Härte

Oskar glaubt nicht, dass die Transportbehörde mit schärferen Regelungen bei erstaunlich niedrigen Strafen die Zahl der Busunfälle und die der Toten und Verletzten erheblich reduzieren wird.

Weil der Fahrer eines Minibusses mit Tempo 140 die Höchstgeschwindigkeit von Vans weit überschritt und im Slalom vorausfahrende Fahrzeuge überholte, beschwerte sich eine Frau über die aggressive Fahrweise. Doch der Fahrer trat nicht auf die Bremse, er fragte vielmehr die Frau: „Ist wegen meiner Fahrweise schon jemand gestorben?“ Kurz darauf standen ein Foto vom Fahrer und die Geschichte des Fahrgastes in sozialen Netzwerken.

Die Transportbehörde reagierte umgehend. Dabei stellte sich heraus, dass der Vanfahrer keinen Führerschein zur Fahrgastbeförderung besaß und das GPS-System zur Überwachung der Geschwindigkeit abgestellt hatte. Der Mann musste 5.000 Baht zahlen und durfte eine Woche keinen Minibus lenken.

Die Geschichte erinnert Oskar an die ständigen Kontrollen der Verkehrspolizei, wenn sie Motorradfahrer anhält. Wer keine Fahrerlaubnis besitzt, zahlt wenige hundert Baht und setzt seine Fahrt fort. Bis zum nächsten Mal, denn kaum einer wird aufgrund des geringen Bußgeldes die Führerscheinprüfung absolvieren.

Nur über Härte kann sich das rücksichtslose Fahrverhalten von Thais, aber auch von Ausländern ändern. Oskar hätte denn auch von der Transportbehörde eine scharfe Strafe erwartet: Sie hätte den Minibusfahrer für einen sehr langen Zeitraum aus dem Verkehr ziehen müssen.

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Leserkommentare

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Heinz Jörg 18.02.18 15:05
... eine scharfe Strafe erwartet.
Fragen sie mal auf Koh Samui einen der vielen Bikefahrer nach einem Führerschein. Der oder die Gefragte wird sie ungläubig ansehen und die Frage mit "dingdong" beantworten. Fragen sie einen Touristen also einen Farang, dann fällt die Antwort ähnlich aus. In den vielen Jahren die ich im Winterhalbjahr auf Koh Samui gelebt habe hatte ich 3 unverschuldete Unfälle mit meinem Hondaroller, die für mich immer im Krankenhaus endeten. Jedesmal drängelte sich ein Thailänder mit seinem Bike in den ohnehin schon kurzen Sicherheutsabstand zu meinem Vordermann und zwang mich so zu scharfen bremsen. Etwas Sand auf der Straße und ich lag da. Wer nun glaubt, der Unfallverursacher hätte angehalten und sich um mich gekümmert, der irrt gewaltig. Warum auch, Schuld bin ich sowieso. Wäre ich nämlich nicht nach Thailand gekommen, dann wäre das nicht passiert! Ist doch irgend wie logisch. Was ich damit ausdrücken will ist die Tatsache, dass den Thais jegliches Gespür für die anderen Teilnehmer am Straßenverkehr. Eine vorausschauende Fahrweise, bei der man die Reaktion der Anderen in etwa einschätzen kann, die gibt es nicht. Jeder ist darauf bedacht ohne Rüchsicht auf Andere möglich schnell an sein Ziel zu gelangen. Verkehrskontrollen auf Koh Samui finden meistens nur statt, um das Tragen von Helmen auf Bikes zu überprüfen. Ohne dem ist man dann mit 300 THB dabei. Viel wichtiger sind Kontrollen nach dem Besitz von Führerscheinen, dem technischen Zustand der Fahrzeuge, dem Fahren unter Alkohol oder Rauschgift und Geschwindigkeitskontrollen. Polizisten die das tun können hat Thailand mehr als genug. Außer mit hohen Geldstrafen sollten Vergehen im Straßenverkehr grundsätzlich immer mit dem Zwang zum Besuch von Schulungen zum Thema Straßenverkehr verbunden werden. Letzteres scheint mir wichtiger zu sein als Geldstrafen.