Starker Baht trifft Thailands Tourismus

Weniger Gäste, Sicherheitsprobleme und verfehlte Jahresziele

Blick auf Pattayas Strand mit ikonischem Stadtschriftzug – Thailands Tourismus kämpft mit starkem Baht und Sicherheitsfragen Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Blick auf Pattayas Strand mit ikonischem Stadtschriftzug – Thailands Tourismus kämpft mit starkem Baht und Sicherheitsfragen Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Der kräftige Anstieg des Baht beginnt Thailands ohnehin angeschlagenen Tourismussektor zusätzlich zu belasten. Wiederkehrende Sicherheitsprobleme verstärken den Eindruck vieler Reisender, dass ein Aufenthalt im Königreich den Preis nicht mehr wert sei. Vertreter der Privatwirtschaft fordern daher dringend Maßnahmen zur Wiederherstellung des Vertrauens, um die bevorstehende Hochsaison nicht zu gefährden.

Nach Angaben des Tourismus- und Sportministeriums beliefen sich die Einnahmen aus dem Auslandstourismus vom 1. Januar bis 10. August 2025 auf 938 Milliarden Baht. In diesem Tempo wird das Jahresziel von 1,77 Billionen Baht verfehlt. Die Zahl der ausländischen Ankünfte sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als sechs Prozent auf 20 Millionen.

Baht-Aufwertung bremst Touristenströme

Thanet Supornsahasrungsi, Präsident des Tourismusverbandes der Provinz Chonburi, erklärte, dass sich der Baht gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn um fünf bis sechs Prozent aufgewertet habe. Dies wirke sich insbesondere auf den wichtigen Kurzstreckenmarkt China negativ aus, da viele chinesische Touristen wegen des schwachen Yen inzwischen nach Japan reisten. Die Ankünfte aus China seien seit Jahresbeginn um fast ein Drittel zurückgegangen. Zwar habe Thailand in den vergangenen sieben Monaten mehr Langstreckengäste verzeichnet, doch könnten negative Preis-Leistungs-Erwartungen dazu führen, dass Urlauber auf andere Ziele ausweichen.

Schlechte Wirtschaftslage und Sicherheitsbedenken

Die weltwirtschaftliche Lage habe viele Reisende veranlasst, ihre Ausgaben für Auslandsreisen zu kürzen, Länder mit vorteilhafter Wechselkursentwicklung zu wählen oder ganz zu Hause zu bleiben. Besonders gravierend seien jedoch ungelöste Sicherheitsprobleme. Seit zwei Vorfällen in Bangkok – einem Amoklauf mit sechs Toten auf dem Or Tor Kor-Markt im Juli 2025 und der schweren Brandstiftung an zwei malaysischen Touristen in der vergangenen Woche – habe die Regierung kaum etwas unternommen, um das Vertrauen von Besuchern zurückzugewinnen.

Pattayas Hotels leben von Feiertagsgästen

Wegen der schwachen Nachfrage aus China und Südkorea seien Hotels in Pattaya zunehmend auf Wochenenden und Feiertage angewiesen. Während des verlängerten Muttertagswochenendes stiegen die Auslastungsraten auf 80 bis 90 Prozent, fielen unter der Woche jedoch auf 30 bis 40 Prozent. Kurzfristig werde der jüngste Vorfall die Besucherzahlen aus China wohl nicht beeinträchtigen, da die Reisen während der dortigen Schulferien bereits gebucht seien. Langfristig könnten jedoch die Vorbuchungen einbrechen, wenn die Regierung nicht gegensteuere.

Kleine Hotels verlieren bei Subventionen

Inlandstouristen ließen sich zuletzt auch durch das staatliche Reisesubventionsprogramm gewinnen. Allerdings hätten vor allem kleine und mittelständische Hotels aufgrund verzögerter Haushaltsmittel kaum profitiert und teils vorzeitig aussteigen müssen, da sie Kosten für subventionierte Gäste zunächst selbst tragen mussten. Für Hauptreiseziele wie Pattaya sind die Kontingente inzwischen ausgeschöpft. Tourismusunternehmer forderten deshalb, das Programm über die effiziente Pao-Tang-App der Krungthai Bank abzuwickeln. Die Regierung lehnte dies jedoch ab, da KTB nicht mehr im Staatsbesitz sei und eine exklusive Nutzung als Benachteiligung anderer Banken gewertet würde.

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Detlef Milkert 19.08.25 16:20
Ein Zocker-Problem
Ausgelöst wird das alles durch die Zocker bei den Banken. Um abzuzocken werden da Vermögenswerte verschoben, in andere Länder, in andere Unternehmen in Form von Aktienanteilen usw.
DIE sind das größte Problem mit ihrer Raffgier!
Aber die Raffgier einiger weniger wie dieser wird uns weiterhin treu bleiben, und uns schaden, den kleinen Leuten, die sich nicht wehren können. Den Urlaubern, oder Farangs.
Und in Thailand sind das nunmal im Moment die Beschäftigten in der Tourismusbranche.
Richy Duran 19.08.25 12:02
Gute Argumente
@Norbert Schettler 18.08.25
Sie haben ja Recht, mit dem was Sie da tun.
Das ist die andere Seite.
Allerdings kenne ich auch Leute, die mit 300-400 Euro im Monat (ohne Miete) über die Runden kommen und auch nicht mehr ausgeben wollen oder können..
Das geben Japaner oder Koreaner in einem Nachtclub in Bangkok/Pattaya manchmal an einem Tag aus.
Norbert Schettler 18.08.25 15:10
Am wenigsten?
Ritchy, wenn Sie damit mal nicht ein wenig falsch liegen. Wir bauen hier Häuser, oft mit Carport für die Fahrzeuge, und unterstützen Familien, kaufen auf lokalen Märkten und machen Urlaub in anderen Gegenden. Und das über Jahre und Jahrzehnte hinweg. So eine große Kurbel finden Sie nicht überall.
Pivat Märkl 18.08.25 12:30
War gestern im "Pupen"...
...einem der teuersten, besten u. angesagtesten Seafoodlokale Jomtiens: Nur frisches Lebend-Seafood. Voll belegt (Sonntag!) mit ca. 200 oder mehr Gästen.
An jedem zweiten reichlich mit Krabben u. Hummer aufgetragenen Tisch, oft mit 3- L- Ausschenker, saßen ... Chinesen, ob nun aus China, Taiwan, Hongkong, oder Malaysia. Unsere netten Nachbarn waren aus Singapur angereist.
S o l c h e Gäste sind hier erwünscht u. nicht ihr 10-Dollar Bierbarhocker oft mit nacktem Oberkörper oder weit offenem Hemd. Sorry!
Roman Knöpfel 18.08.25 08:27
@ Ole
Danke für Ihre deutliche Aussage!
Ich mag das Gejammer der " geht es nicht so billig wie vor 30 Jahren" Jammeri auch nicht. Was er über die Ladys schreibt ist ein Fremdschämmoment, oder ist das der Qualitätstourist, der hier im Forum ab und an herbei gewünscht wird?
Richy 18.08.25 08:23
Starker Baht, Nachtclubs
@Ulrich Herzog 14.08.25 14:10 Starker Baht
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Da hat Herr Herzog sich den Unmut einiger auf sich gezogen.
Aber auch diese Etablissements und was sonst noch dazu gehört, sind ein
nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Wirtschaft, egal in welchem Land.
Preise hin oder her. Baht stark oder schwach.
Wenn die Preise zu hoch sind, geht mancher nicht mehr hin.
Und diejenigen, die ihren Ruhestand/Urlaub im Isaan verbringen, haben damit ohnehin
nichts am Hut und kurbeln am wenigsten die Witschaft an.
Ole Bayern 17.08.25 02:40
Steigt der Baht - oder fällt der Dollar ....
..... ja das ist die gleiche Gewissensfrage wie " ist das Glas halb leer oder halb voll " !
Und dann wieder das Gejammere über gestiegene Preise ... oh mei oh mei ?!?!
Gibt es einen Ort , eine Stadt , ein Land in der Welt , wo in den letzten Jahren die Preise nicht gestiegen sind?
Und wenn dann Bezug genommen wird auf Bier - und Ladypreisanstieg .... Herr Herzog , kommen sie sich eigentlich nicht selbst etwas primitiv und bemitleidenswert vor , hier in einem offenen Forum sich derart abwegig zu outen ?
Ich kann zwar den hier viel zitierten Spruch nicht so recht leiden , aber in Ihrem Fall ist er dann doch angebracht ..... " Dann bleiben Sie doch zu Hause , wo auch immer Ihre Heimat war oder ist "

Ole
Konrad Benz 15.08.25 20:10
Khun Kaenel
Die afrikanischdn Dealer (Dieler....klingg lustig wie Sie das schreiben?) in der Sukhumvit sind weg, oder zumindest nicht mehr sichtbar. Da muss vor kurzem eine grössere Säuberung stattgefunden haben
Rudolf Kühn 15.08.25 13:39
Lieber Hr. Herzog....
wenn Sie Ihren Urlaub auf Kosten von Bier in den Bars und overnight stays mit den Frauen reduzieren, herzliches Beileid.
Heiko Stehle 15.08.25 13:31
Immernoch billiger als Deutschland
Vielleicht sollte die Regierung eher die Visabestimmungen ändern bzw. lockern.
Phanchai Siam 15.08.25 13:30
Steigt der Baht oder sinkt USD?
Die Frage ist nicht, ob der THB stärker wird, sondern in der USD sinkt
René Waser 15.08.25 08:10
Farangs
Nicht nur die Touris bleiben fern, sonder die Farangs die gerne nach Thailand ausgewandert wären. Aber solange der Papierkrieg für eine Langzeitresidenz nicht geändert wird, tun sich das manche älteren Menschen nicht an. Bei der Immigration schauen sie genau auf die Papiere und danach intressiert sich keiner mehr dafür. Und da frage ich mich, für was dass an jeder Ecke neue Resorts entstehen oder angefangene nicht fertig gestellt werden.
Jörg Obermeier 15.08.25 08:00
@ Ulrich Herzog, genau daran wird's liegen! 5555555
Kradi 14.08.25 18:20
Solange Thailand den Touristenschwund (nicht überall!) mit dem starken Baht begründet ist es müssig, das Thema zu diskutieren. Das zeigt eindeutig, dass dieses Land bezüglich Tourismus gar nichts begriffen hat.
Ulrich Herzog 14.08.25 14:10
Starker Baht
Der Rückgang an Touris liegt den überzogenen Preisen in den Clubs, Flasche Bier 200 Baht und mehr und den Ladies, 100 bis 200 % teurer als vor Corona.
Kurt Kaenel 14.08.25 13:12
Selbst gemachte Probleme
1. Die Preise in Thailand sind in den letzten Jahren gestiegen
2. Das leidige Problem mit dem Ausländer-Bashing: Verkehrskontrollen, Eintritte in Museen und Nationalparks
3. Korruption: Jeder will mitkassieren, vor allem die Polizei. Man beachte die Auswüchse der schwarzen Drogendieler in Bangkok.
4. Die ständigen Veränderungen bezüglich Aufenthalt im Land (30 Tage, 60 Tage; Anforderungen für andere Visa).

Das Reisen in Thaland ist immer noch sehr angenehm aber eben nicht mehr so wie vor 30 Jahren.
Norbert Schettler 14.08.25 11:20
Gut, das wir
den € haben. Da gibt es seit Jahresbegin knapp 2 Baht mehr. Ende Januar war der Baht mit 35 sogar noch stärker. Die Überschrift, auch wenn es um den $ geht, ist etwas irreführend, denn die Hauptgründe liegen m.E. woanders.

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