BANGKOK: Nach dem Wasserleck in der Tunnelbaustelle der südlichen Erweiterung der Purple Line am Kreisverkehr Wongwian Yai in Bangkok bleibt die Lage nach Angaben des thailändischen Department of Disaster Prevention and Mitigation (DDPM) stabil.
Eine aktuelle Untersuchung des nationalen Urban Search and Rescue Teams (USAR Thailand) ergab, dass sich die gemessene Gebäudeverlagerung nicht verändert hat. Der zuletzt ermittelte Wert liegt weiterhin bei 8,3. In der am Samstag (11. Juli 2026) um 06.00 Uhr veröffentlichten Mitteilung wurde die Einheit des Messwertes nicht angegeben.
Gebäude werden weiter überwacht
Das Wasserleck hatte zu einer Absenkung der Fahrbahn sowie zu Schäden an umliegenden Geschäftsgebäuden geführt. Daraufhin entsandten die Behörden Statikexperten, Rettungskräfte und Spezialisten zur kontinuierlichen Überwachung der betroffenen Bauwerke.
Nach Angaben von DDPM-Generaldirektor Theerapat Kachamat hatte eines der Gebäude am Donnerstagabend (9. Juli 2026) mit bloßem Auge den Eindruck erweckt, sich weiter geneigt zu haben. Die Messinstrumente zeigten jedoch unveränderte Werte. Der Neigungswinkel blieb mit etwa 79 bis 80 Grad auf dem gleichen Stand wie bei den vorherigen Messungen. Dennoch überwachen die Experten weiterhin vorhandene Risse im Gebäude sowie Schäden an der Fahrbahn.
Sensoren warnen vor jeder Bewegung
USAR Thailand setzt dabei digitale Messsysteme ein, die selbst kleinste Veränderungen erfassen und bei einer weiteren Bewegung automatisch Alarm auslösen. Das betroffene Gebäude wird derzeit renoviert und ist unbewohnt. Die Eigentümer und Nutzer benachbarter Gebäude wurden aufgefordert, vorsichtig zu sein und Anweisungen der Bangkok Metropolitan Administration (BMA) zu befolgen.
Zur weiteren Absicherung wurde das Überwachungssystem gemeinsam mit dem Engineering Institute of Thailand und der Fakultät für Bauingenieurwesen der Kasetsart-Universität ausgebaut. Insgesamt elf intelligente Sensoren wurden an neun strategischen Punkten rund um das beschädigte Gebäude und benachbarte Geschäftshäuser installiert. Die Messgeräte erkennen selbst Bewegungen im Millimeterbereich und übermitteln bei Veränderungen sofort Warnmeldungen.
Frühwarnsystem schützt Einsatzkräfte
Ergänzt wird das System durch zwei bereits installierte „Rescue Guardian“-Überwachungsgeräte. Diese kontrollieren mithilfe kameragestützter Technik kontinuierlich Neigungswinkel und Position der Gebäude und lösen bei strukturellen Veränderungen umgehend Alarm aus. Dadurch erhalten die Einsatzkräfte schneller Informationen als durch reine Sichtkontrollen und können den Gefahrenbereich bei Bedarf sofort räumen oder weitere Maßnahmen einleiten.
Parallel dazu entfernten Ingenieure und Bauunternehmen in der Nacht zwei große Betonteile einer Fußgängerbrücke aus dem Gefahrenbereich. Die Brücke galt aufgrund ihres Gewichts als zusätzliche Belastung für den abgesackten Straßenuntergrund. Trotz leichten Regens konnten beide Brückenelemente noch vor Tagesanbruch erfolgreich abgebaut werden.
Einsatzkräfte bleiben in Bereitschaft
Das DDPM entsandte insgesamt 20 Einsatzkräfte von USAR Thailand zur Unterstützung der Feuerwehr- und Rettungsteams Bangkoks. Im Bereich Wongwian Taksin wurde eine Einsatzleitstelle mit Spezialausrüstung, Stromgeneratoren und Beleuchtung für den Nachtbetrieb eingerichtet. Zudem stehen freiwillige Helfer und Rettungsorganisationen für mögliche Notfälle oder Krankentransporte bereit.
Der Gefahrenbereich bleibt weiterhin abgesperrt, da dort nach wie vor schwere Baumaschinen und Ingenieurteams im Einsatz sind. Nach Angaben des DDPM bedeuten die stabilen Messwerte nicht, dass Entwarnung gegeben werden kann. Gebäude, Fahrbahn und Tunnel werden weiterhin rund um die Uhr überwacht. Das Sensornetz soll jede weitere Absenkung oder Neigung frühzeitig erkennen und eine sofortige Reaktion der Einsatzkräfte ermöglichen.