Nebenwirkungen

Oskar ist Selbstversorger. Pharmazeutisch gesehen. Er läuft nicht bei jeder Unpässlichkeit zum Arzt oder ins Krankenhaus. Bei Erkältung, leichten Ohrenbeschwerden, Durchfall, Nagelbettentzündung oder einer tiefen Schnittwunde setzt Oskar auf Internet und Apotheke. Im World Wide Web informiert er sich über mögliche Pillen, Tropfen oder Cremes und fragt dann seinen Apotheker zu Risiken und Nebenwirkungen.

Apropos Nebenwirkungen: Ein Orthopäde verschrieb Oskar wegen seiner Bandscheibenprobleme drei Medikamente. Das erste Mittel sollte die Schmerzen lindern, darf aber wegen seiner gravierenden Nebenwirkungen weder in den USA noch in Deutschland verkauft werden. Weil sich wegen dieser Pillen schnell ein Magengeschwür bilden kann, nahm Oskar ein schwer verdauliches Medikament gegen Magengeschwüre mit nach Hause. Das dritte Mittel sollte den Magen ruhig stellen und Reizungen vermeiden. Kapseln und Pillen wanderten in den Abfalleimer.

Thailands Universitäten haben in den letzten Jahren so viele Studenten als graduierte Apotheker entlassen, dass, zumindest in den Ballungsgebieten, Patienten flächendeckend und wohnortnah versorgt sind. Aber nicht in jeder Apotheke bekommt der Kunde ausreichend Rat. Das Gesetz schreibt zwar vor, dass in jeder Apotheke zu jeder Zeit eine ausgebildete Fachkraft bedienen muss, aber Oskar ist mehrfach eines Besseren belehrt worden.

Vor allem bei Filialisten. Dort stehen Frauen hinter dem Tresen, denen Oskar nicht nur das gewünschte Mittel in Blockbuchstaben aufschreiben, sondern ihnen auch zeigen muss, in welchem Regal es liegt. Da erübrigt sich jede Frage nach Risiken und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Arzneimitteln.

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