Srettha lädt Putin nach Thailand ein

Srettha Thavisin. Foto: epa/Tingshu Wang
Srettha Thavisin. Foto: epa/Tingshu Wang

BANGKOK/PEKING: Thailands neuer Ministerpräsident Srettha Thavisin hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem Besuch eingeladen. Ziel sei es, die Beziehung der beiden Länder zu stärken, schrieb Srettha auf X (früher Twitter). Er habe Putin auch gebeten, über weitere Investitionen nachzudenken.

Die beiden Politiker hatten sich am Dienstag beim Gipfel zum chinesischen Infrastrukturprojekt «Neue Seidenstraße» in Peking zu Gesprächen getroffen. Putin habe die Einladung angenommen, berichtete die thailändische Zeitung «The Nation» am Mittwoch unter Berufung auf die Regierung in Bangkok. Ein Datum stehe aber noch nicht fest.

Mehr als eine Million russische Touristen hätten das beliebte südostasiatische Urlaubsland allein in diesem Jahr besucht, schrieb Srettha weiter. Sein Kabinett habe erst kürzlich den Zeitraum, in dem sich Russen ohne Visa im Land aufhalten dürfen, von 30 auf 90 Tage verlängert. «Nation» schrieb weiter, Russland sei «ein treuer Freund Thailands». Beide Länder hatten erst 2022 den 125. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen gefeiert.

Der russische Präsident ist seit der Invasion in die Ukraine international weitgehend isoliert. Im März stellte der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen ihn aus - weshalb Putin seither kaum ins Ausland gereist ist. In Thailand ebenso wie derzeit in China hat Putin aber keine Festnahme zu befürchten: Peking lehnt das Römische Statut des IStGH ab, das dessen Zuständigkeit und die Arbeitsweise regelt. Bangkok hat es zwar unterschrieben, aber nicht ratifiziert.

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Peter Dzundza 21.10.23 08:23
Ganz Europa hat schon länger an Stellenwert in Thailand verloren . Man muss sich nur die aktuellen und historischen Touristenzahlen anschauen der europäischen Länder mit Ländern wie Indien, China, Australien , Japan , Malaysia und auch Russland vergleichen.
Europäische Touristen sind eine Minderheit. Warums sollte Thailand dann einen besonderen Stellenwert auf Europa und deren Touristen legen. Ganz klar, es ist kein Grund für vorhanden. Die bilateralen Beziehungen werden mit den Ländern verbessert wo der grösste wirtschaftliche Benefit zu erwarten ist. Das ist eine ganz normale Handlung. Trotzdem glaube ich auch, das die verlängerte Auftenhaltsdauer von 90 Tagen irgendwann auch mal für Europa gilt. Aber erst sind die wichtigen Partner dran.
Gerhard 21.10.23 08:23
@ Günter Jack
Nur ein gutes Beispiel ist China. Da gehört es schon standartmäßig dazu bei jeder Politikerreise die Menschenrechte einzufordern. Ich glaube prozentual stehen mehr Chinesen hinter ihrer Regierung als in Deutschland hinter der Ampel. Vor der Ampel hat Merkel Deutschland schwer geschadet, die Euro/EU Rettung, die Finanzierung der EU Südstaaten, Schuldenuebernahme , Geldtransfer, die Flutung mit "Flüchtlingen", die Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch Gleichschaltung der Medien, die Schaffung eines SED Staates .
leschim alex 20.10.23 07:50
Wenn man sich mit einem "roten Riesen" .....
..... ins Bett legt und sich dann auch noch einen "roten Hund" ins Haus holt darf man sich nicht wundern wenn das irgendwann mal "ROT" (= wie blutig) fuer einen endet. Hoffe ich irre mich.
thomas covenant 20.10.23 07:10
gleich zu gleich
gesellt sich gern. von neutralität kann keine rede sein. das ist eine klare pro russische stellungsnahme analog china und nord korea. aber das sehen die putler freunde hier nicht, sind ja weit weg von der russischen herrschaft, allerdings nicht so weit weg von china...
Hartmut Wirth 19.10.23 22:50
@Günter Jack
Wo leben Sie? Hinter dem Mond?

Na, dann sollten Sie sich mal die Äußerungen der deutschen Sußenministerin gegenüber China anhören und die sehr sehr gute Erwiderung des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jiping.

Gibt noch Beispiele von anderen Staaten. Aber da Sie nicht auf der Erde zu leben scheinen, erspare ich mir hier, Ihnen das aufzuzeigen (googlen können Sie vielleicht selbst)
Jürgen Franke 19.10.23 19:00
Herr Schettler, es ist nicht davon auszugehen,
dass Sie die russischen Touristen wegen dieser Regelung beneiden. Vielleicht will sich jedoch der Präsident in Thailand, neben seinen wichtigen Gesprächen, etwas erholen.
Jürgen Franke 19.10.23 16:40
Nach meinen Informationen, wird neben
der USA, Russland + China, der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag auch von Thailand nicht anerkannt, so dass der Haftbefehl hier nicht umgesetzt werden kann.
Günter Jack 19.10.23 15:50
Hartmut Wirth 19.10.23 13:20
Geben Sie uns doch bitte Beispiele, gegenüber welchen asiatischen Staaten Deutschland und die EU "den Moralapostel gespielt" haben.
Martin Kircher 19.10.23 15:50
Neutralität statt Hetze
@Wirth und Löhr: ganz meine Meinung! Danke!
Michael R. 19.10.23 15:20
Retourkutsche
Die westlichen Staaten sollten sich für die Zukunft genau merken, wer an ihrer Seite steht im Ernstfall und wer nicht.
Dann kommt halt beim nächsten Tsunami, der Thailand heimsucht, nur ein Beileidstelegramm der EU und der USA, statt umfangreicher personeller und finanzieller Hilfe. Vielleicht steht ja dann Putin als treuer Freund und Helfer bereit.
Wildfried Mond 19.10.23 14:30
Srettha Thavisin
könnte das berühmteste Staatsoberhaupt der Welt werden, wenn er den Haftbefehl gegen Putin umsetzen würde. Eine Ratifizierung braucht man dazu nicht - nur Mut.
Hartmut Wirth 19.10.23 13:20
Thailand und Russland 2.
Wie ich bereits zuvor gesagt habe: die wirtschaftlichen Interessen sind wichtig. Und der Premierminister ist Regierungschef von Thailand und hat deswegen die Interessen Thailands zu vertraten. Die Anmaßung Europas (vor allem Deutschlands) zu entscheiden, was Recht und Unrecht ist, gilt hier in Asien als Einmischung in die Angelegenheiten der asiatischen Staaten und ist nicht gern gesehen.

Sollen die Europäischer ihre Volkswirtschaften ruinieren, andere Staaten werden diesem Irrsinn offensichtlich nicht folgen.

Und den Moralapostel zu spielen, da ist Deutschland ja führend (siehe Doppelmoral)
Urs Widmer 19.10.23 13:20
Da gegen Putin ja ein internationaler Haftbefehl vorliegt, wird er dann wohl bei der Einreise verhaftet werden. Ironie off.
Ingo Kerp 19.10.23 13:10
Thailand ist zwar Mitglied von Interpol aber eben kein Mitglied beim Intern. Gerichtshof. So kann Putin unbelästigt und ohne Verhaftungsgfahr nach TH reisen. Die thail. Regierung kann einen Wunschkatalog zusammenstellen, was sie alles aus RUS beziehen moechte und Putin wird sicher erfreut JA sagen und sich über einen weiteren Kunden-Staat mit Devisen freuen. Wie die übrige Welt die thail. Haltung sieht, scheint der egal zu sein.
Helmut Loehr 19.10.23 13:10
Warum eigentlich nicht
Ich finde das gut. Thailand hält sich aus allem raus und bleibt neutral.
Günter Jack 19.10.23 12:30
Damit hat sich die weitere Annäherung Thailands an die EU wohl erledigt.
David Ender 19.10.23 11:40
Wir halten also fest ...
... der zur Festnahme ausgeschriebene Oberst Putin kann noch nach China reisen, nach Nordkorea, Syrien und Eritrea. Und nach Thailand? Interessant wo das Koenigreich so seine "besten Freunde" zu haben scheint. Na wenigstens grenzt Thailand ja nicht direkt an Russland, somit muss man keine Angst vor russischen Expansionsfantasien haben. Man wollte lachen, wenn diese feige, jede ethischen Mindeststandards vermissende thailaendische Aussenpolitik nicht so traurig waere. Nunja, in der Not frisst der Teufel eben Fliegen. Konkret - Herr Srettha einen russischen Kriegsverbrecher.

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