Evakuierungen in Buriram dauern an

Granatbeschuss zwingt Dörfer in vier Bezirken zur Flucht

Evakuierungen nahe der Grenze: Bewohner bringen sich in Notunterkünften vor den anhaltenden Kämpfen in Sicherheit. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Evakuierungen nahe der Grenze: Bewohner bringen sich in Notunterkünften vor den anhaltenden Kämpfen in Sicherheit. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BURIRAM: Die Grenzgemeinden in der Provinz Buriram erleben den fünften Tag in Folge bewaffnete Auseinandersetzungen. Artilleriefeuer hallt inzwischen durch vier Bezirke, für die Evakuierungsanordnungen gelten. Die Behörden ordneten am Freitag (12. Dezember 2025) die vollständige Räumung von Ban Kruat und Lahan Sai an; Bewohner in Teilen von Chalerm Phrakiat und Prakhon Chai wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, obwohl die Gefechte weiterhin mehr als 40 Kilometer entfernt sind.

In den geräumten Dörfern sind nur noch Gemeindevorsteher, Verteidigungsfreiwillige und Sicherheitskräfte geblieben, um Eigentum zu schützen und Tiere zu versorgen. „Wir müssen Häuser, Habseligkeiten und Vieh betreuen, bis sich die Lage beruhigt“, sagte der Freiwillige Bunsoem Mengprakorn aus Ban Kruat. Wann die Kämpfe enden würden, sei jedoch unklar; zudem gehe das Futter aus, weshalb rationiert werden müsse.

Medienarbeit im Gefahrenbereich

Die Arbeit erfolgt unter anhaltendem Beschuss. Bei einem Ortstermin mussten Reporter in Bunker ausweichen, als erneut Granaten einschlugen. Videoaufnahmen aus Grenzorten dokumentierten stundenlange Feuerwechsel, darunter den Einschlag von zwölf BM-21-Raketen innerhalb von zwei Tagen in einem Dorf. Dabei wurden Kautschukbäume beschädigt und Fensterscheiben zerstört. Auch lokale Beamte, Soldaten und ausländische Journalisten mussten die Inspektion abbrechen, als nahe einer bereits getroffenen Stelle erneut eine Granate einschlug.

„Wir haben fast alle evakuiert“, sagte der stellvertretende Tambon-Bürgermeister Jareonchai Wongmonton. Es handle sich um einen Konflikt zwischen zwei Staaten; externe Einmischung werde das Problem nicht lösen. Entscheidend sei eine klare Beilegung.

Angst in Notunterkünften wächst

Zusätzliche Spannungen entstanden, als Polizei und Luftwaffenangehörige in einem Reisfeld von Chalerm Phrakiat eine leichte Drohne sicherstellten. Sie trug lediglich die Aufschrift „Made in China“ und verfügte weder über Speicherkarte noch GPS-Modul. Die Ermittler gehen von Aufklärungszwecken aus, schließen aber trotz eines geltenden Flugverbots auch eine fahrlässige zivile Nutzung nicht aus.

In einer Notunterkunft im Zentrum von Buriram berichteten ältere Evakuierte von wachsender Angst. Viele sorgen sich über Berichte, wonach kambodschanische Kräfte möglicherweise weitreichende PHL-30-Raketen einsetzen könnten. „Wir können nicht schlafen“, sagte Boonmee Thaprakon, die mit ihrer Schwester aus Ban Kruat geflohen ist. „Hier sind wir sicher, aber wir denken an unsere Häuser und Tiere. Wir vertrauen nicht darauf, dass Kambodscha Abmachungen einhält.“ Internationale Vermittlung lehnen sie und andere Evakuierte ab. „Wenn es jetzt stoppt, was ist mit den gefallenen Soldaten? Und wenn es nicht endgültig geklärt wird, müssen wir künftig wieder fliehen“, ergänzte ihre Schwester. Die Behörden sperrten die Fernstraßen 224 und 348, während sich die Kämpfe ausweiteten. Mehr als zehn Geschosse seien bereits in der Nähe ziviler Bereiche eingeschlagen; eine vollständige Schadensaufnahme sei wegen der anhaltenden Gefahr noch nicht möglich.

Konflikt erreicht Ostgrenze Thailands

Die Auswirkungen reichen bis an die östliche Grenze. In der Provinz Trat, wo in dieser Woche acht Granaten auf thailändischem Gebiet einschlugen, evakuierten die Behörden vier Tambons und warnten vor mutmaßlichen kambodschanischen Aufklärern. Krankenhäuser führten Notfallübungen durch, nachdem Falschmeldungen über Patientenverlegungen für Unruhe gesorgt hatten.

Ungeachtet der Lage meldeten Tourismusbehörden in nahe gelegenen Küstengebieten und auf Inseln wie Koh Kood und Koh Mak anhaltende Ankünfte von Urlaubern. „Die Kämpfe sind weit weg von hier“, sagte Bezirkschef Pairat Sroisaeng. „Das Meer ist klar, die Strände sind sauber.“

An der Frontlinie in Buriram jedoch wächst die Unsicherheit. Mit zunehmender Intensität der Gefechte und erweiterten Evakuierungszonen bleibt den Grenzgemeinden vorerst nur das Warten – und die Hoffnung, dass ihre Häuser lange genug standhalten, um eines Tages zurückkehren zu können.

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