BANGKOK: Der Konflikt im Nahen Osten belastet zunehmend die thailändische Hotelbranche. Nach Angaben des thailändischen Hotelverbands (THA) verzeichnen 88 Prozent der Hotels einen Rückgang der Gästezahlen. Bei 38 Prozent der Betriebe fällt das Minus sogar stärker aus als erwartet.
Als Reaktion auf die schwächere Nachfrage senken viele Hotels ihre Zimmerpreise und verstärken ihre Marketingaktivitäten. Einige Betriebe reduzieren zudem Investitionen und Personalausgaben, um ihre Liquidität zu sichern.
Schwaches drittes Quartal erwartet
Auch für das dritte Quartal 2026 rechnen viele Hoteliers mit weniger internationalen Gästen als im Vorjahr. Als Gründe gelten weiterhin hohe Reisekosten und mögliche Änderungen bei der Visapolitik.
Die durchschnittliche Hotelauslastung lag im Juni landesweit bei 52 Prozent. Die Zentralregion erreichte mit 65 Prozent den höchsten Wert. Im Osten sank die Auslastung auf 53 Prozent, im Süden auf 42 Prozent und im Norden auf 37 Prozent. Für Juli wird eine landesweite Auslastung von 53 Prozent erwartet – weniger als im Vorjahresmonat.
Hoffnung auf mehr Gäste aus China
Etwas optimistischer ist die Branche mit Blick auf chinesische Gäste. Einige Hotelbetreiber erwarten hier steigende Besucherzahlen, da Thailand für Reisende eine Alternative zu Regionen mit höheren Reisekosten darstellen könnte. Die Brandkatastrophe in Bangkok könnte jedoch chinesische Reisende von einem Besuch in Thailand abhalten.
Der Hotelverband fordert von der Regierung zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung des Tourismus. Dazu zählen Tourismuskampagnen, Kooperationen mit Fluggesellschaften und Online-Reiseportalen, niedrigere Energie- und Steuerkosten sowie günstige Kredite. Zudem sollen Beschäftigte im Dienstleistungssektor stärker in digitalen Technologien und Künstlicher Intelligenz geschult werden.
Thailand setzt auf Ganzjahrestourismus
Trotz des zunehmenden Wettbewerbs innerhalb Asiens setzt Thailand weiterhin auf seine Strategie, das Land als ganzjähriges Reiseziel zu positionieren. Mit Tourismusangeboten in allen Regionen sollen insbesondere Natur, Kultur, Kulinarik und lokale Erlebnisse stärker vermarktet werden.