Skytrain-Eklat endet mit Geldstrafen

Italienische Schüler entschuldigen sich und zahlen Geldstrafen

Die italienische Botschaft in Bangkok entschuldigte sich nach dem BTS-Zwischenfall bei der thailändischen Bevölkerung und verurteilte das Verhalten der beteiligten Jugendlichen. Foto: Italienische Botschaft Bangkok
Die italienische Botschaft in Bangkok entschuldigte sich nach dem BTS-Zwischenfall bei der thailändischen Bevölkerung und verurteilte das Verhalten der beteiligten Jugendlichen. Foto: Italienische Botschaft Bangkok

BANGKOK: Nach dem Eklat in einem BTS-Skytrain in Bangkok haben fünf italienische Schüler und eine begleitende Lehrkraft einen Streit mit der betroffenen Thailänderin beigelegt. Die Beteiligten trafen sich am Samstagabend (25. Juli 2026) auf der Polizeiwache Samre, nachdem die Frau Anzeige wegen des Vorfalls erstattet hatte.

Der Fall hatte in den sozialen Medien große Aufmerksamkeit erregt. Verbreitete Videos zeigten die Schüler, wie sie sich lautstark in einem BTS-Zug unterhielten und sich über eine Frau lustig machten, die sie aufgefordert hatte, leiser zu sein. Einer der Schüler soll zudem den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt haben, während ein anderer die Bemerkung äußerte: „Sorry for bringing money to your country.“

Entschuldigung auf der Polizeiwache

Nach Angaben der Polizei erschienen die fünf Schüler, eine im Video zu sehende Lehrkraft sowie ein Dolmetscher gegen 22.30 Uhr zu dem Gespräch mit der Geschädigten. Die Unterredung dauerte mehr als eine Stunde. Während des Treffens entschuldigten sich die Schüler und die Lehrkraft aufrichtig für ihr Verhalten und räumten ein, dass ihr Auftreten unangemessen gewesen sei.

Beide Seiten einigten sich darauf, den Streit ohne weitere rechtliche Schritte beizulegen. Außerdem vereinbarten sie, die mit Mobiltelefonen aufgenommenen Fotos und Videos des Vorfalls aus den sozialen Medien zu entfernen.

Gruppe bedauert Vorfall zutiefst

Die Lehrkraft erklärte, dass die Gruppe den Vorfall zutiefst bedaure. Die Schüler respektierten die thailändische Kultur und ihre Traditionen. Das Geschehen sei eine wichtige Lehre gewesen, und man werde dafür sorgen, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederhole.

Die Geschädigte, die von der Polizei nur als Sugas bezeichnet wurde, erklärte, dass sie die Entschuldigung angenommen habe, nachdem sie die Aufrichtigkeit und Reue der Beteiligten erkannt habe. Mit ihrer Anzeige habe sie ihre Rechte und ihre Würde schützen sowie ausländische Besucher daran erinnern wollen, die thailändische Kultur, die örtlichen Gepflogenheiten und die Rechte anderer zu respektieren. Mit der Einigung solle die Angelegenheit nun abgeschlossen sein.

Vater ruft zu Besonnenheit auf

Auch ihr Vater Praphat bedankte sich für die Unterstützung aus der Bevölkerung. Zugleich appellierte er an die Öffentlichkeit, die italienischen Schüler nicht weiter zu belästigen oder zu verurteilen. Sie hätten ihren Fehler eingestanden und nähmen noch mehrere Tage an einem Bildungsprogramm in Thailand teil.

Vier der Schüler wurden wegen öffentlicher Beleidigung zu Geldstrafen von jeweils 1.000 Baht verurteilt. Der Schüler, der den Mittelfinger gezeigt haben soll, musste 2.000 Baht zahlen. Nach Begleichung der Geldstrafen schloss die Polizei das Verfahren offiziell ab.

Botschaft verurteilt Verhalten

Bereits zuvor hatte sich die italienische Botschaft in Bangkok tief betroffen über das Verhalten der Schüler gezeigt. Sie betonte, dieses entspreche weder den italienischen Werten des Respekts, der Höflichkeit und des friedlichen Zusammenlebens noch dem Verhältnis zwischen Italien und Thailand. Mitglieder der Schülergruppe veröffentlichten am Samstag zudem ein Video, in dem sie sich bei der thailändischen Bevölkerung entschuldigten.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Klaus Berbel 27.07.26 10:10
Da sind die nochmal mit 2 blauen Augen davongekommen. Die 1000 Baht sind aber schon arg wenig, dafür, dass es sich um Italiener (also eine recht zahlungskräftige Gruppe unter den Farangs) handelt. Bisl mehr, dass es a weng finanziell zwickt, hätte es schon sein können.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.