar und lagen damit 20,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Die Ausfuhren erreichten im Juni 34,7 Milliarden US-Dollar und lagen damit 20,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Thailands Exporte haben im Juni deutlich zugelegt. Nach Angaben des Trade Policy and Strategy Office (TPSO) stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20,8 Prozent auf 34,7 Milliarden US-Dollar. Haupttreiber waren die anhaltend hohe Nachfrage nach Industrieprodukten wie Elektronik, Smartphones, Elektrogeräten sowie Automobilen und Autoteilen.

Die Exporte von Industrieerzeugnissen erhöhten sich im Juni um 25,1 Prozent und verzeichneten damit den 27. Wachstumsmonat in Folge. Dagegen gingen die Ausfuhren von Agrar- und agroindustriellen Erzeugnissen um 6,5 Prozent zurück. Zuwächse gab es jedoch unter anderem bei Naturkautschuk, Zucker, Fisch- und Meeresfrüchtekonserven, Tiernahrung sowie verarbeitetem Hühnerfleisch.

Rückgänge bei wichtigen Exportgütern

Rückläufig entwickelten sich hingegen die Exporte mehrerer wichtiger Warengruppen. Betroffen waren unter anderem frisches, gekühltes, gefrorenes und getrocknetes Obst, Getreide- und Weizenprodukte, Obstkonserven, Getränke, pflanzliche und tierische Öle und Fette sowie frisches oder tiefgekühltes Hühnerfleisch und Garnelen.

Die Importe stiegen im Juni um 50,3 Prozent auf 41,2 Milliarden US-Dollar. Dadurch ergab sich ein Handelsdefizit von 6,53 Milliarden US-Dollar.

Gold lässt Importe stark wachsen

TPSO-Generaldirektor Nantapong Chiralerspong erklärte, dass insbesondere Gold die Einfuhren nach oben getrieben habe. Die Goldimporte seien gegenüber dem Vorjahr um 192 Prozent gestiegen und hätten 7,2 Prozent der gesamten Importe ausgemacht.

Im ersten Halbjahr beliefen sich die Exporte auf rund 197 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 17,6 Prozent entspricht. Die Importe erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 38 Prozent auf 228 Milliarden US-Dollar. Daraus resultierte ein Handelsdefizit von 31,7 Milliarden US-Dollar.

Industrie bleibt Wachstumsmotor

Während die Ausfuhren von Agrar- und agroindustriellen Produkten im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent zurückgingen, legten die Exporte von Industrieerzeugnissen um 21,6 Prozent zu.

Die Vereinigten Staaten blieben der wichtigste Wachstumsmotor. Die Exporte in die USA stiegen im Juni um 44,3 Prozent auf 9,11 Milliarden US-Dollar und wuchsen damit den 33. Monat in Folge. Von Januar bis Juni erreichten die Ausfuhren in die USA 47,1 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 41,1 Prozent entspricht.

Exporte nach China steigen weiter

Die Exporte nach China erhöhten sich im Juni um 4,9 Prozent auf 3,89 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr summierten sie sich auf 22,7 Milliarden US-Dollar und lagen damit 8,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für Juli erwartet das TPSO, dass Technologieprodukte weiterhin die wichtigste Stütze der Exportentwicklung bleiben. Gleichzeitig dürfte der zuletzt beobachtete Vorzieheffekt bei Bestellungen nachlassen. Anhaltende geopolitische Konflikte würden nach Einschätzung der Behörde zwar bestehen bleiben, eine deutliche Verschärfung werde jedoch nicht erwartet.

Acht Prozent Exportplus erwartet

Auch die neuen US-Zölle stuft das TPSO als beherrschbar ein. Zudem werde mit einem weitgehend stabilen Baht gerechnet. Unter diesen Annahmen prognostiziert die Behörde für das Gesamtjahr 2026 ein Exportwachstum von acht Prozent auf rund 367 Milliarden US-Dollar.

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