BANGKOK: Die Vereinigten Staaten haben Einfuhrzölle in Höhe von 19 Prozent auf Waren aus Thailand und Kambodscha festgelegt – deutlich weniger als die ursprünglich angedrohten 36 Prozent. US-Präsident Donald Trump hatte zu Monatsbeginn mit einem Handelsstopp gedroht, sollten die beiden südostasiatischen Länder ihre tödlichen Grenzgefechte nicht beenden.
Auch Malaysia, das bei der Vermittlung der Waffenruhe eine Schlüsselrolle spielte, wird mit 19 Prozent besteuert – ein Satz, der den bereits zuvor angekündigten Tarifen für Indonesien und die Philippinen entspricht.
Über 40 Tote bei Grenzkonflikt gemeldet
Hintergrund ist eine Vereinbarung der Regierungschefs Thailands und Kambodschas zu Wochenbeginn, die schwersten Zusammenstöße zwischen beiden Staaten seit über einem Jahrzehnt mit einem sofortigen Waffenstillstand zu beenden. Die Gefechte hatten mehr als 40 Todesopfer gefordert. Die fragile Feuerpause wird jedoch durch erneute Spannungen belastet: Thailand warf kambodschanischen Truppen vor, das Abkommen mit einem nicht provozierten Angriff verletzt zu haben.
Zollabkommen mit Thailand und Kambodscha
Die neuen Zollregelungen wurden am Donnerstag (31. Juli 2025) zusammen mit der Ankündigung bekanntgegeben, dass die USA den globalen Mindestzollsatz bei zehn Prozent belassen – deutlich unter der zuvor angedrohten Untergrenze von 15 Prozent oder mehr. US-Handelsminister Howard Lutnick hatte bereits am Mittwochabend (30. Juli 2025) in einem Interview erklärt, dass Handelsabkommen mit Thailand und Kambodscha erzielt worden seien, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten. In den vergangenen Tagen hatte die US-Regierung eine Reihe von Abkommen und Zollforderungen veröffentlicht, darunter eine Vereinbarung mit Südkorea über einen Zollsatz von 15 Prozent und die Ankündigung, indische Waren ab Freitag mit 25 Prozent zu belegen.
Thailand will US-Zugang deutlich erleichtern
Thailand hatte in einem kurzfristigen Versuch, Strafzölle in voller Höhe zu vermeiden, zugesagt, US-Produkten einen deutlich erweiterten Marktzugang zu gewähren. So sollen 90 Prozent der bestehenden Zölle aufgehoben und nichttarifäre Handelshemmnisse reduziert werden. Zudem verpflichtete sich das Land, seinen Handelsüberschuss gegenüber den USA von derzeit 46 Milliarden US-Dollar innerhalb von drei Jahren um 70 Prozent zu senken und den unerlaubten Warenumschlag aus Drittländern zu bekämpfen.
USA bleiben wichtigster Exportmarkt
Noch vor der offiziellen Bekanntgabe hatte Thailands Finanzminister Pichai Chunhavajira erklärt, dass er mit einem Zollsatz in Höhe derjenigen rechne, die bereits für andere ASEAN-Staaten gelten – also um die 20 Prozent. Die Vereinigten Staaten waren im vergangenen Jahr der wichtigste Absatzmarkt für thailändische Waren und machten rund 18 Prozent der gesamten Ausfuhren des Landes aus.
US-Zölle entscheidend für Thai-Wirtschaft
Ein reduzierter US-Zollsatz gilt als entscheidend, um Thailands stark exportabhängige Wirtschaft vor weiteren Rückschlägen zu schützen. Bereits jetzt steht das Wachstum unter Druck – unter anderem wegen der höchsten Haushaltsverschuldung Südostasiens und schwacher Binnennachfrage.