Anutin schmiedet Tech-Pakt mit China

Mehr Kooperation bei KI, Halbleitern und Innovation

Premier Anutin Charnvirakul nimmt gemeinsam mit UN-Generalsekretär António Guterres, Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Pakistans Vizepremierminister Mohammad Ishaq Dar an der Eröffnung der World AI Conference teil. Foto: epa/Ng Han Guan
Premier Anutin Charnvirakul nimmt gemeinsam mit UN-Generalsekretär António Guterres, Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Pakistans Vizepremierminister Mohammad Ishaq Dar an der Eröffnung der World AI Conference teil. Foto: epa/Ng Han Guan

BANGKOK: Thailand und China wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit deutlich vertiefen und künftig verstärkt auf Zukunftsbranchen wie Künstliche Intelligenz (KI), Halbleiter, saubere Energien und weitere Hochtechnologien setzen. Dies war das zentrale Ergebnis eines Treffens zwischen Premierminister Anutin Charnvirakul und Chinas Staatspräsident Xi Jinping am Donnerstag (16. Juli 2026) in Shanghai im Rahmen des offiziellen China-Besuchs des thailändischen Regierungschefs.

Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek erklärte, dass die Gespräche umfassend und inhaltlich sehr ergiebig verlaufen seien. Xi Jinping habe bekräftigt, dass Thailand und China „eine Familie“ seien, und die Unterstützung Chinas für die Bemühungen der thailändischen Regierung zugesichert, die umfassende strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern weiter auszubauen.

Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen

Beide Seiten verständigten sich darauf, die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Investitionen, Künstliche Intelligenz, Innovation, Zukunftsindustrien sowie regionale Sicherheit zu intensivieren. Nach Angaben der Regierung spiegelten die Gespräche das gemeinsame Ziel wider, langfristigen Wohlstand für beide Länder und die gesamte Region zu fördern. Zugleich bekräftigten beide Staats- und Regierungschefs ihre Absicht, die langjährigen bilateralen Beziehungen durch eine praxisorientierte Zusammenarbeit weiter zu stärken, um Wirtschaftswachstum anzukurbeln, die Wettbewerbsfähigkeit Thailands zu erhöhen und neue Chancen für die Bevölkerung beider Staaten zu schaffen.

Anutin bezeichnete China als einen der ältesten und verlässlichsten Partner Thailands. Die Zusammenarbeit solle in allen Bereichen ausgebaut werden, insbesondere in jenen Wirtschaftssektoren, die künftig das Wachstum bestimmen werden. Künstliche Intelligenz werde in den kommenden zehn Jahren zu einem entscheidenden Faktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb schlug der Premierminister eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung von KI-Technologien, der Ausbildung von Fachkräften sowie beim Aufbau gemeinsamer Regelwerke vor.

Anutin wirbt um Chinas Tech-Firmen

Gleichzeitig müssten Herausforderungen wie Online-Kriminalität und der Klimawandel gemeinsam bewältigt werden. Darüber hinaus sprach sich Anutin für eine intensivere Kooperation bei Halbleitern, Gesundheitstechnologien, sauberer Energie und grünen Industrien aus. Führende chinesische Technologieunternehmen lud er ein, Produktionsstandorte und regionale Hauptquartiere in Thailand aufzubauen, Lieferketten zu stärken, einheimische Fachkräfte auszubilden und verstärkt heimische Rohstoffe einzusetzen. Dadurch sollen hochwertige Arbeitsplätze entstehen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes weiter verbessert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war der Ausbau der Verkehrsverbindungen. Beide Regierungen vereinbarten, die Anbindung über Land-, See- und Luftverkehr zu beschleunigen. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung regionaler Eisenbahnprojekte, um Handel, Investitionen und den Reiseverkehr zu erleichtern. Außerdem sollen die Zusammenarbeit in den Bereichen Raumfahrttechnologie, öffentliche Gesundheit, Personalentwicklung sowie der Austausch zwischen den Bevölkerungen beider Länder ausgebaut werden.

Mehr Kooperation bei der Sicherheit

Im Bereich der Sicherheit regte Anutin die Einrichtung eines sogenannten „2+2“-Dialogs zwischen den Außen- und Verteidigungsministern beider Staaten an. Dieses neue Format soll den strategischen Austausch vertiefen und insbesondere die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Online-Kriminalität durch einen intensiveren Informationsaustausch und koordinierte Maßnahmen gegen neue Sicherheitsbedrohungen stärken.

Vizepremierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas bezeichnete den China-Besuch als wichtigen Meilenstein. Mehr als 150 Führungskräfte aus 48 thailändischen Unternehmen hätten an Geschäftsanbahnungen mit chinesischen Investoren teilgenommen. Die Welt befinde sich derzeit in einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel. Es entstehe eine neue Investitionswelle, die mit dem japanischen Investitionsboom der 1980er-Jahre vergleichbar sei.

BoI baut Präsenz in China aus

Der Generalsekretär des Board of Investment (BoI), Narit Therdsteerasukdi, kündigte zudem an, dass Anutin während seines Aufenthalts die vierte Auslandsvertretung der thailändischen Investitionsförderungsbehörde in Chengdu eröffnen werde. Das neue Büro soll den Fokus auf Westchina legen, eine Region, die nach Einschätzung der BoI zunehmend an Bedeutung für Hochtechnologie- und Clean-Energy-Industrien gewinnt.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.