Nachrichten aus der Sportwelt am Donnerstag

Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres in Beirut. Foto: epa/Wael Hamzeh
Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres in Beirut. Foto: epa/Wael Hamzeh

UN-Generalsekretär reist zur Olympia-Eröffnungsfeier nach Peking

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres reist zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele nach Peking. Das kündigte der Portugiese am Donnerstag in New York an. «Zunächst einmal sind die Olympischen Spiele ein äußerst wichtiges Ereignis, und es ist ein Event, das die Rolle des Sports symbolisiert, Menschen zusammenzubringen und den Frieden zu fördern», sagte Guterres. Er beabsichtige daher «ohne politische Dimension» bei der Eröffnungsfeier am 4. Februar anwesend zu sein, «mit der Botschaft, dass Olympische Spiele ein Instrument für den Frieden in der Welt sein müssen».

Die USA haben schon vor Wochen angekündigt, keine offiziellen Vertreter zu den Spielen vom 4. bis 20. Februar nach China zu entsenden. Australien, Kanada, Großbritannien und Neuseeland schlossen sich an. Hintergrund ist vor allem die Menschenrechtslage in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt. Die Führung in Peking steht wegen ihres Umgangs mit den muslimischen Uiguren in der Provinz Xinjiang und den Tibetern in der Kritik, aber auch wegen der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong oder Drohungen gegen Taiwan.


EU ringt weiter um eine gemeinsame Haltung zu Olympia in Peking

BERLIN: Drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking ringt die EU weiter um eine gemeinsame Haltung zu einem diplomatischen Boykott. Es sei unverändert so, dass die Abstimmung innerhalb der Europäischen Union in dieser Frage noch laufe, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag in Berlin. «Dieser Prozess ist in jeder Hinsicht noch nicht abgeschlossen.» Das Thema könnte auch am Freitag beim EU-Außenministertreffen im französischen Brest eine Rolle spielen.

Die USA haben schon vor Wochen angekündigt, keine offiziellen Vertreter zu den Spielen vom 4. bis 20. Februar nach China zu entsenden. Australien, Kanada, Großbritannien und Neuseeland schlossen sich an. Hintergrund ist vor allem die Menschenrechtslage in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt. Die Führung in Peking steht wegen ihres Umgangs mit den muslimischen Uiguren in der Provinz Xinjiang und den Tibetern in der Kritik, aber auch wegen der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong oder Drohungen gegen Taiwan.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Innenministerin Nancy Faeser (SPD) haben bereits Ende Dezember angekündigt, dass sie nicht zu den Spielen nach Peking reisen werden. Beide machten aber deutlich, dass es sich dabei um ihre persönlichen Entscheidungen handelt, die nichts mit der politischen Grundsatzentscheidung über einen diplomatischen Boykott zu tun haben. Scholz beantwortete die Frage, ob er sich persönlich schon für oder gegen eine Reise entschieden habe, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte nicht.


Nicole Schott läuft auf EM-Platz elf - Russin Walijewa begeistert

TALLINN: Die sechsmalige deutsche Meisterin Nicole Schott ist mit einem elften Platz in die Eiskunstlauf-EM in Tallinn gestartet. Für ihr künstlerisch elegantes Kurzprogramm bekam die 25-jährige Essenerin am Donnerstag vom Preisgericht nur 61,86 Punkte. Für Begeisterung sorgte der russische Shootingstar Kamila Walijewa mit einer technisch und künstlerisch perfekten Darbietung. Die erst 15 Jahre alte Junioren-Weltmeisterin aus Russland setzte mit 90,45 Punkten einen neuen Maßstab bei den Damen.


Bericht zu Hamilton-Zukunft: Treffen zwischen Wolff und Fia-Boss

BERLIN: Die Formel-1-Zukunft von Superstar Lewis Hamilton könnte sich einem Medienbericht zufolge an diesem Freitag maßgeblich mitentscheiden. Trotz eines gültigen Vertrags halten sich hartnäckig Spekulationen, dass der mittlerweile 37-Jährige seine Karriere nach der höchst umstrittenen Titelentscheidung Mitte Dezember vergangenen Jahres in Abu Dhabi beenden könnte. Wie die britische «Daily Mail» nun berichtete, soll sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Freitag mit dem neuen Präsidenten des Automobil-Weltverbandes (Fia), Mohammed Ben Sulayem treffen. Medienberichten zufolge hat die Fia am Montag die Arbeit an den Vorfällen aufgenommen. Die Analyse soll bis spätestens bis 3. Februar abgeschlossen sein.


Biathlet Doll Zweiter in Ruhpolding - 7,2 Sekunden fehlen zum Sieg

RUHPOLDING: Biathlet Benedikt Doll hat beim Heim-Weltcup in Ruhpolding als Zweiter im Sprint sein bisher bestes Ergebnis im Olympia-Winter geschafft. Dem 31 Jahre alten Ex-Weltmeister fehlten am Donnerstag nur 7,2 Sekunden zum dritten Sieg in seiner Karriere. Ein fehlerfreies Schießen hatte der laufstarke Schwarzwälder zuvor überhaupt erst fünfmal in seiner Laufbahn geschafft. Er kam so ganz knapp an den im Gesamtweltcup führenden Quentin Fillon Maillet aus Frankreich heran, der sich den Erfolg sicherte. Hinter Doll belegte Anton Smolski aus Belarus mit einer Strafrunde Rang drei.


Eishockey-Weltverband: Olympia-Turnier aktuell nicht gefährdet

ZÜRICH: Das olympische Eishockey-Turnier in Peking soll nach einer Sitzung des Weltverbandes IIHF wie geplant stattfinden. «Die Organisation dieser Veranstaltung verläuft planmäßig», teilte die IIHF am Donnerstag nach einer Konferenz des Exekutivorgans mit, an der auch Vertreter der europäischen Ligen und der nationalen Verbände teilgenommen hatten. In den vergangenen Tagen und Wochen hatte es angesichts der weltweit zunehmenden Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante Bedenken hinsichtlich des Olympia-Turniers gegeben.


Motorrad-Legende Rossi steigt um: Wechsel auf vier Räder in GT-Serie

BAUDOUR: Nach seinem Abschied aus der MotoGP wechselt der Italiener Valentino Rossi wie geplant in den Automobilsport. Die Motorrad-Legende wird in dieser Saison in der sogenannten Fanatec GT World Challenge Europe starten. Der 42-Jährige wird einen Audi des belgischen WRT-Teams steuern. «Jeder weiß, dass ich schon immer ein großer Fan von Autorennen war und dass ich mich schon immer für Rennen auf vier Rädern interessiert habe, sobald meine MotoGP- Karriere endet», sagte der frühere Yamaha-Pilot am Donnerstag.


ÖSV-Snowboarderin Riegler: Ohne Corona-Impfung kein Olympia-Start

WIEN/BERLIN: Die österreichische Snowboard-Spezialistin Claudia Riegler lehnt eine Corona-Impfung ab und riskiert daher ihren Start bei den Olympische Winterspielen in Peking. Ende Dezember hatte die 48 Jahre alte Salzburgerin eine Covid-19-Erkrankung überstanden, derzeit möchte sie sich keiner Impfung unterziehen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Donnerstag. Dies wäre nach Maßgabe des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) gleichbedeutend mit einem Olympia-Verzicht.

«Ich muss sagen, so kurz nach einer Infektion, ich habe ja über Weihnachten Corona gehabt, und so knapp vor den Olympischen Spielen fühlt sich das für mich nicht richtig und gut an», sagte Riegler. «Ich weiß nicht, wie mein Körper reagiert, auch wenn es zum Teil nur seltene Nebenwirkungen gibt, gibt es keine Garantie, dass sich das bei mir nicht auswirkt.» Sie sei nicht generell gegen das Impfen, aber es sei eben ihre persönliche Entscheidung.

Das ÖOC-Präsidium habe von Riegler bis zum 23. Januar einen Antikörper-Test und eine Teil-Impfung verlangt. «Schon jetzt hat Claudia Riegler uns mitgeteilt, dass sie diesen Auflagen nicht nachkommen wird», erklärte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel am Donnerstag. Das ÖOC hatte festgelegt, «aus Gründen der Sicherheit und Gesundheit der Delegationsmitglieder nur geimpfte Personen für die Teilnahme in Peking in Betracht zu ziehen».

Riegler, die ab Freitag beim Parallel-Weltcup-Riesentorlauf auf der Simonhöhe in Kärnten am Start ist, hat allerdings noch Chancen auf einen Peking-Start - wenn sie entsprechende Vorgaben erfüllt: einen Antikörpertest (am kommenden Montag) und eine Teilimpfung (zwischen dem 22. und 24. Januar). Dies teilte der Sportliche Leiter im ÖSV für Snowboard, Christian Galler, der APA mit.


Früherer Schweizer Ski-Olympiasieger Janka tritt zurück

WENGEN: Der Schweizer Skirennfahrer Carlo Janka wird seine aktive Karriere nach den Abfahrten in Wengen an diesem Wochenende beenden. Der Riesenslalom-Olympiasieger von 2010 und Gewinner des Gesamtweltcups der Saison 2009/2010 kämpft seit Jahren mit gesundheitlichen Problemen, vor allem im Rückenbereich. Sein bislang letztes Weltcup-Rennen bestritt der 35-Jährige im März vergangenen Jahres in Saalbach-Hinterglemm, wo er in der Abfahrt 24. wurde.


Skirennfahrer Baumann Vierter in Wengen - Nächster Sieg für Odermatt

WENGEN: Skirennfahrer Romed Baumann hat beim Super-G in Wengen nur ganz knapp das Podest verpasst. Der WM-Zweite fuhr am Donnerstag mit drei Hundertstelsekunden Rückstand auf den drittplatzierten Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich auf Rang vier. Es war das bislang beste Weltcup-Ergebnis für Baumann in dieser Saison. Schnellster war erneut der überragende Schweizer Marco Odermatt, der schon seinen sechsten Saisonsieg feierte und seine Führung im Gesamtklassement ausbaute. Zweiter wurde der Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Baumanns Teamkollege Josef Ferstl überzeugte als Sechster.


Davis-Cup-Qualifikationsrunde gegen Brasilien im Olympiapark von Rio

RIO DE JANEIRO: Das deutsche Davis-Cup-Team spielt im März in Rio de Janeiro gegen Brasilien. Das gaben die Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro und der Tennisverband des Landes in Rio am Mittwoch (Ortszeit) bekannt. Damit kehrt der wichtigste Mannschaftswettbewerb im Herrentennis erstmals seit 20 Jahren in die Stadt am Zuckerhut zurück. Die Qualifikationsrunde im Stadtteil Barra da Tijuca am 4. und 5. März ist der erste großen Wettbewerb im olympischen Tenniszentrum seit den Sommerspielen in Rio 2016.


Schröder mit 23 Punkten bei Celtics-Sieg - Nets bezwingen Bulls

BOSTON: Auch dank einer stark verbesserten Leistung von Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder haben die Boston Celtics in der NBA den dritten Sieg in Serie geholt. Der Braunschweiger kam beim 119:100 gegen die Indiana Pacers am Mittwochabend (Ortszeit) auf 23 Punkte. Die Celtics haben durch den Sieg nun wieder eine ausgeglichene Bilanz von je 21 Siegen und Niederlagen, stehen im Kampf um die Playoff-Plätze der Eastern Conference aber weiter stark unter Druck. Im Topspiel gewannen die Brooklyn Nets 138:112 gegen die Chicago Bulls und verkürzten den Rückstand an der Tabellenspitze.


Zverev mit deutschem Duell zum Auftakt - Kerber gegen Estin Kanepi

MELBOURNE: Alexander Zverev ist zum Auftakt der Australian Open in einem deutschen Duell gefordert. Der an Nummer drei gesetzte Tennis-Olympiasieger spielt bei dem am Montag beginnenden ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in der ersten Runde gegen Daniel Altmaier. Das ergab die Auslosung in Melbourne am Donnerstag. Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff bekommt es mit dem Niederländer Botic van de Zandschulp zu tun. Der 38-jährige Philipp Kohlschreiber bestreitet sein Erstrunden-Match gegen den Italiener Marco Cecchinato. Bei den Damen erhielt die an Nummer 16 gesetzte Angelique Kerber mit dem Match gegen die Estin Kaia Kanepi eine unbequeme Aufgabe.


Farke neuer Trainer beim russischen Fußballclub FK Krasnodar

KRASNODAR: Daniel Farke ist neuer Trainer des russischen Fußball-Erstligisten FK Krasnodar. Der 45-jährige Deutsche habe am Donnerstag einen Vertrag über zweieinhalb Jahre unterschrieben, teilte der Verein in der südrussischen Stadt Krasnodar mit. Farke war bis Anfang November Coach beim englischen Premier-League- Aufsteiger Norwich City. Der FK Krasnodar steht aktuell in der russischen Liga nach 18 Spieltagen mit 29 Punkten auf Platz fünf. Erster Gegner in diesem Jahr ist am 25. Februar Lokomotive Moskau.


Zweitliga-Spitzenreiter St. Pauli verlängert mit Trainer Schultz

HAMBURG: Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli Hamburg hat den Vertrag mit Cheftrainer Timo Schultz verlängert. Der 44 Jahre alte frühere Profi ist seit Juli 2020 Coach des Hamburger Fußball-Clubs. Über die Laufzeit des neuen Vertrages machte der Club in einer Mitteilung vom Donnerstag wie gewöhnlich keine Angaben. «Wir wollen mit Timo den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen, daher freue ich mich darüber, dass wir nun Klarheit über die gemeinsame Zusammenarbeit auch über die Saison hinaus haben», sagte Sportchef Andreas Bornemann.


Berichte: FC Bayern holt dänisches Supertalent Jonathan Asp Jensen

KOPENHAGEN: Der FC Bayern München steht laut Medienberichten vor der Verpflichtung des dänischen Toptalents Jonathan Asp Jensen. Der dänische Spitzenclub FC Midtjylland verkaufe den talentierten Mittelfeldspieler an die Münchner, schrieb das Fußballmagazin «Tipsbladet» auf seiner Webseite. Nach «Bild»-Informationen kostet der Mittelfeldspieler rund 1,2 Millionen Euro Ablöse plus Boni. Asp Jensen wird am Freitag 16 Jahre alt, er zählt laut «Tipsbladet» zu den größten Talenten Dänemarks. Offiziell bekanntgegeben werden soll der Transfer des U16-Nationalspielers in den kommenden Tagen.


Staatsanwaltschaft hält Ermittlungen zum Fall Beerbaum für möglich

MÜNSTER: Die Staatsanwaltschaft Münster hält Ermittlungen im Fall Ludger Beerbaum nicht für ausgeschlossen. «Wir haben ein Auge drauf», erklärte ein Sprecher am Donnerstag. Der Sender RTL hatte dem 58 Jahre alten Springreiter in einem Beitrag bei «RTL Extra» Tierquälerei vorgeworfen. Demnach soll Beerbaum mutmaßlich die unerlaubte Trainingsmethode des Barrens bei seinen Springpferden angewandt haben. Er wies die Anschuldigungen zurück und kündigte juristische Schritte an. Die Tierrechtsorganisation Peta kündigte am Donnerstag an, Strafanzeige wegen quälerischer Tiermisshandlung gegen Beerbaum und eine weitere, derzeit noch unbekannte Person, zu erstatten.


Joshua Kimmich zum Nationalspieler des Jahres 2021 gewählt

FRANKFURT/MAIN: Bayern-Profi Joshua Kimmich ist von den Fans zum Nationalspieler des Jahres 2021 gewählt worden. Der 26 Jahre alte Mittelfeldakteur wurde von 33,8 Prozent der Votierenden gewählt und setzte sich deutlich damit vor Champions-League-Finaltorschütze Kai Havertz (22,7 Prozent) vom FC Chelsea und Bayern-Clubkollege Leroy Sané (13,6 Prozent) durch. Im Nationaltrikot absolvierte Kimmich 14 von 16 Partien des Jahres. Er war auch Teil des Teams, das bei der EM im Sommer nicht über die Achtelfinal-Teilnahme hinauskam. Bei der EM absolvierte er alle vier Spiele über die vollen 90 Minuten.


Bericht: Heute keine Entscheidung mehr zu Djokovic-Visum

MELBOURNE: Die Entscheidung über die Teilnahme von Tennisprofi Novak Djokovic an den Australian Open wird nach Informationen der Zeitung «The Age» nicht mehr am heutigen Donnerstag fallen. Einwanderungsminister Alex Hawke werde nicht bis Mitternacht darüber befinden, ob das Visum des Serben annulliert werde oder nicht, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Das Turnier beginnt am Montag. Der Weltranglisten-Erste war trotz der unklaren Situation um sein Visum am Donnerstag Teil der Auslosung und soll zum Auftakt gegen seinen Landsmann Miomir Kecmanovic spielen.


DOSB-Chef über mögliche Olympia-Bewerbung: Bevölkerung mitnehmen

MÜNCHEN: Eine erneute deutsche Olympia-Bewerbung muss nach Einschätzung von DOSB-Präsident Thomas Weikert den Willen der Bevölkerung widerspiegeln. «Gegen die Bevölkerung Olympische Spiele zu veranstalten, ist nicht möglich», sagte der neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Donnerstag bei einer Veranstaltung anlässlich des 50. Jubiläums von Olympia in München. Weikert zufolge befasst sich das DOSB-Präsidium aktuell noch mit der Aufarbeitung vergangener Bewerbungen. Erst dann könne man an eine Jahreszahl und einen Ort denken.


Spionage-Angst bei Olympia: Neue Telefone auch für deutsche Athleten

BERLIN: Auch die deutschen Olympia-Teilnehmer können offenbar bei den Winterspielen in Peking aufgrund der Spionage-Gefahr auf eigens dafür zur Verfügung gestellte Mobiltelefone zurückgreifen. Dies sei eine Empfehlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Freitagausgabe) berichtet. Auf diesen Geräten könnten die Sportler die von den Veranstaltern verpflichtende App My2022 installieren. Darin müssen alle Olympia-Teilnehmer medizinische Daten wie die Ergebnisse ihrer PCR-Tests auf das Coronavirus vor Abflug und die Ergebnisse einer täglichen Fiebermessung eintragen.

Zuvor hatten auch die Briten angekündigt, ihren Sportlern auf Wunsch für die Dauer der Wettbewerbe neue Mobiltelefone bereitzustellen. «Wir haben Athleten und Betreuern praktische Ratschläge gegeben, damit sie selbst entscheiden können, ob sie ihre persönlichen Geräte zu den Spielen mitnehmen oder nicht», sagte ein Sprecher des britischen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der Zeitung «Guardian» (Donnerstag). «Denen, die ihre eigene Ausrüstung nicht mitnehmen möchten, haben wir vorübergehend Geräte zur Verfügung gestellt.»

Vor den Olympischen Spielen in der chinesischen Hauptstadt gibt es immer wieder Warnungen, dass chinesische Geheimdienste sensible Daten von Handys, Tablets und Laptops auslesen könnten. Zuvor hatte die Zeitung «De Volkskrant» berichtet, das niederländische NOK rufe Sportler und Betreuer auf, persönliche Geräte ganz zu Hause zu lassen. Stattdessen werde der Verband «saubere» Geräte austeilen, die nach der Heimkehr zerstört werden sollen. Der Sprecher des NOCNSF, Geert Slot, nannte Cybersicherheit Teil der Risikoeinschätzung für die Reise nach China.


Skisprung-Star Kamil Stoch droht nach Verletzung Olympia-Aus

ZAKOPANE: Skisprung-Olympiasieger Kamil Stoch hat sich rund drei Wochen vor den Olympischen Winterspielen verletzt und muss um einen Start in Peking bangen. Der 34 Jahre alte Pole wird das Heimspiel im polnischen Zakopane an diesem Wochenende wegen einer Verletzung am Knöchel sicher verpassen. «Ich habe mich aufgewärmt und war eine Sekunde unaufmerksam. Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, und dann kam der Schmerz. Der Knöchel ist angeschwollen und verfärbte sich. Die Konsultation der Ärzte, Behandlungen und Diagnose haben einige Stunden gedauert», schrieb Stoch in den sozialen Netzwerken.


Alpiner Herren-Slalom in Schladming mit 1000 Zuschauern geplant

SCHLADMING: Der Nachtslalom der alpinen Skirennfahrer in Schladming soll genau wie die legendären Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel zumindest mit 1000 Zuschauern stattfinden. Darüber, wie und wo die Tickets für den Torlauf der Herren am 25. Januar erworben werden können, will der Österreichische Skiverband (ÖSV) informieren, sobald feststeht, ob die zum Zeitpunkt des Events geltende Corona-Verordnung diese Besucherzahl auch zulässt.

Auch in Kitzbühel, wo für die Herren vom 21. bis 23. Januar zwei Abfahrten und ein Slalom anstehen, wird mit 1000 Zuschauern geplant. Der coronabedingt von Flachau nach Schladming verlegte Nachtslalom der Damen am vergangenen Dienstag fand ohne Publikum statt.


«Die Presse»: Djokovic und Morrison haben sich ins Out gespielt

WIEN: Über die Kontroverse um den serbischen Tennisstar Novak Djokovic und das Verhalten des australischen Premierministers Scott Morrison schreibt die Wiener Zeitung «Die Presse»:

«Exemplarisch manifestiert sich im Schaukampf zwischen der Nummer eins im Tennis und der Regierung in Canberra die Corona-Kontroverse zwischen vehementen Impfgegnern und Bannerträgern einer Philosophie der absoluten individuellen Freiheit zum einen gegen die Verfechter restriktiver Staatsmaßnahmen und einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung im Kampf gegen eine Pandemie zum anderen. (...)

Djokovic wie Morrison haben sich ins Out gespielt. Ihr Image ist schwer angekratzt. In dem Duell in Melbourne gehen beide als Verlierer vom Court - zumindest in der Publikumsgunst. Eigentlich müssten beide vom Platz fliegen.»


Wasmeier zu Olympia in China: IOC hat «absolut den Faden verloren»

BERLIN: Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier hat die Rolle des Internationalen Olympischen Komitees im Hinblick auf die anstehenden Olympischen Winterspiele in China kritisiert. «Das IOC hat da selbst absolut den Faden verloren, um Olympia weiterhin auch dahin zu bringen, wo auch dem Wintersport gefrönt wird», sagte der Doppel-Olympiasieger von 1994 im Riesenslalom und Super G in einem Interview mit Sportradio Deutschland und fügte hinzu: «Aber es waren natürlich, speziell wenn man Lillehammer vergleicht, eigentlich keine Olympiaden mehr. Annähern war vielleicht noch Vancouver, aber das war halt einfach eine andere Zeit mit 100.000 Besuchern auf der Strecke. Das geht jetzt gar nicht mehr. Unmöglich.»

Unter Bezug auf die aktuelle Corona-Situation sagte der 58-jährige Bayer: «Aber das Land China ist da schon ein schwieriges Land. Vor allen Dingen jetzt mit Corona ist es noch problematischer, weil die halt dann im Prinzip für alles freie Hand haben. Die können entscheiden, ob einer auf die Piste geht.»


Erstmals Anklage auf Grundlage des neuen US-Anti-Doping-Gesetzes

NEW YORK: In den USA ist erstmals ein Mann auf Grundlage des als «Rodchenkov Act» bekannten neuen Anti-Doping-Gesetzes angeklagt worden. Nach Angaben der New Yorker Staatsanwaltschaft und des FBI vom Mittwoch (Ortszeit) soll der 41 Jahre alte Texaner zwei Athleten vor den Olympischen Spielen in Tokio Zugang zu verbotenen Wachstumshormonen und EPO verschafft haben. Er wird zudem beschuldigt, die Medikamente mit falscher Beschriftung von Mittel- und Südamerika aus in die USA importiert und damit gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Die Höchststrafen bei einer Verurteilung belaufen sich in den beiden Anklagepunkten auf zehn und fünf Jahre.

Die Namen der beteiligten Sportler oder Sportlerinnen werden in der Mitteilung nicht genannt. Erwähnte Auszüge aus Textnachrichten sowie Hinweise auf Daten und Ereignisse lassen aber keinen Zweifel daran, dass es sich unter anderem um die nigerianische Weltklasse-Sprinterin und Weitspringerin Blessing Okagbare handelt, die in Tokio im vergangenen Sommer nach einem positiven Dopingtest nicht mehr zum Halbfinale über die 100 Meter antreten durfte. Okabgare, die 2008 Olympia-Silber im Weitsprung gewonnen hatte, hat bislang immer alle Vorwürfe bestritten.

Der «Rodchenkov Act» ist seit Dezember 2020 US-Gesetz und nach dem russischen Whistleblower Grigori Rodschenkow benannt, der das staatlich geförderte Doping-System in Russland rund um die Winterspiele in Sotschi 2014 aufdeckte und in die USA geflohen ist. Es erlaubt der amerikanischen Strafverfolgung, gegen Hintermänner von Doping-Verstößen bei internationalen Wettkämpfen aktiv zu werden. Das Gesetz wird auch kritisiert, unter anderem, weil es nicht für die großen US-Ligen gilt.


Berliner Paar Hase/Seegert EM-Fünfte - Russische Duos dominieren

TALLINN: Die besten deutschen Paarläufer Minerva Hase/Nolan Seegert haben im Kurzprogramm der Eiskunstlauf-EM in Tallinn/Estland nicht den optimalen Tag erlebt. Trotz eines Sturzes beim dreifachen Wurf-Salchow von ihr wurden die EM-Achten aus Berlin am Mittwoch mit 62,21 Punkten noch Fünfte. Ebenfalls von einem Sturz wurde der Auftritt der EM-Siebten Annika Hocke/Robert Kunkel (Berlin) beeinträchtigt. Sie qualifizierten sich mit dem 13. Platz immerhin für die Kür am Donnerstag. Herausragend waren die russischen Paare: An die Spitze kämpften sich die Weltmeister Anastasia Mischina/Aleksandr Gallimow mit 82,36 Punkten. Die Titelverteidiger Jewgenia Tarassowa/Wladimir Morosow folgten auf Platz zwei vor Aleksandra Boikowa/Dimitri Koslowski.


Spaniens Supercup in der Wüste: Real Madrid besiegt Barcelona 3:2

RIAD: Beim Clasico in der Wüste hatte Real Madrid in der Verlängerung das bessere Ende für sich. Die Königlichen um den deutschen Ex-Nationalspieler Toni Kroos bezwangen am Mittwoch im spanischen Supercup-Halbfinale den FC Barcelona im saudi-arabischen Riad mit 3:2 (1:1) und zogen in das Finale ein, in dem der Sieger der Donnerstag-Partie Atletico Madrid gegen Athletic Bilbao am Sonntag der Gegner sein wird.


Rüdiger trifft: Chelsea nach Sieg gegen Tottenham im Ligapokal-Finale

LONDON: Der FC Chelsea hat als erstes Team das Endspiel des englischen Ligapokals erreicht. Die Mannschaft des deutschen Trainers Thomas Tuchel setzte sich am Mittwochabend beim Lokalrivalen Tottenham Hotspur verdient mit 1:0 (1:0) durch, nachdem Chelsea bereits das Hinspiel vor einer Woche mit 2:0 gewonnen hatte. Den einzigen Treffer erzielte Verteidiger Antonio Rüdiger. Der deutsche Fußball-Nationalspieler traf in der 18. Minute per Kopf für die überlegenen Blues, bei denen Timo Werner und Romelu Lukaku im Angriff starteten, während Kai Havertz nicht im Kader stand.


Corona-Verdacht bei Unions van Drongelen - Becker verlässt Quarantäne

BERLIN: Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin kann am Samstag gegen die TSG Hoffenheim möglicherweise wieder auf Sheraldo Becker zurückgreifen, muss aber voraussichtlich auf Rick van Drongelen verzichten. Während Angreifer Becker seine Corona-Quarantäne am Mittwoch verlassen konnte, besteht bei Verteidiger van Drongelen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Wie Manager Oliver Ruhnert dem «Kicker» erklärte, fiel bei van Drongelen am Mittwoch ein Schnelltest positiv aus. Das Ergebnis des PCR-Tests stand zunächst noch aus, möglicherweise liegt dieses erst am Donnerstag vor.


1000 Fans aus der Region beim Spiel Mainz - Bochum zugelassen

MAINZ: 1000 Fans sind beim Spiel des FSV Mainz 05 in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Bochum zugelassen. Dies teilten die Rheinhessen am Mittwochabend mit Verweis auf die aktuell gültige Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz für regionale Sportveranstaltungen mit. Eintrittskarten erhalten nur Fans mit Dauerkarte aus den Städten Mainz, Wiesbaden und Worms sowie den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms.


Profisport darf in Hamburg doch vor Publikum stattfinden

HAMBURG: Die Heimspiele der Hamburger Fußball-Zweitligisten HSV und FC St. Pauli sowie Bundesligaspiele Hamburger Mannschaften im Hand- und Basketball müssen nun doch nicht als Geisterspiele stattfinden. Wie die für den Sport zuständige Innenbehörde am Mittwochabend mitteilte, wurde Ausnahmeanträgen der Profisportvereine zugestimmt. Demnach sind wie im Kulturbereich nun auch für den Sport im Freien - also auch in Stadien - bis zu 2000 und in Hallen höchstens 1000 Personen zugelassen. Vorausgesetzt werde das 2G-Plus-Zugangsmodell für Geimpfte oder Genesene, die zusätzlich einen negativen Test vorlegen müssen, sowie die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken.


Red Bull München kämpft in nur einer Partie um Königsklassen-Finale

MÜNCHEN: Nach dem Corona-Ausbruch beim EHC Red Bull München wird das Halbfinale in der Champions League gegen Tappara Tampere aus Finnland in nur einer Partie ausgespielt. Wie der dreimalige deutsche Eishockey-Meister am Mittwoch mitteilte, hat dies nach Absprache mit den beiden Vereinen das Covid-19-Komitee der Königsklasse entschieden. Das K.o.-Spiel findet demnach am 25. Januar in Tampere statt. Im zweiten Halbfinale hatte sich nach zwei Partien Rögle BK aus Ängelholm gegen die schwedischen Landsleute von Frölunda HC durchgesetzt.

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