DSI prüft sechs Ölraffinerien

Sonderermittler laden sechs Betreiber zur Anhörung

Ermittler haben ihre Untersuchungen im Fall des Öllagers Ang Thong auf sechs große Raffineriebetreiber ausgeweitet. Foto: Ministry Of Justice
Ermittler haben ihre Untersuchungen im Fall des Öllagers Ang Thong auf sechs große Raffineriebetreiber ausgeweitet. Foto: Ministry Of Justice

BANGKOK: Die thailändische Sonderermittlungsbehörde DSI hat ihre Untersuchungen im Fall des Öllagers in Ang Thong deutlich ausgeweitet. Neben dem ursprünglich betroffenen Lagerbetrieb stehen nun auch sechs große Raffineriebetreiber im Fokus der Ermittlungen. Das Energieministerium reagierte zudem mit der Aussetzung von Ausgleichszahlungen aus dem staatlichen Ölfonds für angeklagte Unternehmen.

Grundlage der erweiterten Ermittlungen sind zusätzliche Beweismittel, die das Energieministerium im vergangenen Monat an die DSI übermittelt hatte. Nach Angaben von Thitipas Chotedechachainan, Sekretärin des Energieministers und Vorsitzende des Ausschusses für die intensive Überprüfung der Energiereformen, hat Surat Sukcharoenkrisri, der jüngere Bruder des als „Sia Tue“ bekannten Geschäftsmanns, am Samstag (6. Juni 2026) bei der DSI vorgesprochen und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nach dem Kraftstoffhandelsgesetz von 2000 zur Kenntnis genommen.

Sechs Raffinerien vorgeladen

Im Zusammenhang mit sechs Kraftstoffhändlern nach Abschnitt 7 des Kraftstoffhandelsgesetzes hat das DSI inzwischen alle sechs großen Raffineriebetreiber vorgeladen. Sie sollen am 11. und 12. Juni 2026 im Sonderfall Nr. 80/2026 die gegen sie erhobenen Vorwürfe entgegennehmen.

Nach einer Anordnung von Energieminister Akanat Promphan werden Unternehmen, gegen die in diesem Verfahren Anklage erhoben wurde, während der gesamten Dauer des Gerichtsverfahrens keine Ausgleichszahlungen mehr aus dem staatlichen Ölfonds erhalten. Zudem sollen Transportdokumente und Frachtunterlagen aller betroffenen Unternehmen an einen Unterausschuss übergeben werden, der die Umsetzung staatlicher Maßnahmen sowie die Arbeit beteiligter Behörden überprüft. Dabei wird auch untersucht, ob staatliche Stellen oder einzelne Beamte in mögliche Unregelmäßigkeiten verwickelt waren.

Ursprung der Ermittlungen in Ang Thong

Der Fall geht auf Ermittlungen gegen die Firma Trillion Petro Trading Co. Ltd. zurück. Bei Kontrollen waren fehlende tägliche Berichte über Kraftstoffbewegungen sowie Unstimmigkeiten zwischen gemeldeten Dieselbeständen und den tatsächlichen Warenbewegungen festgestellt worden. Die DSI übernahm den Fall am 22. April 2026 als Sonderermittlung. Zu den Vorwürfen zählen unerlaubter Kraftstoffhandel sowie die mögliche Vermischung oder Verfälschung von Treibstoffen, wodurch die Kraftstoffqualität von den gesetzlichen Standards abgewichen sein könnte.

Die Untersuchungen fallen in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für den thailändischen Kraftstoffmarkt. Angesichts steigender Energiepreise und Versorgungsrisiken infolge der Spannungen im Nahen Osten hatten die Behörden die Kontrollen verschärft. Kraftstoffhändler und Raffinerien wurden verpflichtet, täglich Preis- und Bestandsdaten offenzulegen sowie sämtliche Kraftstofftransporte über ein digitales Überwachungssystem zu erfassen.

Ermittler prüfen gesamte Lieferkette

Mit der Ausweitung der Ermittlungen auf sechs große Raffinerien rückt nun die gesamte vorgelagerte Lieferkette in den Blick der Behörden. Die Ermittler prüfen, ob Transportdokumente, Lagerbestände und tatsächliche Kraftstoffbewegungen übereinstimmten und ob ein größeres Netzwerk an möglichen Unregelmäßigkeiten, Lagerhaltungsgeschäften oder Kraftstoffmanipulationen beteiligt gewesen sein könnte. Die Entscheidung des Energieministeriums, staatliche Ausgleichszahlungen für beschuldigte Unternehmen auszusetzen, erhöht zugleich den wirtschaftlichen Druck auf die betroffenen Marktteilnehmer, bis die Gerichte über die Vorwürfe entschieden haben.

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