Neue Regeln treffen Cannabis-Branche hart

Beamte des Departments für Thai-Traditionelle und Alternative Medizin (DTAM) sowie Polizeibeamte überprüfen die Rechtmäßigkeit eines Cannabis-Shops in der bei Touristen beliebten Khaosan Road in Bangkok. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Beamte des Departments für Thai-Traditionelle und Alternative Medizin (DTAM) sowie Polizeibeamte überprüfen die Rechtmäßigkeit eines Cannabis-Shops in der bei Touristen beliebten Khaosan Road in Bangkok. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Thailand verschärft seine Cannabispolitik nur drei Jahre nach der Entkriminalisierung: Seit Donnerstag (26. Juni 2025) dürfen die landesweit schätzungsweise 10.000 bis 18.000 Verkaufsstellen Cannabis nur noch auf Rezept abgeben. Jede Abgabe ist auf eine 30-Tage-Ration begrenzt, und verkauft werden darf ausschließlich Ware von Betrieben mit dem staatlichen „Good Agricultural and Collection Practices“-Zertifikat.

Mit den neuen Vorschriften setzt die von Premierministerin Paetongtarn Shinawatra geführte Pheu-Thai-Partei ihr Wahlversprechen um, Cannabis nur noch zu medizinischen Zwecken zuzulassen.​ Politischer Hintergrund ist ein Koalitionsstreit um Kabinettsposten, in dessen Folge die cannabisfreundliche Bhumjaithai-Partei aus der Regierung austrat und in die Opposition wechselte.

Branche warnt vor Rückkehr in den Untergrund

Für die noch junge Branche kommt der Kurswechsel zur Unzeit. „Diese Maßnahmen sind politische Rache, bezahlen muss die Öffentlichkeit“, kritisiert Rattapon Sanrak, Betreiber des „Highland Café“ in Bangkoks Backpacker-Viertel Khaosan Road, gegenüber Repoertern der „Bangkok Post“. Der Wettbewerb sei bereits hart, der Touristenzustrom geringer als erhofft – nun kämen hohe Zertifizierungs- und Kontrollkosten hinzu. Ein Großteil der Anbaubetriebe erfülle die neuen Auflagen noch nicht, was die Verlagerung des Handels in den Untergrund zur Folge haben dürfte.

Ein Verkäufer zeigt Cannabis in einem Cannabis-Shop in Bangkok. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Ein Verkäufer zeigt Cannabis in einem Cannabis-Shop in Bangkok. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

Gesundheitsminister Somsak Thepsutin kündigte an, Cannabis bald wieder auf die Liste illegaler Betäubungsmittel zu setzen. Künftig müsse jeder Laden für die Lizenz einen Arzt vor Ort beschäftigen. Die Verordnung wurde jedoch erst am Mittwochabend (25. Juni 2025) ohne Übergangsfrist veröffentlicht; zahlreiche Geschäfte schlossen tags darauf, um ihre Optionen zu prüfen. Einige Unternehmer erwägen eine Sammelklage, um die Umsetzung zumindest aufzuschieben.

Aktivisten warnen vor Rezept-Betrug

Auch in der Zivilgesellschaft wächst der Widerstand. Das Aktionsbündnis „Writing Thailand’s Cannabis Future“ ruft für den 7. Juli 2025 zu Protesten vor dem Gesundheitsministerium auf. Die neuen Regeln würden den Freizeitkonsum nicht stoppen, sondern den Handel mit gefälschten Rezepten fördern, warnt Generalsekretär Prasitchai Nunual: „Ein ärztliches Attest lässt sich problemlos kaufen – das öffnet Korruption Tür und Tor.“

Ein Cannabis-Shop ist am 26. Juni 2025 im bei Touristen beliebten Viertel Khaosan Road in Bangkok, Thailand, geschlossen. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Ein Cannabis-Shop ist am 26. Juni 2025 im bei Touristen beliebten Viertel Khaosan Road in Bangkok, Thailand, geschlossen. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

Nach Schätzungen der University of the Thai Chamber of Commerce belief sich der heimische Cannabismarkt 2022 auf rund 28 Milliarden Baht (865 Millionen US-Dollar). Ohne Einschnitte hätte er bis 2025 auf 43 Milliarden Baht wachsen können – eine Prognose, die nach dem abrupten Politikwechsel nun zur Disposition steht.

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Tom​ 30.06.25 13:03
Rechte
Jeder will Rechte, keiner will Pflichten und schon gar keine Verbote. Das Ergebnis zeigt sich zum Beispiel bei der Unfallstatistik in Thailand. Und sitze ich etwa in einem schönen Restaurant in Hua Hin, kann ich fast auf die (für mich) ekelhaft Ganja-Wolke warten. Rechte, Rechte, Rechte... das klappt schon deshalb nicht, weil die Gesellschaften immer rücksichtsloser werden.
Bonny Meiten 30.06.25 13:03
eine schande
Mehr Freiheit hätte Thailand gut zu gesicht gestanden.
Viel Freiheit - Steuern runter - Einwanderung erleichtern - liberaleres Rechtssytem und Thailand hätte ein besseres Dubai werden können.
Ein Mekka für Macher Wohlhabende Künstler Freidenker und kleine Investoren.
Plante HDV 28.06.25 17:38
Michael 28.06.25 15:55
"Generell gegen Verbote und auf vermeintliches Recht bestehen" Wenn jeder so denkt dann haben wir doch die Ursache für all unser Übel. Das ist es doch. In einer Gemeinschaft zu leben geht nicht ohne Regeln (Verbote).
Michael 28.06.25 15:55
@michael von wob 28.06.25 12:50
Wichtig nicht, aber ich bin generell gegen Verbote. Ich bin der Meinung jeder soll selbst entscheiden, was er konsumiert. Als erwachsender Mensch bestehe ich einfach auf dieses Recht. Und ja, natürlich müssen Kinder und Jugendliche geschützt werden. Das ist selbstverständlich, wie beim Alkohol auch. Ich trinke im Monat vielleicht 2-3 Bier, ebenso rauche ich 2-3 "Tüten". Aber nie zusammen. Bin also Gelegenheitskonsument. Beides ist für mich entspannend, wobei ich nach einem Bier am liebsten noch eins trinken würde, aber nach einer Tüte nie das Bedürfnis nach mehr habe.
Michael 28.06.25 13:02
Norbert Schettler 28.06.25 12:20
Gestern wurde mir aus Phuket berichtet, dass viele Shops schon gar nichts mehr verkaufen. Hier auf Samui ist jedoch alles wie immer. Habe mit (thailändischen) Shopbetreibern gesprochen die meinten, es wird eine Übergangsfrist bis Jahresende geben.
Norbert Schettler 28.06.25 12:20
Eilmeldung!
Habe soeben von einem Cannabis Versandhandel gehört, die Regierung hätte die "neuen Regeln" für die nächsten 30-60 Tage ausgesetzt.
Es heisst weiter: To celebrate this little Win, we are rolling out some special Deals for you.
Norbert Schettler 28.06.25 12:10
Natürlich wird die
Kriminalität steigen wenn Cannabis wieder als illegal eingestuft wird. Dafür werden dann aber die ganzen wahren Monster auch weniger.
Tom​ 28.06.25 11:56
Bravo?
Das wird bestimmt, wie bei vielen Dingen, wieder ne unendliche Geschichte. Und die Kriminalität wird auch steigen ...
PS. Ich mag das Zeug überhaupt nicht!
Ruedi STREULI 28.06.25 11:55
Weg mit dem Gestank
Sie haben es einfach übertrieben. Bald jeder 2.Laden ist ein Hanfshop.
Man kann sich bald nirgens mehr bewegen ohne diesen Dampf in der Nase zu haben.
Und jeder der Viel Geld in einen solchen laden gesteckt hat, wusste das bei Regierungswechsel das ganze wiederufen werden kann.
Thailand. mal hü,, mal hot Wie alles ob Visa oder Steuern was auch immer. Man weiss nie woran man ist.
Michael Wolf 28.06.25 11:54
Das ist sehr traurig für die jungen Thais die ihren eigenen kleinen Shop aufgemacht haben. das sowas einfach von einem Tag auf den anderen passiert finde ich schon verwirrend. Dadurch wird für einige bestimmt problematisch.
jaagen chon 28.06.25 11:53
"Erst denken, dann handeln"
Da hat man jetzt 3 Jahre gebraucht, bis man gemerkt hat, dass man mehr Probleme geschaffen als gelöst hat.
Der Staat hat eine Vorbildfunktion. Diese Funktion wurde hier mal wieder vollkommen verfehlt.
Wie die Zeugnisbeurteilung: "Der Schüler war bemüht!"
leschim alex 28.06.25 10:40
@Manfred May : "Arme Jungunternehmer, die .....
..... sich verschuldet haben".
Ich wuerde mal gerne wissen wieviele dieser Cannabis-Shops von Personen finanziert und eroeffnet wurden die in der Vergangenheit mit dem illegalen Handel mit C (und anderen Drogen) reich geworden sind. Fuer die tut es mir nicht leid wenn sie wegen der jetzt von der Regierung gemachten Kehrtwende Verluste erleiden.
Dieter Kowalski 28.06.25 09:00
@ Herr May
Wie man gut an diesem Beispiel erkennen kann, gibt es auch für Thais keinerlei Rechtssicherheit im Land.
Ein ewiges hü oder hott, nicht nur für Expats.
Michael R. 28.06.25 00:30
Kommentare im FARANG
Ja, da können sich die ach sooo braven Leserbriefschreiber beim FARANG wieder so richtig über etwas echauffieren. Nach dem Motto, was ich nicht mag, soll auch kein anderer tun!
Da wird von "Dreckszeug" und "ekelhaftem Gestank" geredet, nur noch peinlich. Hauptsache, ihr habt die Moral mit dem Löffel gefressen.
K.-U. Werner 27.06.25 22:00
Bravo...
... alles richtig gemacht! Jetzt nur noch auch strikt durchsetzen!!!
Jomtien Franky 27.06.25 20:20
Hoffentlich....
...hört dieser ekelhafte Gestank von diesem Dreckszeug endlich auf! Es ist teilweise unerträglich, wie rücksichtslos geraucht wurde, auch in Anwesenheit von Kindern im öffentlichen Raum.
Manfred May 27.06.25 18:00
Neue Regeln treffen Cannabis Branche
Drei Schritte vorwärts vier zurück, super. Die armen Jungunternehmer, verschulden sich um ein Business zu eröffnen, kaum sind die Schulden zur Hälfte beglichen werden neue Vorschriften vorgestellt um die Unternehmen zu verunsichern bzw. ihre Existenz zu gefährden, schade.
Urs Widmer 27.06.25 14:40
Viele dieser unzähligen Shops werden ebenso schnell verschwinden, wie sie gekommen sind.
Ingo Kerp 27.06.25 13:20
So wird bestimmt alles etwas teurer in Thailand. Die zukünftig mit Sicherheit unter der Hand zu kaufenden Rezepte und der Schwarzhandel von Cannabis, ohne Rezept. Wer das Zeugs haben will, wird es sich sicherlich so oder so beschaffen.

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