BANGKOK: Das thailändische Gesundheitsministerium will mit einer neuen Initiative dem Anstieg von HIV-Infektionen unter Jugendlichen entgegenwirken.
Wie Vize-Gesundheitsminister Chaichana Dechdecho am Montag (7. Juli 2025) im Parlament mitteilte, sei ein deutlicher Anstieg der Infektionszahlen bei jungen Menschen zu verzeichnen, obwohl die Gesamtzahl der HIV-Neuinfektionen rückläufig sei. Um dieser Entwicklung zu begegnen, plant das Ministerium die Unterzeichnung von Absichtserklärungen (MoUs) mit Bildungseinrichtungen im ganzen Land. Ziel ist es, künftig Kondome an Schulen und Universitäten zu verteilen sowie sexualmedizinische Aufklärung anzubieten.
HIV-Ausgaben auf dem Prüfstand
Die Maßnahme war Thema einer Sitzung des thailändischen Senats unter dem Vorsitz von Vize-Senatssprecher General Kriengkrai Srirak. Senator Parinya Wongcheodkwan hatte in diesem Rahmen nach der langfristigen Strategie des Ministeriums sowie nach den Kosten für Präventionskampagnen und die Behandlung HIV-positiver Menschen gefragt – darunter auch Ausgaben für ausländische Patienten.
Chaichana erklärte, man wolle die Zahl der Neuinfektionen künftig auf unter 1.000 Fälle pro Jahr begrenzen und HIV-bedingte Todesfälle auf weniger als 4.000 jährlich reduzieren. Die bislang gemeldeten 8.000 neuen Fälle beruhten auf kumulierten Daten, für das zweite Halbjahr rechne man mit weniger als 3.000 Neuinfektionen.
Bangkok und Chonburi gelten als Hotspots
Neben der Zusammenarbeit mit Schulen wolle das Ministerium auch den Zugang zu kostenlosen HIV-Tests ausweiten und Partnerschaften mit privaten Unternehmen in besonders betroffenen Regionen eingehen. Zu den Provinzen mit steigenden Fallzahlen zählen laut Chaichana Bangkok, Chonburi, Khon Kaen und Nakhon Ratchasima – allesamt Touristenzentren mit erhöhter Risikolage.
Für Prävention und Behandlung von HIV-Infektionen stellt Thailand jährlich rund 8,4 Milliarden Baht bereit, davon stammen 7,7 Milliarden Baht aus nationalen Mitteln, 788 Millionen Baht werden durch internationale Partner beigesteuert. Allein für antiretrovirale Medikamente sind 6,2 Milliarden Baht eingeplant, weitere 1,2 Milliarden Baht fließen in Präventionsmaßnahmen. Aktuell erhalten rund 500.000 Menschen eine Behandlung – darunter etwa 5.700 ausländische Staatsangehörige. Die durchschnittlichen Behandlungskosten pro Person belaufen sich auf etwa 12.000 Baht im Jahr.
Diese neuen Zahlen zeigen ja eindeutig, dass HIV eben auch unter Schülern ein immer größeres Problem wird. Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung muss sowohl von den Eltern, als auch als verpflichtendes Fach in den Schulen schon sehr früh anfangen. Durch das Internet sind Jugendliche einfach schon viel früher in Kontakt mit sexuellen Inhalten, als noch vor 30 Jahren.