BANGKOK: Zollbeamte haben am 24. Juli 2026 am Flughafen Suvarnabhumi einen aus Indien eingereisten Passagier festgenommen, nachdem bei einer Kontrolle rund sechs Kilogramm Etomidat sichergestellt worden waren. Nach Angaben des thailändischen Zolls war der Mann aus Mumbai eingereist, wobei Bangkok sein endgültiges Reiseziel war.
Das sichergestellte Etomidat wog einschließlich Verpackung rund 6.000 Gramm und hat nach Behördenangaben einen geschätzten Wert von mehr als 4,2 Millionen Baht. Die Durchsuchung erfolgte durch Beamte des Passenger Control Customs Office des Flughafens Suvarnabhumi gemeinsam mit der Ermittlungs- und Fahndungsabteilung des Flughafenzolls.
Etomidat gilt als Kategorie-2-Droge
Nach Angaben der Behörden verstößt die mutmaßliche Einfuhr gegen den thailändischen Narcotics Code, das Zollgesetz von 2017 sowie weitere einschlägige Rechtsvorschriften. Etomidat ist ein kurzwirksames Narkosemittel, das in der Medizin eingesetzt wird und in Thailand als psychotrope Substanz der Kategorie 2 eingestuft ist.

Generaldirektor des Zolls, Phanthong Loykulnanta, erklärte, dass die Behörde die Kontrollen an Flughäfen, Grenzübergängen und in den Post- und Paketzentren landesweit verschärft habe. Grundlage seien Anweisungen von Premier- und Innenminister Anutin Charnvirakul sowie Vizepremier- und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas, den Kampf gegen den Drogenschmuggel weiter zu intensivieren.
Zoll verstärkt Drogenkontrollen
Der Zoll arbeite dabei eng mit anderen Behörden zusammen, um die Ein-, Aus- und Durchfuhr kontrollierter Substanzen über sämtliche Transportwege zu unterbinden. Gleichzeitig solle verhindert werden, dass Thailand als Transitland für illegale Drogen genutzt werde.

Etomidat ist ein schnell wirkendes Narkosemittel mit kurzer Wirkungsdauer. Ende Juli 2025 wurde der Wirkstoff als 45. Substanz in die Liste der psychotropen Stoffe der Kategorie 2 aufgenommen und damit rechtlich unter anderem Ketamin gleichgestellt.
Warnung vor „Zombie-Pods“
Nach Angaben des Zolls wird Etomidat zunehmend E-Zigaretten-Flüssigkeiten beigemischt, die unter Konsumenten als sogenannte „Zombie-Pods“ oder „K-Pods“ bekannt sind. Der Wirkstoff kann zunächst traumähnliche Zustände, ein Gefühl der Loslösung von der Realität sowie Euphorie auslösen. Höhere Dosen können Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, vorübergehende Lähmungen, Atemdepression, Bewusstlosigkeit oder einen tödlichen Schock verursachen.
Phanthong warnte insbesondere Jugendliche vor den erheblichen Gesundheitsgefahren von E-Zigaretten, die kontrollierte Substanzen enthalten. Deren Konsum könne lebensbedrohliche Folgen haben.