BANGKOK: Der thailändische Minister für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Chaichanok Chidchob, hat laut einem Bericht von „The Nation“ Vertreter des US-Technologiekonzerns Meta zu einem dringlichen Treffen am 20. November 2025 einbestellt. Anlass ist der mutmaßliche Missbrauch der Plattform Facebook für den Handel mit persönlichen Daten von mehr als neun Millionen thailändischen Bürgern.
Nach Angaben des Ministers sollen sogenannte „Secret Groups“ auf Facebook als Marktplätze für den groß angelegten Verkauf personenbezogener Informationen fungiert haben – ein Vorgang, den Chaichanok als „ernste Bedrohung der nationalen Sicherheit“ bezeichnete.
Meta zum Krisengespräch nach Bangkok geladen
„Facebook muss mir am 20. November erklären, warum solch offene Datenhandelsgruppen ungehindert operieren konnten. Es geht um die Sicherheit jedes Bürgers“, so der Minister. Bei dem Treffen, an dem Meta-Vertreter aus der Region teilnehmen sollen, will die Regierung ein gemeinsames Vorgehen zur Bekämpfung von Cyberkriminalität und illegalen Online-Aktivitäten wie Glücksspiel und Betrug besprechen. Bereits vor drei Wochen habe ein erster Austausch stattgefunden, bei dem Meta zugesagt habe, zu dem Termin nach Thailand zu reisen.
Ermittler zerschlagen Datenhandelsnetzwerk
Parallel dazu präsentierte der Minister die Ergebnisse der Operation „Cut Down Scam – Cracking the Personal-Data Trade Network“, die nach der achten Sitzung des Nationalen Komitees zur Prävention und Bekämpfung von Cyberkriminalität durchgeführt wurde. In einer landesweiten Razzia durchsuchten Ermittler acht Standorte und nahmen sechs Verdächtige fest. Ihnen wird vorgeworfen, über eine Facebook-Seite namens „Grey Market Marketing“ persönliche Daten wie Namen, Adressen, Telefonnummern, Bankdaten und Line-IDs zu Preisen von 3.000 bis 5.000 Baht für jeweils 100.000 Datensätze gehandelt zu haben.
Millionen Datensätze führen zu Betrugsfällen
Die Polizei stellte umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Computer, Mobiltelefone, Datenspeicher und Bankbücher. Insgesamt konnten über 2,3 Millionen Datensätze verifiziert und mit 4.630 Betrugsfällen im Wert von mehr als 298 Millionen Baht in Verbindung gebracht werden. Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Großteil der Daten von illegalen Glücksspielseiten, Kredit-Apps und Phishing-Anwendungen stammte. Insgesamt wurde ein Datenvolumen von mehr als neun Millionen Einträgen aufgedeckt. Alle Verdächtigen gestanden die Vorwürfe.
Regierung verschärft Kampf gegen Cyberkriminalität
Chaichanok betonte, dass Cyberkriminalität, insbesondere Callcenter-Betrug und Online-Glücksspielnetzwerke, erhebliche Schäden anrichteten – sowohl für die Bevölkerung als auch die nationale Wirtschaft. Die Regierung werde weiterhin entschlossen gegen diese Formen der Internetkriminalität vorgehen und zugleich die Bürger zu einem verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten aufrufen. Wer Daten ohne Zustimmung kauft, verkauft oder besitzt, muss laut Ministerium mit strengen Strafen nach dem Königlichen Dekret zur Prävention und Bekämpfung von Cyberkriminalität rechnen.