Thailands Regierung verteidigt Casinopläne

Foto: epa-efe/Aleksandar Plavevski
Foto: epa-efe/Aleksandar Plavevski

BANGKOK: Die thailändische Regierung unter der Führung der Pheu Thai-Partei hat ihre Pläne für einen Casino-Unterhaltungskomplex verteidigt, der darauf abzielt, die illegale Glücksspielindustrie zu legalisieren und erhebliche Steuereinnahmen zu generieren.

Laut einer offiziellen Mitteilung der Partei, die am Samstag (21. September 2024) auf ihrer Webseite veröffentlicht wurde, könnte die Legalisierung des Glücksspiels zusammen mit der Besteuerung des geplanten Projekts bedeutende wirtschaftliche Vorteile bringen, darunter eine Steigerung von mehr als 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

In ihrer Erklärung betonte die Partei, dass das Projekt, das Premierminister Paetongtarn Shinawatra kürzlich im Parlament präsentierte, Teil einer größeren Strategie sei, die sogenannte „Spaßwirtschaft“ zu erschließen, deren Marktwert weltweit auf 3,7 Billionen US-Dollar geschätzt wird. Die Initiative umfasst Tourismus, Sport, Unterhaltung und MICE (Meetings, Incentives, Conferences und Exhibitions), Bereiche, die laut Pheu Thai kontinuierlich wachsen.

Der Entwurf für ein Gesetz, das den legalen Betrieb von Casinos in diesen Komplexen ermöglichen soll, ist bereits vom Finanzministerium fertiggestellt worden und wird einer öffentlichen Anhörung unterzogen. Laut Gesetzesvorlage müssen Betreiber 5 Milliarden Baht für die Registrierung zahlen und zusätzlich 1 Milliarde Baht jährlich entrichten. Eine Betriebslizenz ist bis zu 30 Jahre gültig, mit der Option auf eine zehnjährige Verlängerung.

Die neuen Regelungen schließen Personen unter 20 Jahren vom Besuch der Casinos aus, während Ausländer freien Zugang erhalten. Thailändische Staatsbürger müssen jedoch eine Eintrittsgebühr von 5.000 Baht entrichten.

Trotz der wirtschaftlichen Vorteile hat die Opposition, vertreten durch Pariyes Angkurakitti von der Thai Sang Thai Party, das Projekt kritisiert. Pariyes warnte, dass eine laxe Strafverfolgung die Regulierungsbemühungen behindern und das Projekt gefährden könnte. Diese Kritik wirft Fragen auf bezüglich der Überwachung und Durchsetzung der neuen Gesetze in einer Branche, die tiefgreifende wirtschaftliche, soziale und kulturelle Auswirkungen auf das Land haben wird.

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Jürgen Franke 26.09.24 12:30
Danke Herr Scharf, für
Ihre Ergänzung zu diesem Thema.
Guenter Scharf 26.09.24 12:23
BIP als Wohlstandsfaktor?
@Jürgen Franke, 25.09.24, 17:40: Ja, das BIP erfasst nicht den Wohlstand. Wenn z. B. Naturkatastrophen etwas zerstören und es wieder aufgebaut werden muss, erhöht das das BIP. Aber der Wohlstand dürfte durch die Naturkatastrophen eher gesunken sein.
Es kann nicht alles in €/Dollar/ Baht gemessen werden. Deshalb gibt's Überlegungen, andere Faktoren in den Wohlstandsfaktor einzubeziehen (Bildung, Gesundheitssystem, etc.)
Jürgen Franke 24.09.24 17:40
Wichtige Elemente werden im BIP
nicht erfaßt, so dass er kein Wohlstandsindikator sein kann.
Guenter Scharf 24.09.24 13:37
Unterhaltungskomplex: Auswirkungen auf BIP
@leschim alex, 23.09.24, 17:10: Gestern hieß es, die Pheu Thai-Partei geht von einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts durch das Casino- Unterhaltungskomplex von 50 % aus. Heute kann man lesen, dass sie im ersten Jahr Steuermehreinahmen von 360 Mio. US-Dollar (=327 Mio. €) erwartet. Das sind nur 0.07 % des BIP! Die 50 % werden also erst in 700 Jahren erreicht. Ob's Thailand dann noch gibt?
Lothar Stauder 24.09.24 13:35
Casinos
Finde ich alles sehr seltsam. Während man als Ausländer ein Vielfaches der Eintrittspreise zahlen muss als ein Thai, macht man es hier genau umgekehrt. Wieso sollen Thais 5.000 Baht Eintritt zahlen? Damit bleibt das Gesetz zur Illegalität weiterhin den Thais vorbehalten. Klar ist, dass wir wissen, dass die Thais ihr ganzes Geld verzocken, aber ich denke, dass sowieso nur Thais ins Casino gehen, die sich das auch so leisten können. Aber allgemein betrachtet ist dies wieder eine Diskriminierung des eigenen Volkes, nur, damit wieder mehr Steuern reinkommen. Geldgeile Politik halt...
Walter Mandl 24.09.24 13:32
Casino legal
Und die Schattenseiten wie Spielsucht, totale Überschuldung, Kriminalität oder Selbstmorde die Casinos mit sich bringen, lässt man großzügig außer acht. Nur der Profit zählt, das Leid ist egal.
leschim alex 23.09.24 17:10
Das ist ja mal was ganz Neues .....
..... das Auslaender da ohne Eintrittsgebuehr reinduerfen - aber Thais 5.000 BAHT bezahlen muessen. Kennt man doch sonst eigentlich nur umgekehrt - naemlich das Touris abgezockt werden.
Bei der Annahme das durch die Legalisierung der sogenannten "Spasswirtschaft" das BIP um mehr als 50 % gesteigert werden koennte, hat man nicht in die Glaskugel sondern wohl eher zu tief ins Glas selber geschaut (eventuell verbunden mit einigen kraeftigen Zuegen am "Baum").
Siegfried Naumann 23.09.24 16:40
Legalisierung = Steuereinnahmen
Aus Illegal macht man Legal und kassiert. Gleiches könnte man auch bzgl. der Prostitution machen, wenn es die denn in Thailand gäbe.....
Guenter Scharf 23.09.24 16:15
50 % Steigerung des BIP???
Das glaubt die Pheu-Thai-Partei bzw. Die thailändische Regierung doch wohl selbst nicht, dass der Casino-Unterhaltungskomplex zu einer Steigerung des thailändischen Bruttosozialprodukts um 50 % führt. Das betrug 2023 515 Mrd. US-Dollar.
Da haben Politiker*innen wohl in die Glaskugel geschaut - und werden in einigen Jahren schwer enttäuscht sein.
Ingo Kerp 23.09.24 13:30
Mit der Eintrittsgebühr schließt man schon mal einen Großteil der thail. Bevoelkerung aus. Die das zahlen um zu spielen, haben genügend Geld, auch wenn sie einen Teil beim Spielen verlieren. Ob aber das BIP um mehr als 50% gesteigert wird, wird sich erst noch erweisen müssen. Egal, optimistisch ist man in Thailand immer schon gewesen.

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