Globalisierung - und dann?

Statt Wälder nur trockenes Gestrüpp und aufgerissene Böden, die kaum noch Regen aufnehmen können.
Statt Wälder nur trockenes Gestrüpp und aufgerissene Böden, die kaum noch Regen aufnehmen können.

Bei dem Wort Globalisierung denkt Carlos als erstes an die globalen Veränderungen des weltweiten Wetters. Früher gab es für Carlos noch Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und jeder wusste, was das bedeutete. Das ist seit langem schon nicht mehr so. Der April 2011 war in Deutschland einer der heißesten Monate seit der Klimamessung. Dass halb Asien im gleichen Jahr unter meterhohen Fluten versank, wunderte die meisten Klimaforscher auch nicht mehr. Die Natur ist außer Rand und Band, aber der Mensch lebt in Saus und Braus. Und die Natur wehrt sich. Wir, die Menschen, sind die Ausbeuter der Natur, der "Geiz ist geil-Typ", der nur an seinen Vorteil denkt. Was interessieren uns die Nachkommen? Wir hinterlassen ihnen ein Natur-Chaos, ein Finanz-Chaos und eine Gesellschaft, die nur noch Reiche und Arme kennt. Wir jagen ohne Überlegung CO2 Kontingente in den Weltraum, die sich dort mit den Abfallprodukten der Weltraumforschung verbinden können. Dreck auf der Welt, Dreck im All, und wir tanzen derweil auf der Costa Concordia – oder bei Bedarf auf der Costa Harmonia. Wie lange noch? Carlos ist froh, dass er sein letztes Lebensfünftel erreicht hat – wenn überhaupt. Aber alles, was danach hier passieren wird, lässt ihn nicht ruhen.

Wie wird es weitergehen?

Die Welt ist seit tausend Jahren anders, aber nicht besser geworden. Intelligente Menschen haben dafür gesorgt, die Welt, die Natur und jene Menschen, die nicht so clever waren wie sie, auszubeuten. Es begann mit Kriegen, dann folgte die Kolonisation, an der die Wohlhabenden ihren Reichtum zu mehren verstanden.

Die Auswirkungen erklären sich bis heute noch an den Begriffen "Erste Welt" und "Dritte Welt".

Dass es Herrenmenschen gab und Sklaven, war bei der Erschaffung der Welt nicht vorgesehen. Auch Arme und Reiche gehörten nicht zur Urausstattung unseres Globus. Kein Wunder, dass unser Planet als einziger keinen Götternamen trägt.

Ob der Kapitalismus dieses Weltproblem überstehen wird, bleibt fraglich. Zu viele Menschen leiden und hungern, und gleichzeitig wissen zu viele nicht, was sie mit ihrem Reichtum anfangen sollen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Und wenn Selbsteinsicht nicht einkehrt, dann wird die Natur dafür sorgen.

Wir sehen jedes Jahr die Abschmelzung der Gletscher innerhalb der Polarkreise. Wir sehen die Meereserhöhung, die schon bald dafür sorgen wird, dass ganze Länder untergehen. Wir haben definitiv einen Stand erreicht, der darüber entscheidet, ob die Welt weiter existiert oder untergeht. Die Ampel steht auf rot. Jeder Einzelne ist aufgefordert, seinen Beitrag zu leisten, um unsere Welt zu retten. Das mag pathetisch klingen, aber es ist die nackte Wahrheit:

Was kann der Einzelne dagegen tun?

Jeder, der eine ausgebrannte Batterie in den Müll wirft, macht sich mitschuldig. Jeder illegal gefällte Baum trägt zur Klimaschädigung bei. Und alle Plastiktüten der Welt werden dafür sorgen, dass unsere Erde – in Plastik verpackt - in absehbarer Zeit verglüht. Wer wird das verhindern? Von den Regierungen der Welt ist wenig zu erwarten, denn die meisten haben nur kurzfristige, eigene, wirtschaftliche Interessen oder ihre Wiederwahl im Sinn.

Was bleibt?

Nur der Mensch, der Einzelne, der sich endlich darauf besinnt, kann diese Fehlentwicklung stoppen.

Carlos versucht, sich dafür zu engagieren und fordert seine Leser dazu auf, ebenfalls darüber nachzudenken, wie sie dazu beitragen können. Möglichkeiten gibt es wirklich genug. Und es fängt damit an, beim Einkauf eine Stofftasche mitzunehmen und auf die Plastiktüte zu verzichten. Ein Viertel aller Lebensmittel wird laut einer weltweiten Studie in den Müll geworfen. Bei halbwegs normaler Einkaufsplanung könnte das vermieden werden.

Aber auch sogenannte Gutmenschen, die ihre alte Kleidung in Sammeltonnen ablegen, die in die "Dritte Welt" geschickt werden, wissen nicht immer, was sie damit anrichten, denn diese Klamotten werden dort billig verkauft, und diejenigen, die dort Kleidung produzieren, verarmen dadurch.

Die Globalisierung hat dafür gesorgt, dass nichts mehr so funktioniert wie früher. Diejenigen, die sich darauf etwas einbilden, ahnen vielleicht nicht einmal, was dadurch geschehen ist.

Waren Sie, um ein naheliegendes Beispiel anzuführen, kürzlich einmal im früher so waldreichen Isaan? Haben Sie die abgeholzten Berge und Felder gesehen, den verdorrten, bis zum Horizont reichenden aufgerissenen Boden, der kein Regenwasser mehr aufhalten kann? Die Menschen dort jammern und verarmen. Mal ist es zu heiß, mal zu kalt, mal zu trocken und mal zu nass –aber nie so, wie es sein sollte, wie es einmal war.

Die Menschen haben sich verändert. Die Länder haben sich verändert. Das Klima hat sich verändert. Und nicht unbedingt zum Guten.

Carlos rät den Expats, sich schon mal eine Schneeschippe anzuschaffen, denn wenn es im August in Pattaya erst schneit, dann wird es zu spät sein. Natürlich, Sie könnten auch nach Australien auswandern. Aber dort bräuchten Sie zum Einkaufen wohl ein Surfbrett.

Beteiligen Sie sich per E-Mail an der Kolumne: redaktion@der-farang.com
Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.