Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Vor kritischem Amerika-Gipfel: Jill Biden wirbt um Einheit

QUITO: Vor dem Amerika-Gipfel in zweieinhalb Wochen hat die First Lady der USA in Ecuador um Einheit unter den Demokratien der Region geworben. «Wir sind miteinander verbunden, vor allem auf dem amerikanischen Kontinent. Wenn eine Nation von Autoritarismus, einer Gesundheitskrise oder Armut betroffen ist, dauert es nicht lange, bis die gleichen Probleme uns alle erreichen», sagte Jill Biden am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Rede im Präsidentenpalast in Quito. «Aber wenn Nationen hier in Südamerika sich die Demokratie zu eigen machen, sind sie der lebende Beweis dafür, dass Regierungen für die Menschen, die sie vertreten, etwas leisten können, und sie inspirieren andere, ihrem Beispiel zu folgen.»

Vom 6. bis zum 10. Juni richten die USA in Los Angeles den 9. Amerika-Gipfel aus. Wegen Spekulationen, dass die Staatschefs der linksautoritären Regierungen von Kuba, Venezuela und Nicaragua nicht eingeladen werden, gibt es allerdings Unmut. So hat etwa der mexikanische Staatschef Andrés Manuel López Obrador angekündigt, dem Treffen fernzubleiben, sollten nicht alle Länder der Region eingeladen werden. Auch die Teilnahme des rechten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro war zunächst noch unklar - wenn auch aus anderen Gründen.

Sollten die Staatschefs der wichtigsten lateinamerikanischen Länder nicht zu dem Treffen kommen, könnte der Gipfel nach Einschätzung von Beobachtern zu einer Schlappe für US-Präsident Joe Biden werden.

«Für den Gipfel haben sich unsere Staats- und Regierungschefs eine ehrgeizige Agenda vorgenommen, um gemeinsam eine gerechte und nachhaltige Zukunft aufzubauen, die Gesundheit und die Widerstandsfähigkeit gegen Pandemien zu stärken und die demokratische Regierungsführung zu verbessern», sagte Jill Biden in Quito. Nach ihrem Besuch in Ecuador will die First Lady Panama und Costa Rica besuchen.


Welle reißt Eltern und Tochter in den Tod

PLOGOFF: Eine Welle an der bretonischen Küste in Frankreich hat ein Elternpaar und dessen jugendliche Tochter in den Tod gerissen. Drei weitere Kinder des Paars überlebten die Tragödie bei Plogoff am Donnerstagabend unversehrt, wie der Sender France Info unter Verweis auf die Präfektur berichtete. Rund 100 Rettungskräfte suchten nach den Opfern. Die Familie sei über einen öffentlich zugänglichen Deich in der Nähe der Pointe du Raz, einem felsigen Kap, gelaufen, als sie wahrscheinlich von einer ungewöhnlich hohen Welle erfasst wurde.

Es herrschte aber keine besonders problematische Wetterlage, wobei vom Meer dort immer eine Gefahr ausgeht, wie die Präfektur mitteilte. Ein Ermittlungsverfahren soll mit Hilfe von Zeugenaussagen klären, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Die Familie stammt den Angaben nach aus der Region.


Züge fahren nach wetterbedingten Störungen wieder in die Niederlande

DÜSSELDORF: Nach Einschränkungen im Zugverkehr zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen wegen eines heftigen Gewitters fahren die Fernzüge wieder ohne Einschränkungen. Das teilte die Deutsche Bahn am Donnerstagabend auf Twitter mit. Auch die Strecke zwischen Köln und Düsseldorf sei nach der Reparatur der Oberleitung nun wieder frei.

Aufgrund des Unwetters waren Züge auf der Strecke zwischen Köln und Amsterdam am Donnerstag vorübergehend über Venlo umgeleitet worden. Dabei soll es zu Verspätungen und Haltausfällen gekommen sein. Bahn-Reisende wurden währenddessen gebeten, die Reiseverbindung auf den Online-Portalen oder der Bahn-App zu überprüfen.


Im orangenen Overall: Schütze von Buffalo offiziell angeklagt

BUFFALO: Der mutmaßliche Schütze von Buffalo ist nach der Tötung von zehn Schwarzen aus offenbar rassistischen Gründen offiziell wegen Mordes angeklagt worden. Die Anklage der sogenannten Grand Jury wurde am Donnerstag in einem Gericht im Beisein des 18-jährigen Weißen verkündet. Er trug einen orangenen Overall, Handschellen sowie eine weiße Gesichtsmaske. Er hatte bereits vor einigen Tagen auf nicht schuldig plädiert.

Am Samstag hatte ein Schütze mit einem Sturmgewehr vor und in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Er wurde noch am Tatort festgenommen. Den Ermittlern zufolge war die Tat rassistisch motiviert - 11 der 13 Opfer waren schwarz. Buffalo hat eine mehrheitlich schwarze Bevölkerung.

Die Tat hat die USA geschockt, Präsident Joe Biden nannte sie «schlicht und einfach Terrorismus». Die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen (White Supremacy) sei «giftig» und habe keinen Platz in Amerika. Er rief alle Menschen im Land dazu auf, diese «Lüge» zurückzuweisen.


Mercedes-Benz versteigert Uhlenhaut-Coupé für 135 Millionen Euro

STUTTGART: Der Autobauer Mercedes-Benz hat eines von laut Unternehmen nur zwei Exemplaren des 300 SLR Uhlenhaut-Coupés für 135 Millionen Euro versteigert. Der nach dem Ingenieur Rudolf Uhlenhaut benannte Wagen aus dem Jahr 1955 ist damit nach Angaben von Mercedes das bis dato teuerste Auto.

Wie das Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, fand der Verkauf bei einer Aktion am 5. Mai im Museum des Autokonzerns statt. Der Käufer sei ein privater Sammler. Das zweite Exemplar bleibe im Besitz von Mercedes und werde weiter in dem Museum ausgestellt.

Die Uhlenhaut-Coupés seien «Meilensteine der Sportwagen-Entwicklung und wichtige historische Eckpfeiler unserer Marke», sagte Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender von Mercedes-Benz, laut einer Mitteilung. Mit dem Erlös werde ein weltweites Stipendienprogramm, der «Mercedes-Benz Fund», finanziert. Damit solle eine neue Generation ermutigt werden, neue Technologien zu entwickeln, insbesondere zu Dekarbonisierung und Ressourcenschonung, so Källenius. Die Gelder seien für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler vorgesehen, die ansonsten nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.


Zwei Bronzemedaillen für deutsches Taekwondo-Team zum EM-Start

MANCHESTER: Ela Aydin und Imran Özkaya haben der Deutschen Taekwondo Union zum Auftakt der Europameisterschaft in Manchester zwei Medaillen beschert.

Das Duo gewann am Donnerstag jeweils Bronze. Die Dachauerin Aydin, die in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm an den Start ging, wiederholte damit ihren Erfolg von der EM im Vorjahr. Der Neu-Ulmer Özkaya erkämpfte in der Klasse bis 63 Kilogramm seine erste EM-Medaille im Seniorenbereich. Das Turnier läuft noch bis Sonntag. Insgesamt sind 14 deutsche Athletinnen und Athleten dabei.


Biden bricht zu Asien-Reise auf - Stopps und Japan

SEOUL: US-Präsident Joe Biden ist zu seiner ersten Asien-Reise im Amt aufgebrochen. Biden stieg am Donnerstagmittag (Ortszeit) auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews unweit der US-Hauptstadt Washington in das Flugzeug Air Force One. Sein erster Stopp ist die südkoreanische Hauptstadt Seoul, am Sonntag fliegt er weiter nach Japan. Die beiden Länder sind die engsten Verbündeten der USA in der Region.

Im Mittelpunkt seines Aufenthalts in Seoul steht ein Treffen mit dem neuen südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol. Dabei wird es vor allem um die Stärkung der Allianz der beiden Länder sowie die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel und in der Region gehen. Ein Besuch der demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen Süd- und Nordkorea ist nach Angaben des Weißen Hauses nicht geplant.

In Japan trifft Biden Staats- und Regierungschefs der indopazifischen Quad-Allianz. Zu der Gruppe zählen neben den USA auch Japan, Australien und Indien. In dem Vierer-Bündnis geht es auch immer um die Frage, wie die demokratischen Partner Chinas Vormachtsanspruch in Asien begegnen können.


Zugverkehr zwischen Köln und Amsterdam aufgrund von Gewitter gestört

DÜSSELDORF: Der Zugverkehr zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen ist wegen eines heftigen Gewitters derzeit nur eingeschränkt möglich.

Wie die Deutsche Bahn am Donnerstagabend mitteilte, ist die Strecke zwischen Köln und Amsterdam betroffen. Derzeit würden die Züge über Venlo umgeleitet, hieß es auf Twitter. Wie lange die Störung anhält, war noch unklar. Es komme zu Verspätungen und Haltausfällen. Bahn-Reisende wurden gebeten, die Reiseverbindung auf den Online-Portalen oder der Bahn-App zu überprüfen.


Präsident Nicaraguas: Kein Interesse an Amerika-Gipfel in den USA

MANAGUA: Nach Diskussionen um einen Ausschluss Nicaraguas von einem Amerika-Gipfel Anfang Juni in den USA hat der Präsident des Landes, Daniel Ortega, sein Fernbleiben signalisiert. «Ich sage dem Yankee von hier aus: Vergesst es; wir sind nicht daran interessiert, an diesem Gipfel teilzunehmen», sagte der autoritäre Staats- und Regierungschef des mittelamerikanischen Landes am Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung in Managua.

Die Präsidenten Mexikos und Boliviens hatten ihre Teilnahme an dem Gipfel vom 6. bis 10. Juni in Los Angeles infrage gestellt, sollten Länder wie Kuba, Nicaragua oder Venezuela wegen der aus US-amerikanischer Sicht demokratiefeindlichen Haltungen ihrer Regierungen nicht eingeladen werden. Ein Vertreter des US-Außenministeriums hatte dies zuvor ins Spiel gebracht. Ein hochrangiger Beamter der US-Regierung hatte am Montag betont, die Entscheidungen zu den Gipfel-Einladungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei schloss am Mittwoch nach Spannungen mit der US-Regierung seine Teilnahme aus.


Argentinien will Anliegen der Schwellenländer in den Fokus rücken

BUENOS AIRES: Argentinien will im internationalen Dialog die Kräfte der Schwellenländer bündeln. «Die Bedürfnisse der Schwellenländer werden seit Jahrzehnten missachtet», sagte der argentinische Außenminister Santiago Cafiero am Donnerstag bei einem virtuellen Treffen der Außenamtschefs der BRICS-Staaten. «Wir müssen die Interessen unserer Länder in das Zentrum internationaler Gespräche und Verhandlungen rücken.»

Zu den BRICS-Staaten der aufstrebenden Volkswirtschaften gehören Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Gemeinsam stehen sie für 42 Prozent der Weltbevölkerung und 24 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Argentinien möchte Mitglied der BRICS-Staaten werden. Präsident Alberto Fernández wird auf Einladung von China am virtuellen BRICS-Gipfel am 24. Juni teilnehmen.

«Auch wenn wir es gerade mit einer weltweiten Krise zu tun haben, sind die Schwellen- und Entwicklungsländer stärker von dem historischen Anstieg der Lebensmittel-, Düngemittel- und Energiepreise sowie dem erhöhten finanziellen Druck betroffen, da wir nicht über ausreichende Ressourcen verfügen, um diese neuen Herausforderungen in so kurzer Zeit zu bewältigen», sagte Cafiero. «Es besteht die ernste Gefahr, dass sich die Kluft zwischen Entwicklungs- und Industrieländern weiter vergrößert.»


Gespräche über Jamaika-Neuauflage in Schleswig-Holstein gescheitert

KIEL: Das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein bekommt voraussichtlich doch eine neue Regierungskoalition. In einem Sondierungsgespräch konnten sich die Spitzen von CDU, Grünen und FDP am Donnerstag in Kiel nicht auf Verhandlungen über eine Fortsetzung ihres sogenannten Jamaika-Bündnisses verständigen. Er bedauere dies außerordentlich, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach mehrstündigen Beratungen in einem Kieler Hotel. Er habe sich ein anderes Ergebnis gewünscht. Nun werde der CDU-Landesvorstand am Montag über die Situation beraten und einem der beiden bisherigen Koalitionspartner ein Angebot für Sondierungsgespräche machen.

Mit 43,4 Prozent hatte die CDU bei der Landtagswahl am 8. Mai nur um ein Mandat die absolute Mehrheit im Landtag von Kiel verfehlt. Sie hätte somit auch nur mit den Grünen oder der FDP eine sichere Mehrheit im Parlament - trotzdem hatte Günther für eine Fortsetzung des Dreierbündnisses geworben, das seit 2017 zusammen den Norden regiert.

Günther hatte als CDU-Landesvorsitzender Grüne und FDP zu dem Treffen am Donnerstag eingeladen. Am Dienstag hatte bereits ein von Günther geführtes Viererteam der CDU mit den Spitzen beider Parteien getrennt gesprochen - fünf Stunden lang mit den Grünen und zwei Stunden mit der FDP. Die Spitzen von Grünen und FDP hatten dabei bereits ihre klaren Präferenzen jeweils für eine Zweierkoalition mit der CDU bekundet, sich aber auch für Gespräche darüber hinaus bereiterklärt.

Günther hatte seinen Kurs pro Dreierbündnis auch mit einem hohen Ansehen der Koalition in der Bevölkerung begründet. Bei der Landtagswahl hatten sich neben der CDU auch die Grünen mit 18,3 Prozent deutlich verbessert, während die FDP nach starken Verlusten nur noch auf 6,4 Prozent kam.


Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz soll Konzern bis 2028 führen

ESSEN: Die Thyssenkrupp-Vorstandsvorsitzende Martina Merz soll den Stahl- und Industriekonzern weitere fünf Jahre leiten.

Wie das Unternehmen in Essen mitteilte, hat der Aufsichtsrat am Donnerstag die Verlängerung des bestehenden Vertrages für den Zeitraum April 2023 bis Ende März 2028 beschlossen. «Stellvertretend für den gesamten Aufsichtsrat danke ich Martina Merz dafür, dass sie entschlossen den Umbau von Thyssenkrupp angeht», erklärte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Siegfried Russwurm, laut der Mitteilung. Die gelernte Maschinenbauingenieurin leitet den Konzern seit Oktober 2019.


Präsident Finnlands: Nato-Beitritt ist «historischer Schritt»

WASHINGTON: Der finnische Präsidenten Sauli Niinistö hat den angestrebten Beitritt seines Landes und Schwedens zur Nato als «historischen Schritt» bezeichnet. Bei einer Pressekonferenz mit US-Präsident Joe Biden und Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson im Weißen Haus in Washington rief Niinistö die Nato-Mitgliedsstaaten dazu auf, den Beitrittsanträgen schnell zuzustimmen.

Niinistö kündigte weitere Gespräche mit der Türkei an, die das Verfahren für die Aufnahme von Schweden und Finnland in die Nato vorerst blockiert hat - die Regierung in Ankara macht Sicherheitsbedenken geltend. Der finnische Präsident betonte, als Nato-Mitglied werde man sich auch für die Sicherheit der Türkei einsetzen. Man sei bereit, alle Bedenken der Türkei zu besprechen.


Biden: Beitritt Finnlands und Schwedens macht Nato stärker

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat seine volle Unterstützung für die Anträge Finnlands und Schwedens zur Aufnahme in die Nato zum Ausdruck gebracht. Bei einer Pressekonferenz mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö und Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson im Weißen Haus sagte Biden, er sei stolz darauf, die Anträge der beiden Staaten auf Beitritt zum «stärksten und mächtigsten Verteidigungsbündnis der Weltgeschichte» zu unterstützen. «Finnland und Schweden machen die Nato stärker.» Eine starke Nato sei die Grundlage für die Sicherheit der USA.

Biden betonte bei der Pressekonferenz am Donnerstag, schon jetzt seien Finnland und Schweden enge Partner der Vereinigten Staaten. Der US-Präsident forderte den Kongress dazu auf, den Beitritt der beiden Staaten schnell zu ratifizieren. Er betonte, die Nato sei ein Verteidigungsbündnis. «Der Beitritt neuer Mitglieder zur Nato stellt für keine Nation eine Bedrohung dar.»


«Ocean Viking» rettet fast 160 Migranten im Mittelmeer

ROM: Die Hilfsorganisation SOS Mediterranee hat im zentralen Mittelmeer fast 160 Menschen von zwei überfüllten Schlauchbooten aus Seenot gerettet. Die Crew der «Ocean Viking» nahm die Menschen am Donnerstagvormittag in der libyschen Such- und Rettungszone an Bord, schrieb die Organisation auf Twitter. Einen verletzten Mann holten die freiwilligen Helfer per Krankentrage auf das Schiff.

Die spanische Organisation Open Arms traf am Mittwoch nach eigenen Angaben mit ihrer Segelyacht «Astral» auf zwei Boote mit insgesamt mehr als 110 Migranten in Seenot. Sie alarmierte die italienischen Behörden.

Das Schiff «Geo Barents» von Ärzte ohne Grenzen hatte am Mittwoch nach einer Woche Warten einen sicheren Hafen zugewiesen bekommen, wie die Organisation mitteilte. Die Crew darf die rund 470 im Mittelmeer geretteten Bootsmigranten nach Augusta auf Sizilien bringen. Einen Tag zuvor hatten die deutschen Seenotretter von Sea-Watch 145 Gerettete dorthin gebracht.

Von den Küsten Nordafrikas machen sich immer wieder Menschen auf über das Mittelmeer in Richtung EU. Italien ist ein häufig gewähltes Ziel, wo Stand Mittwoch nach Daten des Innenministeriums in diesem Jahr bislang fast 15.900 Migranten in Booten ankamen. Zum selben Zeitraum im Vorjahr war diese Zahl um etwa 2500 niedriger.


Aus Holzkiste befreiter Puma mag nicht aus München wegziehen

MÜNCHEN: Für den Polizisten war es ein eindrückliches Erlebnis, als er vor sechs Wochen bei einer Autokontrolle in einer Kiste einen knurrenden Puma entdeckte. Wochenlang aufgepäppelt, sollte das Tier nun ein dauerhaftes Zuhause kommen. Doch Pele weigerte sich.

Der Puma, der im März aus einer Holzkiste im Auto befreit wurde, hat bei seinem geplanten Umzug nach Österreich nicht mitgespielt. «Pele macht uns einen Strich durch die Rechnung, weil er nicht in die Transportkiste geht», sagte der Leiter der Münchner Auffangstation für Reptilien, Markus Baur, am Donnerstag. Stundenlang versuchte das Team, das Tier in die Box zu locken. Doch am Ende wurden die Bemühungen abgebrochen.

«Die Schwierigkeit ist, dass so ein Tier seinen eigenen Kopf hat», erläuterte Baur. Zwar habe das Team der Reptilienstation, wo das vor rund sechs Wochen mutmaßlich auf einer Schmuggelfahrt von der Polizei in der Oberpfalz entdeckte Männchen aufgepäppelt wurde, vorher mit dem Tier und einer anderen Box geübt. «Doch die Kiste für den eigentlichen Transport riecht anders, ist kleiner», schilderte Baur.

Als der Puma beim Zumachen der Kiste eine Berührung am Schwanz spürte, sei er sofort wieder rausgesprungen und habe keine Pfote mehr hineingesetzt. Es werde deshalb in den nächsten Wochen einen zweiten Anlauf geben, den Puma an seinen neuen Standort in der Tierwelt Herberstein in Stubenberg am See in der österreichischen Steiermark umzusiedeln. In dem Zoo wartet in einer großen, naturnahen Anlage ein Puma-Weibchen auf ihn. Damit die Dame nicht noch einmal versetzt wird, wird das Team mit Pele weiter trainieren - diesmal mit der dann zum Einsatz kommenden Transportbox.


Historische Hitzewelle erfasst Frankreich

PARIS: Eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 35 Grad lässt in Frankreich Temperaturrekorde purzeln. So war es im Süden in Montélimar mit 32,9 Grad am Dienstag so heiß wie zuletzt an einem Maitag 1945, teilte der französische Wetterdienst mit. Auf der Insel Île de Bréhat, an der Nordküste der Bretagne, wurde mit 27,8 Grad gar ein Rekord für einen Maitag von 1922 gebrochen. In Lyon war es fünf Tage in Folge wärmer als 30 Grad, zuletzt war dies in einem Mai im Jahr 1945 der Fall. Es zeichne sich bereits ab, dass der Mai den bisher heißesten Mai im Jahr 2011 übertreffen werde, erklärte der Wetterdienst. Auf einen ungewöhnlich heißen Sommer deuteten die Temperaturen aber keineswegs hin.

In 16 Departements sind Landwirte und Privathaushalte bereits zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen, teilte das Umweltministerium mit. In 22 Departements bestehe ein erhöhtes Dürrerisiko, berichtete der Sender France Info.


Keine Wiesn: Geplantes Volksfest darf nicht als «Oktoberfest» werben

MÜNCHEN/DUBAI: Die Organisatoren eines seit mehr als einem Jahr geplanten «Oktoberfests» in Dubai dürfen nicht mehr damit werben, die echte Wiesn ziehe nach Dubai um. Sie verpflichteten sich am Donnerstag im Prozess vor dem Oberlandesgericht München, Formulierungen wie «Oktoberfest goes Dubai» sowie «Oktoberfest Dubai» oder «Das traditionelle Oktoberfest am Ort der EXPO 2021 Weltausstellung» zu unterlassen, wenn sie gekoppelt sind mit einer sinngemäßen Aussage, das Münchner Oktoberfest ziehe nach Dubai um.

Der Veranstalter habe eine umfangreiche Unterlassungserklärung gegenüber der Stadt München abgegeben, woraufhin der Rechtsstreit für erledigt erklärt worden sei, teilte ein OLG-Sprecher nach der rund zweistündigen Verhandlung mit. Auch Fotos der echten Wiesn oder Bilder, etwa auch mit Schriftzügen wie «Das größte Volksfest der Welt in Dubai», dürfen die Veranstalter des mehrfach verschobenen Events nicht mehr verwenden.

Bereits im vergangenen Sommer hatte das Landgericht München entschieden, diese Art der Reklame bediene sich am Weltruf der Wiesn in der bayerischen Landeshauptstadt. Mit Ankündigungen wie «Oktoberfest goes Dubai» hätten die Veranstalter den falschen Eindruck erweckt, das Traditionsfest ziehe in das arabische Emirat um, entschied das Landgericht München I damals auf Antrag der Stadt München. Gegen diese Entscheidung hatten die Veranstalter des Dubaier Events Rechtsmittel eingelegt.


Polizei: Juwelier-Einbruchserie in fünf Staaten aufgeklärt

GÜSTROW/STETTIN: Polnische und deutsche Ermittler haben eine mehrjährige Einbruchserie bei Juwelieren in fünf europäischen Staaten aufgeklärt. Wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes Schwerin am Donnerstag mitteilte, haben Zielfahnder in dem Zusammenhang einen 29-jährigen Mann in der Region Stettin (Szczecin) gefasst, der wegen schweren Bandendiebstahls mit mehreren Haftbefehlen gesucht wurde. Die Gruppe um den Mann aus Polen soll seit 2012 mindestens 20 Geschäfte in Deutschland, Polen, der Schweiz, Österreich und Finnland überfallen haben, weshalb die Kriminalpolizei in mehreren Bundesländern gegen die Tatverdächtigen ermittelte.

Einer der Tatorte war Güstrow im Landkreis Rostock, weshalb die Staatsanwaltschaft Rostock den Fahndungsfall federführend bearbeitet. Die polnische Bande soll einen Stehlschaden von rund 6,5 Millionen Euro angerichtet haben. Sie seien bei ihren Überfällen immer auf ähnliche Weise vorgegangen. Weitere Einzelheiten könnten mit Rücksicht auf die Ermittlungen noch nicht genannt werden. Der 29-Jährige habe erklärt, dass ihn seine Flucht bereits mehrere hunderttausend Euro gekostet habe. Die Ermittler konnten ihn anhand von DNA-Spuren überführen.


In Belgrad vermisster junger Kroate tot in der Donau gefunden

BELGRAD: Ein seit mehr als vier Monaten in Belgrad vermisster junger Kroate ist tot in der Donau gefunden worden.

Seeleute hatten seine Leiche am Mittwoch im Donauabschnitt des Belgrader Stadtteils Ada Huja entdeckt. Die Behörden stellten anschließend fest, dass es sich um den vermissten Matej Peris aus der kroatischen Adria-Stadt Split handelte, berichtete die Nachrichtenagentur Tanjug. Der Fall hatte seit dem Verschwinden des 27-Jährigen sowohl in Serbien als auch in Kroatien für großes Aufsehen und Anteilnahme gesorgt.

Peris wollte zusammen mit Freunden Silvester in Belgrad feiern. In der Nacht zuvor entfernte er sich in einem Nachtclub von der Gruppe. Bilder einer Überwachungskamera zeigten ihn zuletzt, wie er über eine Treppe zum Fluss Save hinabstieg. In Belgrad mündet die Save in die Donau.

Der Fundort der Leiche befand sich rund acht Kilometer vom Ort der letzten Kamerabilder entfernt. Als Todesursache gaben die Behörden laut Tanjug Ertrinken an. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zur Anteilnahme am Schicksal des Vermissten trug auch bei, dass sein Vater Nenad Peris selbst für zwei Monate nach Belgrad gekommen war. In den Medien bat er immer wieder um verstärkte Bemühungen zur Suche nach seinem Sohn.


Mordfantasien umgesetzt - Lebenslange Haft für Mann in England

PLYMOUTH: Um seine Mordfantasien umzusetzen, hat ein Mann in England eine zufällig ausgewählte 18-Jährige brutal mit einem Hammer erschlagen. Ein Gericht in der südwestenglischen Stadt Plymouth verurteilte den 24-Jährigen deshalb am Donnerstag zu lebenslanger Haft. Er muss mindestens 30 Jahre hinter Gittern verbringen.

Der Mann hatte die junge Frau im November 2021 an einer Bushaltestelle überfallen und mit einem Zimmermannshammer zugeschlagen. Als er merkte, dass sie noch lebte, zerrte er sie in sein Auto und fuhr davon. An einem entfernten Ort schlug der Mann dann erneut mehrmals auf sein Opfer ein und ermordete die 18-Jährige. Wenige Tage später stellte er sich der Polizei und gestand den Mord.

Der Täter hatte eine «morbide Faszination» für Serienmörder, wie die Gerichtsverhandlung ergab. Ermittler fanden auf seinem Handy Tausende Bilder «von verstörender und dunklen Natur», die an Horrorfilme erinnert hätten. Vor allem Ted Bundy, der in den 1970er Jahren Dutzende Frauen vergewaltigte und ermordete und 1989 hingerichtet wurde, hatte es dem Mann angetan.


Mangelnder Datenschutz: EU-Kommission startet Verfahren gegen Berlin

BRÜSSEL: Die EU-Kommission geht wegen mangelndem Datenschutz in der Strafverfolgung gegen Deutschland vor. Die Brüsseler Behörde teilte am Donnerstag mit, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Berlin zu starten, an dessen Ende eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof stehen könnte. «Deutschland hat die Bestimmung, wonach die Datenschutzaufsichtsbehörden über wirksame Abhilfebefugnisse unterschiedlicher Art verfügen müssen, nicht ordnungsgemäß umgesetzt», hieß es. Die Datenschutzaufsichtsbehörden müssten in der Lage sein, ihre Befugnisse auszuüben.

Die Bundesregierung hat nun zwei Monate Zeit, auf das Schreiben aus Brüssel zu reagieren. Sollten die Bedenken der EU-Kommission dann nicht ausgeräumt sein, könnte die Behörde das Verfahren vorantreiben.


Diebe bringen geklaute Götterstatuen zurück - nach Alpträumen

NEU DELHI: In Indien haben Diebe 16 Götterstatuen aus einem 300 Jahre alten hinduistischen Tempel geklaut - und später 14 davon wieder zurückgebracht. Der Grund zur Rückgabe: Die Diebe hätten nach dem Diebstahl vergangene Woche unter Alpträumen gelitten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Ein Priester habe die metallenen Statuen sechs Tage nach deren Verschwinden im Bundesstaat Uttar Pradesh in einem Sack in der Nähe seines Zuhauses gefunden. Daneben habe auf einem handgeschriebenen Zettel gestanden, dass die Diebe unter Alpträumen litten, den Priester bitten würden, die Statuen in den Tempel zurückzustellen, und um Vergebung bitten.

Die Statuen seien laut den Tempelverantwortlichen mehrere Hundert Euro wert. Zwei Götterstatuen würden noch vermisst, sagte der Polizeisprecher. Vier Verdächtige seien zur Befragung in Gewahrsam genommen worden.


Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen

WASHINGTON: In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche höher ausgefallen als erwartet. Die Zahl sei um 21.000 auf 218.000 geklettert, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 200.000 Anträgen gerechnet. Das Niveau der Hilfsanträge bleibt trotz des Anstiegs im längeren Vergleich niedrig.

Die wöchentlichen Erstanträge gelten als kurzfristiger Indikator für die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts. Die US-Notenbank Fed berücksichtigt die Lage am Jobmarkt in ihrer Geldpolitik. Angesichts der robusten Entwicklung und der hohen Inflation hat die Fed ihren Leitzins Anfang Mai zum zweiten Mal in Folge und merklich angehoben. Sie hat zudem weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt.


EU-Kommission: Vertrauen in Justiz in vielen Ländern zurückgegangen

BRÜSSEL: Das Vertrauen in die Justiz hat in vielen EU-Staaten zuletzt gelitten. Die von der Öffentlichkeit wahrgenommene Unabhängigkeit von Gerichten und Richtern ist im vergangenen Jahr in 14 Ländern zurückgegangen, wie aus dem am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten EU-Justizbarometer hervorgeht. Besonders gering ist das Vertrauen in der Slowakei, in Polen und in Kroatien. In Deutschland bewerteten die Unabhängigkeit der Justiz zwar mehr Menschen als im Vorjahr als «sehr gut», jedoch deutlich weniger als «eher gut». Beide Werte zusammen liegen jedoch noch bei rund 75 Prozent, womit Deutschland EU-weit auf Platz sechs liegt. Vergangenes Jahr lagen beide Werte zusammen bei rund 80 Prozent.

EU-Kommissionsvize Vera Jourova zeigte sich alarmiert: «Die Tatsache, dass die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Justiz im Vergleich zum Vorjahr in etwa der Hälfte aller Mitgliedstaaten zurückgegangen ist, ist besorgniserregend und zeigt, dass wir alle handeln müssen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Justizsystem wiederherzustellen.»

Im Juli will die EU-Kommission sogenannte Rechtsstaat-Berichte zu allen Ländern vorstellen. Darin analysiert sie systematisch den Zustand etwa von Gewaltenteilung, Medienvielfalt und der Unabhängigkeit der Justiz in den EU-Staaten. Erstmals will die Behörde auch Empfehlungen machen, wie die Situation verbessert werden kann.


Antiquitätenhehler mit rund 1800 Münzen aufgeflogen

TEL AVIV: Ein Antiquitätenhehler in Israel ist nach Behördenangaben mit rund 1800 seltenen Münzen, Ringen und Keilschrifttafeln aufgeflogen. Es gebe den Verdacht, dass die Stücke von antiken Stätten in Israel gestohlen worden seien, teilte die Israelische Altertumsbehörde (IAA) am Donnerstag mit. Der mutmaßliche Dealer habe die Stücke ins Ausland verkaufen wollen. Unter den entdeckten Artefakten seien unter anderem rund 2500 Jahre alte Silbermünzen und bis zu rund 2000 Jahre alte Bronzemünzen.

Bei der Untersuchung der Stücke habe sich herausgestellt, dass an manchen noch frische Erde klebte, hieß es weiter. Es bestehe der Verdacht, dass die Artefakte von antiken Stätten aus dem ganzen Land stammten. «Es bricht einem das Herz, an die vielen antiken Stätten zu denken, die für den finanziellen Vorteil von Händlern zerstört wurden, die Wertgegenstände unseres Kulturerbes verkauften», sagte der zuständige IAA-Inspekteur Ian Hadad. «Wir sprechen über unsere gemeinsame Geschichte - und es wird unmöglich sein, das zu rekonstruieren.»

Es seien zudem Dutzende Münzen in Briefumschlägen mit Adressen im Ausland entdeckt worden, teilte die Behörde mit. Es bestehe der Verdacht, dass der Mann bereits Tausende Münzen außer Landes geschmuggelt habe. Er habe früher im Antiquitätenhandel gearbeitet und kenne die Gesetze. Die Polizei habe den Mann vernommen, hieß es weiter.


Riesenschildkröten aus Heidelberg wohnen vorübergehend in Prag

HEIDELBERG: Vier Riesenschildkröten aus Heidelberg gehen auf Städtereise nach Prag. Emil, Iulius, Hemingway und Einstein kommen so lange in Tschechien unter, bis ihr von einem Sturm beschädigtes Domizil in Baden-Württemberg wieder aufgebaut ist. Zugleich werde ihr Zuhause energetisch saniert, teilte der Heidelberger Zoo am Donnerstag mit. In ihrem Prager Domizil erwartet die Seychellen-Riesenschildkröten eine Anlage mit großzügigem Außenbereich, wo sie mit Artgenossen Sonne tanken können, hieß es.

Um die mehrere hundert Kilogramm schweren Reptilien zum Einstieg ins Reisemobil zu bewegen, brauchten die Tierpfleger viel Geduld und leckere Bananen-Snacks. Auch sei viel unterstützender Körpereinsatz der Pfleger notwendig gewesen, damit die Tiere unversehrt in den Transporter kamen.

Ganz auf Schildkröten verzichten, müssen Besucher im Zoo im badischen Heidelberg nun nicht: Kleinere Artgenossen, wie Strahlenschildkröten oder Ägyptische Landschildkröten, sind auch zum Welt-Schildkrötentag (23. Mai) dort zu sehen. Dann gibt es Tipps rund um die private Schildkrötenhaltung, eine Mitmach-Aktion und ein Schildkröten-Quiz.


23 Objekte aus Ethnologischem Museum gehen nach Namibia

BERLIN: Nach gemeinsamen Forschungen wissenschaftlicher Teams der beteiligten Museen werden 23 Objekte aus der Sammlung des Ethnologischen Museums der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach Namibia gebracht. Die Sammlungsstücke wie historische Alltagsgestände, Schmuck, Werkzeuge und Mode wurden am Donnerstag in Berlin für die Reise vorbereitet. Nach Angaben der Stiftung ist es keine offizielle Rückgabe. Es werde jedoch nicht davon ausgegangen, dass die Objekte wieder nach Deutschland zurückkehren.

Grundlage war eine aus Sicht der Stiftung «exemplarische Zusammenarbeit» mit der Museums Association of Namibia. Das von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Projekt basiere auf kooperativer Provenienzforschung mit Expertinnen und Experten aus Namibia in Berlin.

Zunächst war seit Frühjahr 2019 ein Wissenschaftsteam aus Namibia im Ethnologischen Museum aktiv. Gemeinsam mit den Berliner Zuständigen untersuchten sie Geschichte, Bedeutung und künstlerische Potenziale von etwa 1400 Objekten. Die daraus ausgewählten 23 Sammlungsstücke, Prestigeobjekte und historisch wichtigen Artefakte sollen in Namibia weiter erforscht werden und zudem zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern für die kreative Auseinandersetzung zur Verfügung stehen.


Mindestens 14 Tote nach Busunglück

GUADALAJARA: Bei einem Busunfall im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Das Bremssystem des Fahrzeugs mit Arbeitern eines Beerenbetriebs an Bord habe offenbar auf dem Weg nach Jocotepec auf einer Autobahn versagt, teilte der Zivilschutz des Bundesstaats in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) mit.

Der Fahrer habe noch versucht, den Bus zu stoppen. Das Fahrzeug sei daraufhin frontal gegen eine Mauer am Straßenrand geprallt, hieß es weiter. Die Mitarbeiter der Firma hätten ihre Arbeit für den Tag beendet und seien auf dem Weg nach Hause gewesen, zitierte die Zeitung «Milenio» Jaliscos Feuerwehrchef Francisco Encarnación. Zunächst hatte der Zivilschutz 13 Tote und 20 Verletzte gemeldet. Später sei im Krankenhaus auch der Busfahrer gestorben, womit die Zahl der Todesopfer auf 14 gestiegen sei.


Flucht übers Mittelmeer: Freispruch für Vater nach Tod seines Sohns

ATHEN: Knapp eineinhalb Jahre nach dem Tod seines Sohnes bei der Flucht über das Mittelmeer ist ein Migrant in Griechenland freigesprochen worden. Ein Gericht befand den Mann am Mittwoch für nicht schuldig, wie der Anwalt des Mannes am Donnerstag der dpa bestätigte.

Der damals 25 Jahre alte Flüchtling aus Afghanistan und sein sechs Jahre alter Sohn waren im November 2020 in einem Boot mit weiteren 22 Menschen an Bord von der türkischen Küste zur Insel Samos übergesetzt. Vor der Ankunft war das Boot jedoch bei schlechtem Wetter gekentert. Das Kind ertrank. Anschließend musste sich der Vater vor Gericht verantworten.

Er habe fahrlässig gehandelt, als er das Kind auf die gefährliche Reise, die zum Tod des Sechsjährigen führte, mitgenommen habe, lautete der Vorwurf. Bei einer Verurteilung hätten dem Vater bis zu zehn Jahre Haft gedroht. Die Anklage hatte international für Kritik gesorgt.


Täter schießt an Schule in Norddeutschland und verletzt Frau

BREMERHAVEN: An einem Gymnasium in Bremerhaven im Nordwesten Deutschlands ist am Donnerstag geschossen worden. Ein Mensch sei verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Demnach handelte es sich um eine Frau. Sie kam ins Krankenhaus.

Ob Lebensgefahr bestand, war zunächst unklar. Der Täter wurde nach der Tat festgenommen. Weitere Details zum Täter und der Tat gab die Polizei zunächst nicht bekannt.

Die Polizei in der Hafenstadt war mit Einsatzkräften vor Ort und bat die Bevölkerung, die Gegend zu meiden. Spezialkräfte durchsuchten die Schule. Bremerhaven liegt an der deutschen Nordseeküste und hat rund 114.000 Einwohner.


Rodenstock übernimmt spanischen Brillenglashersteller

MÜNCHEN: Der Brillenglashersteller Rodenstock übernimmt den spanischen Konkurrenten Indo Optical. Das Münchner Traditionsunternehmen teilte am Donnerstag mit, der Kauf ermögliche erhebliche Synergien und bessere Gewinnmargen. Rodenstock könne Marktanteile gewinnen und regional expandieren. Auf dem rasch wachsenden Markt Marokko, wo Indo Optical Marktführer sei, werde in Zukunft ein bedeutender Umsatzbeitrag erwartet.

Über die Details der Übernahme wurde Stillschweigen vereinbart. Der Abschluss wird nach Genehmigung durch die Kartellbehörden im dritten Quartal erwartet.

Die Rodenstock GmbH beschäftigt weltweit rund 4900 Mitarbeiter, produziert in 13 Ländern und hat im vergangenen Jahr 494 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Eigentümer ist die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners. Indo Optical beschäftigt 440 Mitarbeiter und betreibt Werke in Barcelona und Tanger.


WHO bestätigt: Wildpolio-Fall in Mosambik entdeckt

MAPUTO: Nach dem südafrikanischen Binnenstaat Malawi ist nun auch im Norden des Nachbarlandes Mosambik ein Fall von Wildpolio entdeckt worden. Dabei handelt es sich laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO um ein Kind aus der nordöstlichen Tete-Provinz. Es ist der erste Wildpolio-Fall in Mosambik seit 1992, wie die WHO am Donnerstag bestätigte.

In Malawi war eine großangelegte Impf-Kampagne für 2,9 Millionen Kinder gestartet worden, nachdem dort im Februar ein Fall nachgewiesen worden war. Es handelte sich dabei um den ersten Wildpolio-Ausbruch auf dem Kontinent seit 2016. Auch in Mosambik und anderen Ländern gab es daraufhin eine ähnliche Impfkampagne. Laboruntersuchungen hatten ergeben, dass das Virus offenbar aus der pakistanischen Sindh-Provinz eingeschleppt wurde - es gleicht dem dortigen Typ. Ähnliches gilt für den Fall in Mosambik.

Malawi hatte 1992 seinen letzten Polio-Fall verkündet und galt seit dem Jahr 2005 als komplett Polio-frei. Der Kontinent hatte das offizielle WHO-Statut als poliofreier Kontinent im August 2020 erhalten, nachdem mindestens vier Jahre lang kein derartiger Fall mehr auf dem Kontinent festgestellt wurde. Allerdings gab es in der Vergangenheit auch in Afrika vereinzelte Fälle einer abgeschwächten Form des Polios, des sogenannten Impfpolios. Denn die Polio-Impfung selbst kann in Einzelfällen eine sogenannte Impfpoliomyelitis auslösen.

Polio - oder auch Kinderlähmung - ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die Lähmungen auslösen und zum Tod führen kann. Vor allem bei Kleinkindern kann es dauerhafte Lähmungen hervorrufen. Verbreitet wird das hoch ansteckende Virus oft über verunreinigtes Wasser. Eine Heilung für Polio gibt es bisher nicht. Bis auf Afghanistan und Pakistan haben alle Länder der Welt bisher die Wildpolio-Viren besiegt.


Erster Fall von Affenpocken bestätigt

ANTWERPEN: In Belgien ist einem Bericht zufolge ein erster Fall von Affenpocken nachgewiesen worden. Die infizierte Person habe sich beim Institut für Tropenmedizin in Antwerpen gemeldet, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender VRT am Donnerstagabend unter Berufung auf die Forscherin Isabel Brosius. Die infizierte Person sei nicht sehr krank, hieß es. Die Kontakte der Person würden ermittelt.

Offenbar hat sich der Affenpocken-Erreger bereits längere Zeit unbemerkt in mehreren westlichen Ländern ausgebreitet, am Donnerstag waren dann bereits zahlreiche Nachweise aus Europa und Nordamerika bekannt, darunter aus Großbritannien, Spanien, Portugal und Schweden. Für Deutschland war zunächst kein Fall erfasst. Allerdings ist im Zuge der gestiegenen Aufmerksamkeit mit weiteren Nachweisen zu rechnen, wohl auch in anderen Regionen der Welt.

Affenpocken sind eine auf ein Virus zurückgehende Erkrankung. Der Erreger wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen - daher der Name Affenpocken. Die kursierende Variante des Affenpocken-Virus ruft nach Angaben der britischen Behörde UKHSA meist nur milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen.


Drei mutmaßliche Automatensprenger in den Niederlanden gefasst

FRANKFURT/MAIN: Drei Männer sind in den Niederlanden wegen des Verdachts von Geldautomatensprengungen in mehreren deutschen Bundesländern gefasst worden.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag mitteilten, sind die Beschuldigten 22, 27 und 28 Jahre alt. Sie sollen als mutmaßliche Angehörige einer kriminellen Organisation in den Niederlanden an mehreren Geldautomatensprengungen in Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz in den Jahren 2021 und 2022 beteiligt gewesen zu sein.


Britische Behörde meldet Bedenken an bei Suez-Übernahme durch Veolia

AUBERVILLIERS/LONDON: Der französische Abfallentsorger Veolia bekommt bei seiner geplanten Übernahme des Konkurrenten Suez Gegenwind aus Großbritannien. Wie die dortige Behörde Competition and Markets Authority (CMA) am Donnerstag mitteilte, gebe es Wettbewerbsbedenken in sieben von acht Märkten beim Abfall- und Wassergeschäft. Die beiden Unternehmen haben den Angaben zufolge nun bis 2. Juni Zeit, darauf zu reagieren. Mitte Juli will die CMA ihre endgültige Entscheidung bekannt geben. Die USA und die EU haben die Übernahme bereits genehmigt.

Die beiden weltweit tätigen Konzerne hatten im April 2021 nach monatelangem Streit die Weichen für ein Zusammengehen gestellt. Für Veolia ist es bereits der zweite Versuch, Suez zu übernehmen. 2012 war eine Übernahme unter anderem an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert.

Der neue Verbund soll früheren Angaben zufolge auf einen Umsatz von etwa 37 Milliarden Euro kommen, beschäftigt werden rund 230.000 Menschen.


VW will Plattformen für Elektroautos nach Indien liefern

WOLFSBURG/MUMBAI: Der VW-Konzern will seine Antriebs- und Batterieplattformen für Elektroautos künftig auch einem Hersteller auf dem großen Markt Indien zuliefern. Bis zum Ende dieses Jahres soll ein «verbindlicher Vertrag» darüber mit dem Autobauer Mahindra stehen, wie beide Partner am Donnerstag ankündigten. Ein erstes Kooperationsabkommen sei bereits geschlossen worden.

Es geht um Baugruppen wie Elektroantriebe, Batteriesysteme und bald womöglich auch eigene Batteriezellen, die Volkswagen in seinen internen Komponentenwerken produziert. Der Modulare Elektrobaukasten (MEB) kommt schon in mehreren E-Modellen des Konzerns zum Einsatz. Er ist aber als offenes System angelegt, aus dem sich teilweise auch andere Hersteller bedienen können. So will etwa der US-Konzern Ford mindestens zwei Elektrofahrzeuge auf Basis des MEB von VW bauen.

Indien gilt als einer der Automärkte mit dem größten Wachstumspotenzial, bisher sind dort aber vor allem Verbrenner unterwegs. In dem Schwellenland mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern sollen ab Mitte der 2030er Jahre nur noch emissionsfreie Fahrzeuge neu zugelassen werden.

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