BANGKOK: Das thailändische Ministerium für Tourismus und Sport plant eine großangelegte Werbekampagne, um den Inlandstourismus anzukurbeln: Ab September sollen 200.000 ausländische Besucher kostenlose Inlandsflugtickets erhalten.
Die Aktion unter dem Motto „Buy International, Free Thailand Domestic Flights“ soll drei Monate lang laufen und Touristen dazu motivieren, neben bekannten Metropolen auch sekundäre Reiseziele zu entdecken.
Kostenlose Inlandsflüge für Thailand-Besucher
Laut Tourismusminister Sorawong Thienthong können alle ausländischen Besucher, die ein internationales Flugticket nach Thailand buchen, ein kostenloses Hin- und Rückflugticket inklusive 20 Kilogramm Freigepäck erhalten. Die kostenlosen Tickets werden direkt bei der Buchung über Fluggesellschaften oder Online-Reiseportale vergeben. Teilnehmende Airlines sind Thai Airways, Thai AirAsia, Bangkok Airways, Nok Air, Thai Lion Air und Thai Vietjet.
Geplantes Budget und erwartete Tourismuseinnahmen
Das Ministerium kalkuliert mit 8,8 Milliarden Baht an zusätzlichen Tourismuseinnahmen bei einem geplanten Budget von 700 Millionen Baht, das jedoch noch vom Kabinett genehmigt werden muss. Für jedes Ticket ist ein Zuschuss von 1.750 Baht pro einfachem Flug bzw. 3.500 Baht für Hin- und Rückflug vorgesehen.
Experten fordern bessere Nutzung staatlicher Fördermittel
Branchenexperten sehen die Kampagne unterschiedlich. Punlop Saejew, Vizepräsident der Handelskammer Chiang Mai, hält den Plan grundsätzlich für positiv, weist jedoch darauf hin, dass der Effekt in der Hochsaison begrenzt sei und eine Umsetzung in der Nebensaison wirksamer wäre. Zudem empfiehlt er, staatliche Fördermittel gezielt einzusetzen, um hohe Inlandsflugpreise für Touristen und Einheimische zu senken.
Hotels fordern gezielte Werbung für Provinzen
Auch Rungroj Santadvanit, Präsident der regionalen Hotelsparte im Nordosten, äußerte Bedenken. Provinzen wie Buriram und Ubon Ratchathani seien bisher keine Hauptziele ausländischer Reisender, trotz bestehender Flugverbindungen. Er fordert zusätzliche Marketingstrategien, die auf die Stärken einzelner Regionen zugeschnitten sind: etwa Sporttourismus in Buriram, Mekong-Attraktionen in Ubon Ratchathani, Naturerlebnisse im Norden für Touristen aus Australien und Neuseeland sowie Strandurlaub im Süden für Besucher aus Skandinavien. Zudem müsse die Regierung klar kommunizieren, welche Regionen sicher zu bereisen sind, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Grenzspannungen mit Kambodscha.
Thailand verzeichnet weniger Ankünfte, China führt
Seit Jahresbeginn verzeichnet Thailand 20,8 Millionen internationale Ankünfte – ein Rückgang von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Größter Quellmarkt bleibt China mit 2,9 Millionen Besuchern. Das Kabinett soll die Kampagne voraussichtlich in der kommenden Woche beraten. Bei Genehmigung startet das Programm im September und läuft bis Ende November.