BANGKOK: Das Konsortium Asia Era One hat Berichte über einen angeblichen Ausstieg aus dem Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt zur Verbindung der Flughäfen Don Mueang, Suvarnabhumi und U-Tapao zurückgewiesen. Ein an die Thailändische Staatsbahn (SRT) übermitteltes Schreiben sei im Rahmen der vertraglich vereinbarten Konzessionsregelungen erfolgt und dürfe nicht als sofortige Kündigung oder Rückzug aus dem Projekt verstanden werden.
Die Klarstellung erfolgte, nachdem berichtet worden war, das vom CP-Konzern geführte Konsortium habe seine vertraglichen Rechte wegen Problemen bei der Umsetzung des Projekts geltend gemacht. Nach Angaben von Asia Era One enthielten einige Medienberichte unvollständige Informationen, die den Stand des Projekts, die Absichten des Konsortiums sowie den vertraglichen Ablauf falsch darstellen könnten.
Schreiben wahrt Vertragsrechte
Das Schreiben diene ausschließlich dazu, vertragliche Rechte zu wahren und die SRT formell über Hindernisse bei der Projektdurchführung zu informieren. Dieses Vorgehen entspreche den im Public-Private-Partnership-Vertrag vorgesehenen Verfahren. Daraus könne weder ein sofortiger Rückzug noch eine Beendigung der Konzession abgeleitet werden.
Nach Angaben des Unternehmens bestehen seit der Unterzeichnung des Vertrags auf beiden Seiten Einschränkungen. Besonders problematisch sei ein öffentlicher Entwässerungskanal im Bereich Makkasan, der die Entwicklung des für das Projekt vorgesehenen Geländes beeinträchtige. Über mögliche Lösungen werde weiterhin gemeinsam beraten.
Neue Prüfung des Konzessionsvertrags
Zudem hätten sich die wirtschaftlichen, finanziellen und investitionsbezogenen Rahmenbedingungen seit Vertragsabschluss erheblich verändert. Deshalb müssten die vorgeschlagenen Änderungen des Konzessionsvertrags zunächst von den zuständigen staatlichen Stellen geprüft werden. Dieser laufende Prozess verzögere die weitere Vorbereitung des Projekts.
Auch zu den Förderprivilegien des thailändischen Investitionsförderamts (BOI) nahm das Konsortium Stellung. Zwar sei das Vorhaben bereits 2022 grundsätzlich genehmigt worden, das entsprechende Investitionsförderzertifikat sei jedoch im vergangenen Jahr ausgelaufen. Für einen neuen Antrag seien zunächst verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich, solange die vorgeschlagenen Vertragsänderungen noch geprüft würden. Dies bedeute jedoch nicht, dass das BOI seine Unterstützung für das Projekt eingestellt habe.
Konsortium zeigt sich zuversichtlich
Asia Era One betonte, dass die Inanspruchnahme vertraglicher Rechte ausdrücklich im Konzessionsvertrag vorgesehen sei und nicht automatisch als Vertragsbruch oder Aufgabe des Projekts gewertet werden dürfe. Unternehmenspräsident Sarit Jinnasith zeigte sich zuversichtlich, dass alle Beteiligten eine Lösung finden könnten, die dem Land, der Öffentlichkeit und allen weiteren Interessengruppen zugutekomme.
SRT-Gouverneur Anan Phonimdaeng hatte am Donnerstag (9. Juli 2026) erklärt, dass das am 6. Juli 2026 eingegangene Schreiben des Konsortiums darauf abziele, das vertragliche Recht auf eine Kündigung geltend zu machen. Als Begründung nannte er, dass die Voraussetzungen für die Erteilung der offiziellen Baufreigabe („Notice to Proceed“) bislang nicht erfüllt seien.