BANGKOK: Die Versorgung mit Düngemitteln in Thailand bleibt trotz der anhaltenden Unsicherheiten im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gesichert. Dies erklärte Landwirtschafts- und Genossenschaftsminister Suriya Juangroongruangkit. Nach seinen Angaben reichen die vorhandenen Düngemittelbestände aus, um den Bedarf während der laufenden Anbausaison vollständig zu decken. Engpässe seien derzeit nicht zu erwarten.
Auch die stellvertretende Premierministerin und Handelsministerin Suphajee Suthumpun betonte, dass die Behörden Maßnahmen ergreifen, um die Versorgung des Landes sowie ein angemessenes Preisniveau für Düngemittel trotz der internationalen Konflikte aufrechtzuerhalten.
Lieferlage hat sich deutlich verbessert
Nach ihren Angaben konnten inzwischen zwei von ursprünglich fünf für Thailand bestimmten Düngemittelschiffen, die zuvor in der Straße von Hormus festsaßen, ihre Fahrt fortsetzen. Die Ladung eines weiteren Schiffes wurde auf dem Landweg zum Roten Meer transportiert und von dort aus nach Thailand verschifft. Dadurch habe sich die Versorgungslage deutlich verbessert.
Zudem weitet das Handelsministerium sein Green-Flag-Düngemittelprogramm aus. Im Rahmen der Initiative werden preisgünstige Düngemittel in 40 Provinzen verteilt. Das Programm läuft bereits in sechs Provinzen und soll bis August fortgesetzt werden. Zur Bekämpfung überhöhter Preise hat das Department of Internal Trade (DoIT) nach eigenen Angaben bereits mehr als 1.640 Verfahren gegen Händler eingeleitet, denen überhöhte Verkaufspreise vorgeworfen werden.
Staat plant Halbzahlungsprogramm
Langfristig plant die Regierung die Einführung eines sogenannten Halbzahlungsprogramms für Düngemittel. Dabei sollen Landwirte nur die Hälfte der Kosten direkt tragen, während die übrigen Ausgaben über Kredite der Bank for Agriculture and Agricultural Cooperatives finanziert werden. Ziel ist es, den Einsatz von auf die jeweiligen Bodenverhältnisse abgestimmten Düngemitteln zu fördern und dadurch die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern. Gleichzeitig prüft die Regierung zusätzliche Importe aus China und Russland, um die Versorgung während der Krise weiter abzusichern.
Plengsak Prakasetphat, Präsident der Thai Fertiliser and Agricultural Trade Association, erklärte, dass internationale Verhandlungen über Düngemittellieferungen Fortschritte gemacht hätten. Demnach habe der Iran seine Bereitschaft bestätigt, Thailand mit Harnstoffdünger zu beliefern. Zudem habe die iranische Seite zugesichert, keine zusätzlichen Gebühren oder inoffiziellen Abgaben für Schiffe zu erheben, die Düngemittel nach Thailand transportieren.
Russland als möglicher Lieferant
Auch Russland habe seine Bereitschaft signalisiert, bei Kauf und Verkauf von chemischen Düngemitteln mit Thailand zusammenzuarbeiten.
Nach Angaben von Wittayakorn Maneenetr, Generaldirektor des Department of Internal Trade, haben sich die Düngemittelpreise inzwischen wieder etwas entspannt, nachdem sie infolge des Krieges zunächst deutlich gestiegen waren.