Zwei Seiten

Oskar hat eine Diskussion zu den Fragen losgetreten: Kann man in Thailand leben? Wie kann man in Thailand leben?

Allen, die Oskar Realitätsblindheit vorwerfen, schreibt er ins Stammbuch: Oskar ärgert sich nicht stündlich und täglich über die Korruption, dass Führerschein und Visum über ein Bakschisch zu bekommen sind, über die steigende Kriminalität, die unterschiedliche Preisgestaltung für Thais und Ausländer, die Unfähigkeit der Polizisten, die nach Farang-Meinung nur Ausländer zur Kasse bitten, über Thais, die Farangs über den Tisch ziehen, über das idiotische, aggressive Verhalten der Motorisierten (auch von Ausländern).

Die vielen offenbar milieugeschädigten und frustrierten Farangs, die zornig und wütend ihr thailändisches Umfeld wahrnehmen, festigen mit der ständigen Aufzählung untätiger Behörden sowie selbst erlebter negativer Begleiterscheinungen und Erfahrungen ihr pessimistisches Bild von Thailand. Sie sehen nur eine Seite der Medaille, die dunkle. Dass es auch die andere Seite der Medaille gibt, nehmen sie nicht wahr.

Fern vom Pattaya-Sumpf erlebt Oskar auf dem Dorf höfliche, hilfsbereite und gastfreundliche Thais, die nicht nach der Geldbörse ihres Farang-Mitbewohners schielen. Oskar beantwortet die erste Frage mit einem uneingeschränkten Ja und kennt nach Jahrzehnten Thailand auch das Wie.

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Leserkommentare

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Norbert Schrader 21.01.15 20:20
Leben in Thailand
zum Kommentar von Wolfgang Tegel 17.01.15 19:26 In Jomtien, Thappraya Road, 306/89 Chateau Dale Plaza gibt es das Restaurant „News Steak &Grill“. Hier wird Lunch (Mittagessen, nicht verwechseln mit Dinner / Abendessen) als Buffet (All You can Eat) zum Preis von 199 angeboten – von 12 bis 16 Uhr. Zum Dinner (Abendessen) wird ein Buffet als „all you can Eat“ für 399 Baht angeboten, welches zusätzlich viele Grillspezialitäten bietet. An der gleichen Straße Richtung Zentrum Jomtien gibt es mehrere Restaurants, welche ein gutes Frühstück für ca. 120 Baht anbieten (Beispiel „Continental Bakery“) . Das Casa Pascal bietet ein preiswertes und reichhaltiges Frühstück auch als Buffet an (ca. 240 Baht). Diese Restaurants sind keine Spelunken, wie im Kommentar vermutet wird, sondern bieten freundlichen und kompetenten Service. Die Spelunken in verschiedenen Soi's kenne ich nicht. Wer zum Lunch oder Dinner noch weniger bezahlen möchte, muss auf Thai Kost umstellen, was für manchen zu empfehlen ist. Mir ist der Unterschied zwischen einem Schwellenland oder einem „angeblich“ höchst entwickelten Land bekannt (Russland ist auch ein Schwellenland, obwohl viele Russen anderer Meinung sind). Ich sehe das Umfeld, die Probleme nicht aus globaler Sicht. Die Probleme, mit denen zum Beispiel die Menschen im Isaan konfrontiert werden, sind andere, als in den Touristik Städten (Pattaya, Phuket, Hua Hien, …). Wer die Probleme global sieht, kann einzelne Probleme in den Regionen nicht realistisch wahrnehmen. Es gibt in Deutschland mehr Prostituierte als in Thailand. Und Korruption gibt es in Deutschland massenhaft - besonders im Tief- und Hochbau wo viel Geld fließt, was man aktuell am neuen Berliner Flugplatz verfolgen kann. Da Thailand kein Agrarland für Weinanbau ist, muss Wein importiert werden. Importierte Waren sind immer teurer. Persönlich trinke ich zum Frühstück kein Wein und auch kein Bier, ebenso nicht zum Lunch. In Europa gibt es keinen guten Wein zum Preis unter 4 Euro. In Thailand suche ich keine verflossene Jugend. Das Klima ist der Hauptgrund, warum ich für ein paar Monate in Thailand wohne. Auch kann ich im Winter ein paar Runden Golf spielen, ohne mir eine Lungenentzündung zu holen.
Wilhelm Peters 18.01.15 22:59
Danke an Herrn Wolfgnag Tegel, ich hätte...
..das, was Sie in Ihrem Kommentar v. 17.01.2015 schreiben, nicht besser formulieren können. Vor allem Ihr letzer Satz beschreibt alles oder fast alles, was hier "abgeht": ...": ..."der Rückgewinnung einer längst verflossenen Jugend, die aber durch das Fahren einer Harley mit einem 20+ Thaigirl am Sozius auch nicht verwirklichbar ist. Der Jammer an dem Ganzen ist, dass psychische Defizite oder reine Gier der ausländischen Klientel sich verknüpft mit den schwierigen sozialen Umständen eines Schwellenlandes." Sie sind Realist und ich auch, aber Sie werden sicherlich schon bemerkt haben, auch wenn wir in wenigen Dingen nicht konform sind :-D, das es kaum bis gar keinen Zweck hat, diese unsere Sichtweise hier kund zu tun. Es gibt eben die zwei Lager der, nennen wir sie einfach so, Träumer und Realisten. Wo Herr Joachim Mey für 120 Baht "prima essen kann, plus kleines Bier" wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Ich jedenfalls habe mich in einem Land, wo alles geregelt war, nämlich in Deutschland, sauwohl gefühlt, wenn eben meine verdammte Krankheit nicht wäre, die zum Erliegen gekommen ist, jedoch mit einem gehörigen Schritt rückwärts. Wir kommen dagegen nicht an, lieber Wolfgang, wollen es auch gar nicht, wir wollen nur diskutieren, und genau DAS ist schwer genug. Es wird diese zwei Lager immer geben: Träumer gegen Realisten, da können wir uns hier die Finger "wund tippen". Wie dem auch sei, jeder sei tatsächlich "seines Glückes Schmied" achte aber darauf , dass er sich nicht auf die Finger haut...
Norbert Schrader 16.01.15 15:51
Zwei Seiten - Leben in Thailand
Ich bin nicht milieugeschädigt oder ein frustrierter Farang. Dennoch erlaube ich mir zu sagen, dass in den Kommentaren von Oskar viel Realitätsblindheit zu finden ist. Wer Thailand nur mit der rosaroten Brille betrachtet, hilft den Thailändern nicht. Viele Thailänder sind nicht mit ihrem Leben zufrieden, aber sie sagen es nicht, weil es ihnen danach noch schlechter geht. Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass das Lächeln aufgesetzt ist und nicht von innen kommt. Die Thailänder selbst leiden am meisten unter der Korruption, der Kriminalität, der Verunreinigung der Strände und der Wohnbereiche und vieles andere. In den letzten 3 Jahren bin ich u.a. per Rucksack (jetzt bin ich 67 Jahre alt) durch den Norden gereist – Auto, Bus, Bahn. Besonders in den Thai Bussen (nicht VIP Busse) trifft man viele frustrierte Thailänder. Auf einem Trip durch den Urwald südlich von Phayao habe ich gequältes, aufgesetztes Lächeln gesehen – nicht freundliches Lächeln. Aber hilfsbereit waren sie alle. Das gleiche im nördlichen Isaan und anderen Gegenden, wo es keine neuen Häuser mit blauen Dächern gibt (Schweizer bevorzugen blaue Dächer). Ich habe letztes Jahr von September bis einschließlich Dezember in Jomtien gelebt. Vorher lebte ich in Phuket, Chiang Mai und Khon Kaen. Ich habe viel Gutes erlebt, aber auch viel Negatives gesehen. Frust bezüglich Behörden hatte ich nicht, da ich mich vorher erkundigte, was ich benötigte (auch wenn ich manches nicht verstehe). Ich brauchte keinen großen Ordner mitnehmen (siehe Oskar 2.11.2014). Den Schmarren erleben Thailänder nicht. Thailand ist ein Land, wo man leben kann - mit mehr Freiheit als in Deutschland. Ich zahle lieber meine Strafe dem Polizisten, der mich auf der Straße ohne Helm erwischt hat, als den Behördenquatsch in Deutschland durchzuziehen. Meine Strafe zieht Freude nach und ein Lächeln bei der Thailänderin zu Hause. An der Beach Road sollten die Regeln wie in Singapur eingeführt und gehandhabt werden. Ich bin jetzt wieder 4 Tage in Europa zurück. Kein Lunch (you can eat all) für 200 Baht wie in Jomtien, im Supermarkt bezahlte ich hier 20 Euro (800 Baht) und habe kaum etwas in der Einkaufstüte. Ich werde sicher nach Thailand zurückkehren, aber nur für 3-4 Monate im Jahr. Meine Empfehlung: lasst Oskar schreiben was er will, aber nimmt es nicht zu ernst. Lasst die Meinungen der frustrierten Farangs zu, aber denkt und handelt anders. Aber schreibt als Ausländer über die Missstände, die den Thailändern selbst helfen könnten.
Karl Fischer 16.01.15 10:29
Das grosse Euro-Zittern
Heute gibt es zwei Nachrichten zu vermelden. Zuerst die Schlechte: Mutti Merkel möchte ihre Rentner heimholen, damit diese ihr bisschen Geld in Dland ausgeben. Nun die gute Nachricht: sie wird in vielen Fällen ihren Wunsch erfüllt bekommen. Der Eurokurs steuert auf 37 THB oder noch weniger zu. Das bedeutet zum heutigen Tag, dass zur Erlangung des Jahresvisums, sofern die 800.000 THB Kapitalnachweis nicht erbracht werden können, ein monatliches Einkommen von ca. 1.700 Euro nachgewiesen werden muss. Viele werden das nicht können. Vorausgesetzt alles bewegt sich im Rahmen der legalen Visabestimmungen, wovon ich ausgehe, dann wird es in der nächsten Zeit recht viele Heimkehrer geben. Die vielen davon betroffenen Leute, die hier in TH inzwischen ihre zweite Heimat gefunden haben, Familien hier haben etc. tun mir von ganzem Herzen leid. Den Dauermeckerern, denen an TH eigentlich nichts gefällt ausser Alkohol und Rotlicht, wird nun die Gnade zuteil, ihr Unbehagen gegenüber TH beenden zu können/müssen. Wenn jetzt noch die deutschen Medien ihre unsäglichen Soaps über "das Rentnerparadies mit 800 Euro im Monat" beenden würden, könnte man sicher viele (naive) Auswanderungshungrige vor sich selbst beschützen. Das wäre mal ein Dienst an der Menschheit. Mit freundlichem Gruss Karl
Wilhelm Peters 14.01.15 11:59
Ja, die zwei Seiten gibt es! (Teil 2)
Ich passe mich dort an, wo ich einen Schritt nach vorne mache und nicht dort, wo der Schritt in die Vergangenheit geht. Also: Respekt ja, aber Anpassung nein. Das, was hier viele Leser in bald unzähligen Kommentaren schreiben, kann ich gut nachvollziehen, und glaube mir, lieber Oskar, ich kann gut verstehen, dass Du Dich in eine Art Verteidigungshaltung gedrängt fühlst. Aber warum eigentlich? Du schreibst in Deinen zwei Fragen: 1. Kann man in Thailand leben? und 2. Wie kann man hier leben? Zu 1. Klar, man kann überall leben, aber wenn dieses Leben fast nur aus Kompromissen und Einschränkungen besteht, wird für mich ein Überleben daraus, also kein Leben. Und genau das erleben hier viele, die in Kommentaren ihren Frust herauslassen. Man hat sich alles anders vorgestellt, der tolle Urlaub von früher ist nicht die Realität des hier leben wollen. 2. WIE ich hier leben kann?, nun, in dem ich schauspielerische Fähigkeiten entwickle: Ich also stets mit einem Grinsen durch die Gegend laufe, mich besser als ein Thai kleide, unglaublich großzügig werde und einen viel zu hohen Wai mache. Dann bekomme ich die gleiche schauspielerische Leistung zurück. Meine Güte Oskar, wir beide leben lange genug hier, um diese Feinheiten zu kennen, aber weißt Du eigentlich worüber ich mich aufrege, nicht stündlich aber fast täglich? Es ist das widerliche und undisziplinierte Gossenverhalten, welches hier eine Vielzahl meiner Landsleute an den Tag legt. Ich will mich darüber nicht weiter auslassen, das würde hier wirklich den Rahmen sprengen. Das ist es nämlich, was MICH bewegt, dieses Land wieder irgendwann zu verlassen. Nicht der Thai, der ist wie er ist und das habe ich zu respektieren. Wenn ich mir also die Medaille betrachte, sehe ich für mich z.B. im Moment auch wenig auf der Positiv-Seite sondern auch vieles auf der Negativ-Seite, gepaart mit dem gerade angeführten Verhalten meiner Landsleute. Die Sätze wie "Dann hau doch ab..." oder "Geh dort hin, wo Du hingehörst", sind für mich geistloses Gequatsche, eine Bankrotterklärung des Intellekts, da man keine Argumente hat. Positiv ist für MICH einzig und allein, dass ich hier meine Krankheit in den Griff bekommen habe, aber zum Preis eines gewaltigen Schrittes zurück. Andere werden andere positive Erkenntnisse ihr eigen nennen, aber die sind ausschließlich im Bereich der erotischen Phantasien angesiedelt, dazu möchte ich mich auch nicht mehr auslassen. Jeder eben wie er möchte, aber bitte Oskar, jeder auch mit dem Recht, hier seine negativen Erfahrungen zuschreiben. Lass uns doch den Kommentar-, den Spitze Feder- und Deinen Oskar-Bereich dazu werden, als eine Art "Seelendoktor" zu fungieren und nicht jeden, dem etwas auf den Magen geschlagen ist mit Statements zurechtzuweisen, die ihm keineswegs helfen. Es wäre toll, wenn Du das schaffen könntest. Keiner hat hier etwas gegen Dich, aber negieren deinerseits bringt absolut keine Lösung, sondern man verknotet sich irgendwann in Trotzhandlungen und zwar auf beiden Seiten...