BANGKOK: Die thailändische Militärführung hat Spekulationen über eine Verschärfung der Spannungen an der Grenze zu Kambodscha zurückgewiesen. Anlass waren Berichte über angebliche Gebietsansprüche der kambodschanischen Verteidigungsministerin Gen. Tea Srey Ha sowie Gerüchte über die Verlegung chinesischer Panzer in Grenznähe.
Verteidigungsminister Lt. Gen. Adul Boonthamcharoen erklärte am Dienstag (23. Juni 2026), dass die thailändischen Sicherheitskräfte die Lage entlang der thailändisch-kambodschanischen Grenze weiterhin aufmerksam überwachen würden. Alle Maßnahmen erfolgten im Einklang mit den geltenden Einsatzregeln.
Keine Panzer an der Grenze gesichtet
Zu Berichten über eine kürzlich erfolgte Lieferung neuer Panzer aus China an Kambodscha sagte Adul, dass es sich dabei um ein bereits länger bekanntes Beschaffungsprogramm handle. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass die Fahrzeuge in Grenznähe stationiert worden seien.
Die in den Grenzregionen eingesetzten thailändischen Truppen, insbesondere die Einheiten der Suranaree Task Force, stünden weiterhin unter der Aufsicht des Kommandeurs der 2. Armeeregion.
Berichte über Explosionen relativiert
Auch Meldungen über Explosionen nahe der Grenze relativierte der Verteidigungsminister. Die Vorfälle hätten sich nicht auf thailändischem Staatsgebiet ereignet. Möglicherweise seien die Geräusche durch neu entsandte kambodschanische Soldaten verursacht worden, die mit dem Gelände noch nicht vertraut seien.
Zu Berichten über Schützengräben auf kambodschanischer Seite erklärte Adul, dass die Einrichtung von Verteidigungsstellungen zu den üblichen militärischen Maßnahmen von Grenztruppen gehöre.
Keine Forderung zu Ban Nong Chan
Zudem wies er Spekulationen zurück, wonach Kambodschas Verteidigungsministerin Gen. Tea Srey Ha die Rückgabe des Gebiets Ban Nong Chan in der Provinz Sakaeo fordern wolle. Thailand halte weiterhin an der gemeinsamen Erklärung beider Länder fest.
Die Royal Thai Air Force reagierte zudem auf Berichte in sozialen Medien über nächtliche F-16-Flüge nahe der Grenze. Demnach handelte es sich um routinemäßige monatliche Nachtübungen innerhalb des thailändischen Luftraums.