Cannabis-Aktivisten kündigen Protest an

Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Im Zuge wachsender Spannungen um die Zukunft der thailändischen Cannabispolitik hat das Netzwerk „Writing Thailand’s Cannabis Future“ für den 7. Juli 2025 eine Großkundgebung vor dem Sitz des thailändischen Gesundheitsministeriums in Nonthaburi angekündigt. Ziel ist es, gegen die geplante Neueinstufung von Cannabis als Betäubungsmittel zu protestieren – nur drei Jahre nach dessen Streichung von der nationalen Drogenliste.

In einer Stellungnahme vom Mittwoch (25. Juni 2025) kritisierte das Netzwerk Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin scharf für dessen Ankündigung, die Pflanze innerhalb von 45 Tagen wieder als Rauschmittel einzustufen. Dieser Vorstoß erfolgt nur wenige Tage nach dem Rückzug der Bhumjaithai-Partei aus der von der Pheu-Thai-Partei geführten Regierungskoalition. Die Bhumjaithai-Partei war 2022 maßgeblich für die Liberalisierung von Cannabis verantwortlich.

Minister unter Verdacht politischer Revanche

Das Netzwerk stellte infrage, ob Somsaks Handeln auf sachlichen Erwägungen beruhe oder vielmehr als politisch motivierte Retourkutsche gegen Bhumjaithai zu verstehen sei. Bereits in der Vergangenheit habe Somsak versucht, Cannabis neu zu klassifizieren, sei aber gescheitert. Trotz öffentlicher Warnungen über die Gefahren der Pflanze habe er daraufhin lange untätig geblieben – bis zum Koalitionsaustritt von Bhumjaithai. Seitdem greife er wieder verstärkt auf dramatisierende Aussagen zurück, habe eine neue Ministerialverordnung erlassen und Durchsetzungsmaßnahmen gegen Cannabisgeschäfte veranlasst, heißt es in der Erklärung.

Das Netzwerk fragt: Wenn Cannabis tatsächlich so gefährlich sei, warum habe der Minister dann nicht früher gehandelt?

Verordnung begünstigt medizinisches Monopol

Besonders kritisch bewertet das Netzwerk die jüngste Ministerialverordnung vom 23. Juni 2025, welche frühere Schutzmechanismen – wie das Verkaufsverbot an Minderjährige und Studierende – durch eine generelle Verschreibungspflicht ersetzt. Dadurch, so die Befürchtung, könnten junge Menschen (unter 20 Jahren und Studierende) künftig leichter an Cannabis gelangen, während gleichzeitig ein medizinisches Monopol entstünde, das von Cannabis-kritischen Ärzten kontrolliert würde.

Klarer Appell: Kein Rückschritt, sondern Regulierung

In seiner Erklärung erhebt das Netzwerk zwei zentrale Forderungen: Erstens soll die jüngste Anordnung geändert und die vorherige, regulierte Zugänglichkeit für die Allgemeinheit wiederhergestellt werden. Zweitens solle jede Initiative zur Neueinstufung als Betäubungsmittel gestoppt und stattdessen der Cannabis-Hanf-Gesetzentwurf vorangetrieben werden, den Ex-Gesundheitsminister Cholnan Srikaew – selbst Mitglied der Pheu-Thai-Partei – eingebracht hatte.

Die Aktivisten rufen die Bevölkerung dazu auf, sich am 7. Juli 2025 um 13.00 Uhr dem Protest vor dem Ministerium in Nonthaburi anzuschließen. Weitere Aktionen seien geplant – so lange, bis das Cannabisgesetz endgültig vom Parlament verabschiedet wird.

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Ingo Kerp 26.06.25 13:30
Egal wie lange es dauert und wie viel Zeit man benoetigt, um ein Regelwerk mit Gesetzen zu erstellen, man sollte sich die Zeit nehmen, um alle Aspekte berücksichtigen zu koennen. Thailand macht es sich da manchmal etwas zu einfach. Man haut ein Gesetz raus wie einen Testballon. Geht es gut und wird es angenommen, prima, bravo. Wenn nein, ok, dann ändern wir es durch eine neue Maßgabe. und am Ende gibt es Ärger sowie Verbitterung und behoerdliches Erstaunen, das es in der Bevoelkerung nicht gut angenommen wurde.

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