BANGKOK: Die thailändische Regierung hat die Abschaffung der bisherigen visafreien 60-Tage-Einreise für Staatsangehörige aus mehr als 90 Ländern beschlossen. Das Kabinett billigte am Dienstag (19. Mai 2026) eine entsprechende Änderung, mit der Thailand vorläufig zu früheren Einreisebestimmungen zurückkehren will, während die gesamte Visapolitik überprüft wird.
Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul erklärte, dass mit dem Kabinettsbeschluss sowohl die 60-Tage-Visabefreiung aufgehoben als auch teilweise überschneidende Einreiseprivilegien für bestimmte Staaten beendet würden. Für die meisten betroffenen Reisenden sollen damit wieder frühere Regelungen gelten, die in der Regel Aufenthalte von etwa 30 Tagen erlauben. Die zuständigen Behörden sollen vor Inkrafttreten der Änderungen offiziell informiert werden.
Inkrafttreten erst nach Veröffentlichung
Die Änderungen treten jedoch nicht sofort in Kraft. Zunächst müssen die neuen Regelungen offiziell im thailändischen Gesetzesanzeiger Royal Gazette veröffentlicht werden. Bis dahin gelten die bisherigen Einreisebestimmungen weiter. Nach Angaben des Außenministeriums sollen die Änderungen jedoch 15 Tage nach Veröffentlichung im thailändischen Gesetzblatt wirksam werden.
Reisende, die sich bereits in Thailand aufhalten oder noch vor Inkrafttreten der neuen Regeln einreisen, dürfen aber bis zum Ablauf ihrer bisherigen Aufenthaltsgenehmigung im Land bleiben.
Nach Angaben des Ministers soll die Visa Policy Committee die neuen Einreisebestimmungen künftig länderbezogen überprüfen und passende Visakategorien festlegen. Dabei würden sowohl Sicherheitsaspekte als auch wirtschaftliche Interessen berücksichtigt.
Thailand bietet derzeit verschiedene Einreiseprogramme an, darunter visafreie Aufenthalte von 60 oder 15 Tagen sowie Visa-on-Arrival-Regelungen, die je nach Staatsangehörigkeit unterschiedlich ausfallen.
Thailand überprüft Visa-Erleichterungen
Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek erklärte, dass die bisherigen Erleichterungen zwar den Reiseverkehr gefördert und den Tourismus unterstützt hätten, jedoch vereinzelt von Personen mit kriminellen Absichten missbraucht worden seien. Premierminister Anutin Charnvirakul. habe deshalb eine Überprüfung angeordnet, um das System künftig klarer und strukturierter zu gestalten.
Im Anschluss an die Kabinettssitzung informierte das Außenministerium über die geplanten Anpassungen. Mungkorn Pratoomkaew, Generaldirektor der Konsularabteilung, erklärte, dass das neue Modell unter anderem eine verkürzte Liste von Staaten mit visafreier 30-Tage-Einreise, eine neue 15-Tage-Regelung für bestimmte Länder sowie ein vereinfachtes Visa-on-Arrival-System vorsehe.
Einreiseberechtigung nach Ländern
Nachfolgend eine inoffizielle Liste des thailändischen Außenministeriums zur touristischen Einreiseberechtigung nach Ländern nach der Abschaffung der 60-tägigen Visabefreiung:
54 Länder und Territorien mit 30-tägiger Visabefreiung:
- Europa: Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Ukraine, Vereinigtes Königreich.
- Asien und Ozeanien: Australien, Bhutan, Brunei, Georgien, Indonesien, Israel, Japan, Malaysia, Neuseeland, Philippinen, Singapur, Südkorea, Taiwan, Türkei.
- Naher Osten: Bahrain, Jordanien, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate.
- Amerika: Kanada, Vereinigte Staaten.
- Afrika: Südafrika.
Drei Länder mit Anspruch auf eine 15-tägige Visabefreiung:
- Seychellen, Malediven, Mauritius.
Vier Länder (reduziert von zuvor 31) mit Anspruch auf Visa on Arrival:
- Aserbaidschan, Belarus, Serbien, Indien.
Bilaterale Abkommen
- 14-tägige Visabefreiung: Myanmar (nur bei Einreise per Flugzeug), Kambodscha.
- 30-tägige Visabefreiung: China, Hongkong, Macau, Laos, Mongolei, Russland, Kasachstan, Timor-Leste, Vietnam.
- 90-tägige Visabefreiung: Argentinien, Brasilien, Chile, Peru, Südkorea.