Urteil gegen den Aktivisten Andy Hall bestätigt

Foto: The Nation
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BANGKOK: Ein Berufungsgericht bestätigte am Mittwoch eine 10-Millionen-Baht-Strafe gegen den britischen Aktivisten Andy Hall. Er war von einer Obstkonservenfirma angeklagt worden, weil er über einen Arbeitsmissbrauch unter den Beschäftigten berichtet hatte.

Das Prakanong-Gericht lehnte die Berufung von Andy Hall gegen seine Verurteilung wegen zivilrechtlicher Verleumdung im März 2018 ab, in der er aufgefordert wurde, Natural Fruit Co, einem Ananasunternehmen, Schadenersatz zu zahlen. Es war eine von mehreren Klagen, die sich aus einem 2013 für die finnische Verbraucherorganisation Finnwatch recherchierten Bericht von Hall ergaben, der Vorwürfe von Arbeitsmigranten aus Myanmar in der Konservenfabrik von Natural Fruit enthielt. Das Unternehmen soll seine Mitarbeiter missbraucht und gegen die Arbeitsvorschriften verstoßen haben. Ein anderes Berufungsgericht wies im vergangenen Jahr eine strafrechtliche Verleumdungsklage gegen Hall wegen derselben Angelegenheit ab und akzeptierte, dass die Vorwürfe veröffentlicht wurden, heißt es weiter in der „Bangkok Post“.

„Ich werde mit meinem Team zur Rechtsverteidigung zusammenarbeiten, um gegen das Urteil beim Obersten Gerichtshof Thailands Berufung einzulegen. Ich bin von dem Urteil enttäuscht", sagte Hall in einer E-Mail-Erklärung. Halls Anwalt, Nakhon Chomphuchat, beschrieb die Klage als „normale Aktion für Kapitalisten, die sich nicht für Menschenrechte interessieren''. Hall floh 2016 aus Thailand, weil er glaubte, dass er sich nicht effektiv vor Gericht verteidigen konnte. Heute lebt er in Nepal, wo er sich weiterhin auf Fragen der Wanderarbeitnehmer konzentriert.

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Della Valle Stefan 24.05.19 00:12
Entschuldigung
Mein Beitrag war kein Vorwurf sondern nur eine Frage. Den Namen des Gerichts bhabe ich übersehen. Aber trotzdem : an dem Urteil ist etwas faul ..... fragt sich nur was.
Joerg Obermeier 23.05.19 20:01
Vor Gericht und hoher See ist man allein in Gottes Hand. Darum kriegt man bei Gericht auch immer nur ein Urteil.
Roman Müller 23.05.19 15:16
Schon merkwürdig
aber auch in Europa absolut das gleiche Phänomen. Ein Gericht entscheidet unter der gleichen "Beweislast" zu 100% andersrum. Da gibt es genau zwei Antworten auf die Frage des WARUM. Entweder sind 50% der Richter "Pfeifen" ODER es spielen Interessenkonflikte mit. Solch merkwürdige Urteile spricht auch der europäische Gerichtshof immer öfter aus.
Redaktion 23.05.19 14:53
Anm. d. Red.:
Sehr geehrter Herr Della Valle, vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir bedauern, dass Sie die Seriosität unseres Magazins & Newsportal DER FARANG in Frage stellen. Als Berufungsgericht diente, wie es auch im Artikel im dritten Satz beim Namen genannt wird, das Landgericht Phra Khanong (ศาลจังหวัดพระโขนง) in Bangkok, weshalb Ihr Vorwurf nicht haltbar ist. Ein seriöser Leser-Kommentar setzt zwingend voraus, dass der Verfasser die zu kritisierende Nachricht auch tatsächlich in vollem Umfang gelesen und deren Inhalt verstanden hat. Anderenfalls sind verfälschte oder schlimmstenfalls falsche Anschuldigungen die logische Folge.
Della Valle Stefan 23.05.19 14:15
Was heisst hier " ein Berufungsgericht"
Wir möchten gerne wissen WELCHES Berufungsgericht. Das ist seriöser Journalismus .....