BANGKOK: Der frühere thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra ist nach Angaben der Strafvollzugsbehörde vollständig aus dem Strafvollzug entlassen worden. Weniger als eine Woche nach seiner Begnadigung durch den König wurde ihm die elektronische Fußfessel abgenommen.
Wie das Department of Corrections am Dienstag (9. Juni 2026) mitteilte, erhielt der 76-Jährige seine offiziellen Entlassungsdokumente sowie die Bescheinigung über die Beendigung seiner Haftstrafe. Thaksin unterliege damit weder einer strafrechtlichen Sanktion noch einer behördlichen Aufsicht oder sonstigen Auflagen. Die Behörde betonte, dass für ihn dieselben Regelungen wie für andere begnadigte Häftlinge angewendet worden seien.
Vorzeitige Entlassung auf Bewährung
Thaksin war im Mai 2026 vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen worden. Aufgrund seines Alters und seines Gesundheitszustands durfte er nach acht Monaten Haft eine einjährige Freiheitsstrafe wegen Korruption und Amtsmissbrauchs außerhalb des Gefängnisses verbüßen. Als Auflage musste er bis zum regulären Ende seiner Strafe am 9. September 2026 eine elektronische Fußfessel tragen.
Durch die am 3. Juni 2026 anlässlich des Geburtstags Ihrer Majestät der Königin gewährte königliche Begnadigung wurde die verbleibende Reststrafe jedoch mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Thaksin gehörte zu den Begünstigten, da weniger als ein Jahr seiner Strafe ausstand.
Dubai-Reise noch im Juni erwartet
Medienberichten zufolge plant der ehemalige Regierungschef noch in diesem Monat eine Reise nach Dubai, um dort private Geschäfte wahrzunehmen. Die Stadt war während eines Großteils seines mehr als 15-jährigen Auslandsaufenthalts vor seiner Rückkehr nach Thailand im August 2023 sein Lebensmittelpunkt.
Thaksin war im September 2025 erneut inhaftiert worden, nachdem der Supreme Court of Thailand entschieden hatte, dass er die im Jahr 2023 verhängte einjährige Freiheitsstrafe wegen Amtsmissbrauchs und Interessenkonflikten während seiner Zeit als Premierminister vor 2006 tatsächlich verbüßen müsse. Das Gericht erkannte dabei seinen längeren Aufenthalt in einer VIP-Station des Police General Hospital zwischen 2023 und 2024 nicht als anrechenbare Haftzeit an.