Gläubiger genehmigen Sanierungsplan der THAI

Foto: epa/Rungroj Yongrit
Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Der Sanierungsplan zur Bewältigung der Schulden von Thai Airways International (THAI) in Höhe von mehr als 300 M B wurde am Mittwoch von den Gläubigern der Airline genehmigt, wie ihr Rechtsberater mitteilte. Der Plan wurde von 90 Prozent der Gläubiger angenommen. Jetzt wird er am 28. Mai vom Zentralen Konkursgericht überprüft werden. Letztes Jahr beantragte die THAI Konkursschutz und eine Umschuldung, weil die Fluggesellschaft einen Rekordverlust von 141 Milliarden Baht verzeichnet hatte.

Mehrere führende Manager der Fluggesellschaft wurden des Missmanagements und der Korruption beschuldigt, die zu massiven Verlusten geführt hatten. So wurde die nationale Fluggesellschaft heftig kritisiert für ihre Entscheidung im Jahr 2004, zehn Flugzeuge des Typs Airbus A340 für 100 Milliarden Baht zu kaufen. Die Kosten für Wartung und Treibstoff für die großvolumigen Passagierjets waren hoch und führten dazu, dass Thai Airways bei jedem Flug Geld verlor.

Die Fluggesellschaft plant, die Hälfte ihrer Belegschaft zu entlassen und Immobilien zu verkaufen. Berichten zufolge will die THAI nach dem positiven Votum der Gläubiger 50 Milliarden Baht an neuen Krediten aufnehmen. Die Fluggesellschaft hatte auch vorgeschlagen, die Kreditzahlungen für 3 Jahre einzufrieren und die Rückzahlung von Anleihen um 6 Jahre zu verschieben. Hätten die Gläubiger den Sanierungsplan abgelehnt, hätte die Airline womöglich ganz aufgeben müssen.

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Ole Bayern 20.05.21 16:40
Herr Bongard ....
.... natürlich , im Falle einer Kapitalerhöhung , und nix anderes ist die ja bei der Thai , werden alle Aktionäre gebeten z.B. neuen Aktien zu zeichnen .

Somit bekommt auch der Staat ein KE - Angebot , der ja knapp 50 % der bisherigen Kapitalanteile hält . Zeichnet der Staat nicht die neuen Aktien , und keine anderen Käufer kaufen diese dann freien Anteile , wird die Kapitalerhöhung wieder abgeblasen mit dem entsprechenden Ergebnis .

Finden sich andere Käufer für den Anteil der neuen Aktien des Staates könnte es funktionieren , allerdings verliert dann der Staat aufgrund der " Verwässerung " des Aktienbestandes weiter prozentuale Anteile , da ja mehr Aktien in Summe dann auf dem Markt sind.

@ Herr Müller : Direktflüge z.B. mit der Swiss oder eben mit der Thai sind immer etwas teurer , weil der Umsteigeprozess entfällt und die Flugzeit natürlich kürzer ist . Aber dem Grunde nach haben Sie natürlich Recht , wenn ein Flug von München - Hamburg - München ( 600 km ) ca. genau so viel kostet wie MUC - BKK - MUC ( 8800 km ) , kann ja irgendwas nicht passen . Da kann kein Geld verdient werden - logisch !

VG Ole
Roman Müller 20.05.21 13:50
Welcher Plan??
wie Ingo Kerp schreibt, die 50 Mrd. Baht sind wohl einfach ein Übergangskredit bis zur nächsten Pleite für den wohl der Staat garantiert, (gem. Bericht in einer anderen Quelle). Es wird für die Thai-Airways unmöglich sein in einem überschaubaren Zeitraum auch nur kostendeckend zu fliegen, geschweige denn Schulden abzubauen. Der Markt wird immer härter. Heute werden wieder Flugpreise angeboten die nicht nachvollziehbar sind. Zürich - Bkk - Zürich bei KLM 325 CHF, bei Air France 319 CHF. Um denen die Passagiere abzuluchsen muss man noch billiger sein. Wie soll da Geld verdient werden? Schon beim starten der Triebwerke weiss die Fluggesellschaft anhand der Passagierzahlen wie viel Geld bei diesem Flug in den Sand gesetzt wird. Thai Airways ist ein reines Prestigeobjekt ohne Aussicht sich jemals finanziell zu erholen. Mal sehen wie lange es dieses mal geht.
Ingo Kerp 20.05.21 12:30
Noch ist die Sache nicht in trockenen Tüchern. Das Konkursgericht muß den Plan noch prüfen und sein ok geben oder nicht. Aus oekonomisch realistischen Gründen ist nicht unbedingt nachvollziehbar, wieso 90 % der Gläubiger dem Plan zugestimmt haben. Die Zukunft der Airlines ist derzeit mehr als ungewiß und eine Erholung bei dem Schuldenstand der THAI mehr als vage. Hinzukommt, das nochmal 50 Mrd THB als neue Kredite aufgenommen werden sollen. Wer gibt der THAI denn noch einen Kredit? Es sieht alles danach aus, als wenn das Ende von THAI lediglich verschoben wurde.
Juergen Bongard 20.05.21 10:50
@Rene Amiguet, ich glaube schon, das die
Staatskasse mit haften muss, schliesslich sind sie zu fast 50 % Miteigentümer...Ansonsten würde auch keine Bank der Welt hier einen weiteren Kredit in dieser Hoehe geben.
Rene Amiguet 20.05.21 10:20
Noch mehr
Nochmals 50 Milliarden Baht! Man kann nur sagen zum Glück beteiligt sich die Staatskasse von Thailand nicht mehr an dieser erneuten Investition. Weil dies quasi schon zum voraus zu weiteren Verlusten führen wird in Anbetracht der Situation der gesamten internationalen Luftfahrt Industrie. Die Hälfte der Belegschaft wird gnadenlos entlassen! Was geschieht denn mit den "mehreren führenden Manager" welche die Verantwortung tragen müssten für dieses Desaster? Wahrscheinlich wursteln die fröhlich weiter mit einem zu guten Gehalt. Ist doch wunderbar, denn neue 50 Milliarden stehen wieder zur Verfügung.
Max Müller 20.05.21 07:40
@Max Müller
Sollte natürlich Schrecken ohne Ende heissen. Schnecken ohne Ende wäre ja noch harmlos ;)
Max Müller 20.05.21 07:10
Schrecken ohne Ende
Ich bin der selben Meinung wie Thomas und Ole.
Sanierung mit 300 Milliarden Schulden und ewigen Verlusten in der Vergangenheit?
Die Schulder wollen die Realität noch immer nicht akzeptieren.
Schnecken ohne Ende statt Ende mit Schrecken. Ich bin ja gespannt wer da die benötigen zusätzlichen 50 Milliarden hineinbutter wird.
Naja....ich bin gespannt wie das weitergeht. Zuerst muss das ja von Konkursgericht überprüft werden.
Als langjähriger und zufriedener Thai Kunde muss ich nun wohl mit einer anderen Fluggesellschaft nach Thailand fliegen. Das Risiko eines Verlustes des Tickets bei einem Konkurs ist mir definitiv zu hoch. Sehr sehr schade.
Thomas Thoenes 20.05.21 03:40
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Ich sehe weiterhin kein schlüssiges Konzept wie man in der Zukunft schwarze Zahlen schreibt. Mit Personal entlassen und einige (wahrscheinlich übertaxierte) Immobilien verkaufen, dazu weitere Kredite geben höchstens etwas Luft zum atmen. Aber diese wird nicht bis zum Gipfel reichen. Ich denke die Zustimmung der Gläubiger basiert eher auf dem Motto das man nichts mehr zu verlieren hat. Mit rechnen und kalkulieren kann das nichts zu tun haben. 50% Personal entlassen? Wenn in den nächsten sagen wir mal 5 Jahren bis zur Erholung des internationalen Flugbetriebes weltweit von der Pandemie, nur 10% mit steigender Tendenz benötigt werden? Fängt doch wieder als Minusposten an. Hat sich mal einer der Gläubiger die Mühe gemacht den im Sanierungsplan berechneten und tatsächlichen Wert der Immobilien zu prüfen? Ich gebe @Ole völlig recht. Thai Airways ist in Minute 5 von 90 und 85 weitere sind ein steiniger langer Weg ohne reales Konzept.
Ole Bayern 20.05.21 01:20
Nun ja , Herr Frank , es sieht so aus ,
..daß die Lichter bei der Thai zwar dunkler , aber das Licht noch nicht ganz abgedreht wird. Es ist ja nicht so, daß ich nicht auch so ein Szenario für möglich gehalten hätte, aber aus rein volks - betriebswirtschaftlicher Sicht vollkommen unverständlich ! Es gab noch NIE in der Vergangenheit eine Fluggesellsch., die unter Chapter 11 stand, die auch nur annähernd derartig gewaltige Schulden / Umsatz hatte, und es dann trotzdem später wirtschaftlich geschafft hätte (Pan Am ,UAL , Air - Berlin, Malev, Spanair usw...die Liste ist ewig lang)

Auch steuerliche Geltendmachung von Verlusten bleiben Verluste. Man kann diese möglichen Verluste ja nur gegen Gewinne aufrechnen, die auch erstmal realisiert werden müssen, und dann die Frage nach dem WARUM ??

Aber ok , um beim Fußball zu bleiben ,das Spiel hat gerade erst begonnen. 5. Minute, 1 : 0 für Sie. Aber 85 Min. stehen noch aus. Aber bis ich jemals wieder nach TH kommen kann ? Mal sehen wie es dann aussieht

In jedem Fall bin ich einer der Ersten der kommt ( muß ),sollte die Grenze sich wieder öffnen. Dann gibt´s Bier und weil es so lustig ist und war , noch ein "gescheites" Steak dazu zum Talking. Sie sind schon mein 2 .Gläubiger für ein ausstehendes Dinner in TH. Vielleicht kann ich es gleich "bündeln".

Ich habe im März auch meinen schnittigen Sportwagen verkauft. Der Käufer suchte genau einen Solchen und zahlte mir 20-30 % über Marktpreis. So ist mit Liebhaberstücken, :-) - wie bei der Thai offensichtlich auch.

VG Ole
Ben Frank 19.05.21 23:40
Ole Bayern
Freue mich schon auf das zwischen uns vereinbarte
Treffen zwecks Einlösung unserer Wette. Für mich war es völlig klar, dass es zu keiner anderen Abstimmung kommen konnte! Wie vor einer Woche bereits von mir ausgeführt, handelt es sich so ziemlich um das größte Prestigeprojekt Thailands. Da wird eher Geld kaputt gemacht als die Thaiairways zu zerschlagen. Vielleicht kann der Verlust ja sogar Jahr für Jahr in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Wer weiß? Natürlich hätten die Gläubiger lieber Gewinnanteile kassiert, aber auch hier noch einmal: Da ist soviel Geld/Kapital, dass man die Verluste vlt sogar aus der "Portokasse" bezahlt. Bei diesen Anteilseignern/ hier Gläubigern ist soviel Geld vorhanden was wir uns gar nicht so recht vorstellen können. Lieber Ole VG