Zweiter Verstoß gegen Waffenstillstand

Thailand protestiert nach erneuten Angriffen an der Grenze zu Kambodscha

Boonsin Padklang (r.), Kommandeur der 2. Heeresregion, im Gespräch mit Malaysias Generalstabschef Mohd Nizam Jaffar (l.) über den thailändisch-kambodschanischen Grenzkonflikt in Ubon Ratchathani am Mittwoch. Foto: epa-efe/Royalthai Army
Boonsin Padklang (r.), Kommandeur der 2. Heeresregion, im Gespräch mit Malaysias Generalstabschef Mohd Nizam Jaffar (l.) über den thailändisch-kambodschanischen Grenzkonflikt in Ubon Ratchathani am Mittwoch. Foto: epa-efe/Royalthai Army

BANGKOK: Die Königlich-Thailändische Armee hat einen erneuten Verstoß Kambodschas gegen die am Montag (28. Juli 2025) vereinbarte bilaterale Waffenruhe scharf kritisiert. Der Vorfall sei ein schwerwiegender Bruch der Vereinbarung, der die Bemühungen um eine friedliche Deeskalation an der thailändisch-kambodschanischen Grenze untergrabe, erklärte ein Armeesprecher am Mittwoch (30. Juli 2025).

Die Waffenruhe, die am 28. Juli 2025 zwischen beiden Ländern vereinbart und um Mitternacht desselben Tages in Kraft gesetzt wurde, sollte alle Kampfhandlungen bedingungslos beenden. Thailand habe sich strikt an die Abmachung gehalten, betonte die Armee – unter anderem durch den Verzicht auf Gewaltanwendung und die Reduzierung militärischer Aktivitäten in den Grenzgebieten, um Vertrauen und Zusammenarbeit zu fördern.

Zweiter Zwischenfall binnen 24 Stunden

Dennoch seien thailändischen Einheiten am 29. und 30. Juli 2025 mehrere Verstöße seitens der kambodschanischen Streitkräfte gemeldet worden. So sei es am Dienstagabend (29. Juli 2025) gegen 21.30 Uhr bei Chong Khanma in der Provinz Sisaket zu Schusswechseln mit leichten Waffen gekommen, die etwa 30 Minuten andauerten. Gegen 22.00 Uhr sei zudem in den Grenzregionen Phu Makheu und Huai Thamariya (ebenfalls in Sisaket) Beschuss mit Handfeuerwaffen und Mörsergranaten erfolgt. Die thailändischen Truppen hätten im Einklang mit dem Völkerrecht lediglich ihr Selbstverteidigungsrecht wahrgenommen. Weitere Schüsse seien bis in den Mittwochmorgen (30. Juli 2025) hinein abgegeben worden. Um 05.17 Uhr seien bei Pha Mo E Daeng erneut Mörsergranaten aus kambodschanischem Gebiet auf thailändisches Territorium abgefeuert worden.

Bangkok betont Recht auf Selbstschutz

„Diese Handlungen stellen eine eklatante Missachtung internationaler Verpflichtungen dar und untergraben die Stabilität sowie das notwendige Vertrauen zwischen beiden Nationen“, erklärte die Armee. Thailand halte weiterhin an Zurückhaltung, friedlichen Mitteln und höchsten humanitären Standards fest. Sollte es jedoch zu weiteren Verstößen kommen, werde man alle erforderlichen und angemessenen Maßnahmen zum Schutz der nationalen Souveränität und der Bevölkerung ergreifen.

Thailand lädt internationale Militärattachés ein

Wie Außenamtssprecher Nikorndej Balankura mitteilte, plant Thailand, in den kommenden Tagen internationale Militärattachés an die betroffene Grenze einzuladen. Damit wolle man eine objektive Bewertung ermöglichen – insbesondere in Gebieten, die laut thailändischer Seite trotz zivilem Charakter von kambodschanischem Beschuss betroffen waren. Die Verzögerung der Einladung sei Sicherheitsbedenken geschuldet, da unklar gewesen sei, wann es erneut zu Verstößen kommen könnte.

Beweismaterial soll Zweifel entkräften

Verteidigungsstaatssekretär General Natthapon Narkpanich sagte am Mittwoch vor einer Sitzung des Verteidigungsrates, dass er die Armee angewiesen habe, den Besuch der Attachés zu koordinieren. Ziel sei es, die Auswirkungen des Beschusses auf die Zivilbevölkerung zu dokumentieren. Zudem sei Malaysia um Kooperation gebeten worden. Gegenüber kambodschanischen Dementis kündigte General Natthapon eine offizielle Protestnote an. Gleichzeitig verfüge Thailand über umfangreiches Beweismaterial – darunter Luftbilder und Geodaten der staatlichen GISTDA sowie aus der Privatwirtschaft –, das gegebenenfalls in internationalen Untersuchungen vorgelegt werde.

Drohnenflugverbot in 14 Provinzen

Angesichts der angespannten Lage verhängte die thailändische Zivilluftfahrtbehörde ein Flugverbot für Drohnen im Umkreis von neun Kilometern um Flughäfen und provisorische Landeplätze in 14 Provinzen, darunter Trat, Chanthaburi, Sakaeo und Ubon Ratchathani. Verstöße können mit bis zu einem Jahr Haft oder einer Geldstrafe von 40.000 Baht geahndet werden, wie Vize-Militärsprecher Vizeadmiral Surasan Kongsiri erklärte.

Neues Grenztreffen am 4. August geplant

Ein Treffen des Gemeinsamen Grenzausschusses (General Border Committee, GBC) ist für den kommenden Montag (4. August 2025) geplant. Thailand wartet derzeit auf eine formelle Einladung der kambodschanischen Seite. Bei Gesprächen auf regionaler Kommandeursebene sei bereits ein allgemeiner Rahmen für die künftige Koordination vereinbart worden.

Protestbrief an ASEAN-Vorsitz übermittelt

Außenministeriumssprecherin Maratee Nalita Andamo bestätigte, dass Thailand offiziell Protest gegen die kambodschanischen Verstöße eingelegt habe. Ein entsprechendes Schreiben sei dem malaysischen Außenminister – in dessen Funktion als ASEAN-Vorsitz – übermittelt worden. Kopien gingen zudem an Beobachterstaaten wie China und die USA, die an der Waffenstillstandsverhandlung am Montag in Malaysia teilgenommen hatten. Auch thailändische Auslandsvertretungen weltweit seien damit beauftragt worden, die internationale Öffentlichkeit über die Lage an der Grenze aufzuklären.

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Konrad Benz 01.08.25 12:40
Ja
Zu schnell gelesen, stimmt, leider bin ich darauf geeicht Texte ohne Rechtschreibfehler schnell, sicherer zu lesen. Vielleicht liegt das an den Eingabegeräten?
Norbert Schettler 01.08.25 12:20
Sie lesen manchmal zu schnell,
und, was gar nicht passt, Sie schreiben dann auch noch zu schnell.
Sehen Sie die beiden Worte "Ironie ende"?
Konrad Benz 01.08.25 12:00
Khun Eysholdt
Fliegen Sie doch bitte nach Phnom Penh und erklären Sie das Onkel Hun oder Onkel Kim aus dem reichsten zufriedenstem Land der Erde das seine Bürger dauernd darüber aufklärt wie gut es ihnen geht und auf gar keinen Fall zulässt das die merken wieviel schlechter es in Nachbarländern der unzivilisierten Welt läuft. Was die Truppeninformationen anbelangt, da liegen Sie falsch. Hoffentlich war Ihr Beitrag ironisch gemeint.
Wolfgang Eysholdt 01.08.25 09:40
Nachdem Internet in Kambodscha wohl einige Probleme hat und in den Grenzregionen das Netz von Thailand abgeschaltet wurde, können die Truppen Von Hun Sen nicht unmittelbar über die vereinbarte Waffenruhe informiert weden und die berittenen Boten brauchen 3 bis5 Tage bis sie die Truppen erreicht haben. All das muss man ja berücksichtigen. Ironie ende. Einen Krig kann keiner gewinnen, alle verlieren viel dabei. Also hört bitte auf damit.
Manfred May 31.07.25 15:40
Zweiter Vorstoß gegen Waffenstillstand
Hun Sens Marionetten beschießen Thailändische Krankenhäuser entlang der Grenze und wollen nun dort ihre eigenen Schussverletzungen behandeln lassen, da sie selbst nicht genügend Krankenhäuser im Lande haben.
Vielleicht sollte das jemand den Soldaten mitteilen. Hun Sen wird bestimmt nicht seinem Privatjet als Krankentransporter aus Nord Korea senden.
Ingo Kerp 31.07.25 14:30
Ob Kambodscha in dieser Auseinandersetzung, die David vs Goliath zu gleichen scheint, was die Groeße und Stärke beider Länder anbelangt auch hofft, die Auseinandersetzung wie David zu beenden? Das dürfte eine Fehlkalkulation sein, wenn man Groeße und Stärke gegenüberstellt. Warum also brechen die Kambodschaner immer wieder die Waffenruhe? Sie leiden jetzt bereits, zumindest in der Grenzregion und Hun Sen verliert auch jeden Tag viel Geld.

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