UBON RATCHATHANI: Ein seltenes antikes Basrelief des liegenden Gottes Narayana sorgt derzeit in der Provinz Ubon Ratchathani für Aufmerksamkeit. Die historische Steinrelief-Darstellung wird nur einmal pro Jahr sichtbar, wenn der Wasserstand des Lam-Dom-Yai-Bachs während der Trockenzeit sinkt. Die Fundstelle befindet sich auf dem natürlichen Flussbett in einem Gebiet zwischen dem Wildschutzgebiet Yod Dom und dem Phu Chong–Na Yoi National Park.
Das Relief wurde 1978 von Dorfbewohnern entdeckt. Es zeigt Narayana, der auf der Schlange Ananta Naga ruht, während Lakshmi zu seinen Füßen dargestellt ist. Eine Linie, die aus dem Nabel der Gottheit hervorgeht, symbolisiert die Entstehung Brahmas. Teile der Darstellung gelten jedoch als unvollendet. Experten schätzen, dass das Werk aus dem 10. bis 11. Jahrhundert stammt und frühe religiöse Kunst regionaler Gemeinschaften widerspiegelt.
Heiliges Wasser und alte Rituale
Nach Einschätzung von Historikern und Naturschutzbehörden diente der Ort vermutlich zeremoniellen Zwecken. Das fließende Wasser galt als heilig und wurde mit Fruchtbarkeit sowie Wohlstand für die flussabwärts lebenden Gemeinden in Verbindung gebracht. Während der Regenzeit bleibt das Relief vollständig unter Wasser. Sichtbar wird es nur in der Trockenzeit, wenn Besucher und Gläubige zu jährlichen Ritualen in die Region reisen.
Prinzessin besuchte das Relief
Betreut wird die Fundstätte vom Fine Arts Office Region 9 in Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden. Der Zugang gilt als anspruchsvoll und erfordert eine etwa 14 Kilometer lange Wanderung durch bewaldetes Gelände. Größere Bekanntheit erlangte der Ort 1991 durch einen Besuch von Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn, die die Strecke damals zu Fuß zurücklegte, um das Relief zu besichtigen.