BANGKOK: Knapp zwei Monate nach dem Grundsatzbeschluss zur Abschaffung der 60-tägigen visumfreien Einreise hat die thailändische Regierung die angekündigten Änderungen offiziell beschlossen und die zunächst nur vorläufige Länderliste angepasst. Künftig dürfen Staatsangehörige aus 59 statt bislang vorgesehenen 54 Staaten für bis zu 30 Tage visumfrei nach Thailand einreisen. Zudem kehrt Indien in die Liste der visumfreien Länder zurück.
Bereits am 20. Mai 2026 hatte das Kabinett beschlossen, die seit Juli 2024 geltende 60-tägige visumfreie Einreise für Staatsangehörige aus 93 Ländern wieder abzuschaffen. Als Gründe nannte die Regierung damals den Missbrauch der Regelung für rechtswidrige Aktivitäten sowie Sicherheitsbedenken. Gleichzeitig kündigte sie an, die Einreisebestimmungen länderbezogen zu überarbeiten und die zunächst veröffentlichte Länderliste bei Bedarf anzupassen.
Visumfreie Einreise für 30 Tage für 59 Staaten
Nach den nun beschlossenen Regelungen gilt die visumfreie Einreise für bis zu 30 Tage künftig für Besucher aus 59 Staaten. Gegenüber der im Mai veröffentlichten vorläufigen Liste wurden Bulgarien, Kroatien, Zypern und Malta neu aufgenommen. Die Malediven, die bislang nur Anspruch auf eine 15-tägige visumfreie Einreise hatten, wechseln ebenfalls in die 30-Tage-Regelung. Zudem erhalten alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union künftig einheitliche Visaprivilegien.
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich somit nichts: Sie können auch nach den nun beschlossenen Regeln zukünftig für bis zu 30 Tage visumfrei nach Thailand einreisen.
Indien erhält 30-tägige Visafreiheit zurück
Für Indien bedeutet die Neuregelung eine Kehrtwende. Während indische Staatsangehörige nach den im Mai vorgestellten Plänen nur noch ein Visa on Arrival erhalten sollten, können sie künftig wieder bis zu 30 Tage visumfrei nach Thailand einreisen. Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul erklärte, dass die frühere Umstellung zu einem Rückgang der indischen Besucherzahlen um nahezu 20 Prozent geführt habe. Nach Regierungsangaben verbringen indische Touristen durchschnittlich lediglich 7,2 Tage im Land.
Anpassungen bei Visa on Arrival
Durch die Aufnahme der Malediven in die 30-Tage-Regelung gilt die 15-tägige visumfreie Einreise künftig nur noch für Staatsangehörige der Seychellen und von Mauritius. Das Visa-on-Arrival-Programm wird auf Aserbaidschan, Belarus und Serbien beschränkt, nachdem Indien aus dieser Gruppe herausgenommen wurde.
Nach Angaben der Regierung soll zudem das System der Thailand Digital Arrival Card (TDAC) weiter ausgebaut werden. Ziel ist es, den Datenaustausch zwischen den Behörden zu verbessern und die Überprüfung von Einreisenden im Interesse der nationalen Sicherheit zu erleichtern.
Nach Angaben des Außenministeriums sollen die Änderungen 15 Tage nach Veröffentlichung in der Royal Gazette wirksam werden.