BANGKOK: Das thailändische Verkehrsministerium plant, die erste Phase eines einheitlichen Ticketsystems für den öffentlichen Nahverkehr bis Ende dieses Jahres einzuführen. Parallel dazu verfolgt die Regierung eine langfristige Strategie, um Konzessionen privater Betreiber von elektrischen Schienenverkehrssystemen zurückzukaufen. Finanziert werden soll dies über den Thailand Future Fund (TFF).
Vizepremierminister und Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn erklärte, dass sowohl das Gesetz über das gemeinsame Ticketsystem als auch das Eisenbahnverkehrsgesetz die Prüfung durch den Senat erfolgreich abgeschlossen hätten. Das Verkehrsministerium arbeite nun gemeinsam mit dem Finanzministerium an einem Finanzierungsmodell, das keine zusätzliche Belastung der öffentlichen Verschuldung verursachen soll.
200 Milliarden für Bahnrückkäufe
Nach Angaben von Phiphat sollen über den Thailand Future Fund insgesamt 200 Milliarden Baht beschafft werden. Mit diesen Mitteln will die Regierung die Betriebsrechte privater Konzessionäre im elektrischen Schienenverkehr zurückkaufen und anschließend auf die Mass Rapid Transit Authority of Thailand (MRTA) übertragen.
Die vollständige Kapitalbeschaffung sowie die Vorbereitung der technischen Hintergrundsysteme werden voraussichtlich 18 bis 24 Monate in Anspruch nehmen. Dennoch werde die Entwicklung der notwendigen Backend-Systeme beschleunigt, damit die Einführung des gemeinsamen Ticketsystems bereits bis Ende dieses Jahres erfolgen kann.
Erste Phase mit BTS und ARL
In der ersten Phase sollen die BTS Green Line sowie der Airport Rail Link in das System eingebunden werden. Die Fahrpreise sollen dabei auf eine Spanne zwischen 17 und 45 Baht begrenzt werden.
Darüber hinaus prüfen die Behörden die schrittweise Ablösung der bisherigen Rabbit Card. Künftig könnten stattdessen EMV-basierte kontaktlose Kredit- und Debitkarten sowie QR-Code-Zahlungen genutzt werden. In einer zweiten Ausbaustufe sollen auch öffentliche Busse und Passagierboote in das gemeinsame Ticketsystem integriert werden.
Vorlage geht bald ans Kabinett
Der stellvertretende Verkehrsminister Siripong Angkasakulkiat erklärte, dass die entsprechende Vorlage voraussichtlich noch bis Ende dieses Monats dem Kabinett zur Genehmigung vorgelegt werde.
Nach dem geplanten Modell sollen die Betreiber der Schienenverkehrssysteme künftig auf Grundlage der tatsächlichen Fahrgastzahlen entschädigt werden. Als Berechnungsgrundlage dienen dabei Fahrgastdaten der vergangenen fünf Jahre, die von Bangkok Mass Transit System PCL (BTSC) und Bangkok Expressway and Metro PCL (BEM) erhoben wurden.
Nahverkehr soll besser vernetzt werden
Mit dem Vorhaben verfolgt die Regierung das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr stärker zu vernetzen, die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel zu vereinfachen und langfristig ein einheitliches Tarifsystem für Bangkok und andere Ballungsräume zu schaffen.