LOEI: Wenn in Dan Sai die Geister erwachen, verwandelt sich die Provinz Loei in eine Bühne voller Farben, Masken und jahrhundertealter Traditionen. Das Phi-Ta-Khon-Festival zählt zu den bekanntesten Kulturfesten Thailands und verbindet ausgelassene Umzüge, buddhistische Rituale und alte Fruchtbarkeitsbräuche zu einem außergewöhnlichen Erlebnis, das jedes Jahr Besucher aus dem In- und Ausland anzieht.
Vom 20. bis 22. Juni 2026 wird der Bezirk Dan Sai in der nordöstlichen Provinz Loei wieder Schauplatz des farbenfrohen und ausgelassenen „Phi Ta Khon“-Festivals, eines der prächtigsten Geisterfeste Thailands. Bekannt für seinen tief verwurzelten Geisterglauben, lockt dieses einzigartige Fest jährlich sowohl Einheimische als auch ausländische Besucher an.
„Phi Ta Khon“, auch bekannt als das Geisterfestival, zieht mit einer Mischung aus kulturellen und religiösen Traditionen jedes Jahr Besucher aus allen Landesteilen an. Die Feierlichkeiten beginnen dieses Jahr am Samstag, 20. Juni, und enden am Montag, 22. Juni.
Tatsächlich bezeichnet Phi Ta Khon nur den bekanntesten Teil des mehrtägigen „Bun Luang“-Festes, das traditionelle Geisterrituale mit buddhistischen Verdienstzeremonien verbindet. Die Termine werden jedes Jahr nach altem Brauch von örtlichen spirituellen Medien festgelegt.
Hunderte Geister ziehen durch Dan Sai
Am zweiten Festivaltag ab 10.00 Uhr erfolgt traditionell der Höhepunkt der Feierlichkeiten, wenn hunderte junge Männer, bekleidet mit schaurig-schönen Masken und bunten Kostümen, tanzend durch die Straßen ziehen und ihre Späße mit den Schaulustigen treiben.
Die auffälligen Masken werden traditionell aus den Blattscheiden der Talipot-Palme gefertigt. Als Kopfbedeckung dienen geflochtene Bambuskörbe, die normalerweise zum Dämpfen von Klebreis verwendet werden. Jede Maske wird individuell bemalt, kunstvoll verziert und oft über viele Wochen hinweg vorbereitet. Die Teilnehmer tragen dazu farbenfrohe Flickengewänder und Glocken, deren Klang den Umzug begleitet.
Zu den Besonderheiten des Festes gehören auch große geschnitzte Holzphallusse, die von einigen Teilnehmern mitgeführt werden. Sie gelten als traditionelle Fruchtbarkeitssymbole und werden in humorvoller Weise in die Feierlichkeiten eingebunden.

Neben dem farbenprächtigen Umzug, der am frühen Nachmittag wieder seinen Ausgangspunkt erreicht, wird auch dieses Jahr wieder ein „Phi Ta Khon Contest“ ausgerichtet, bei dem die besten Kostüme prämiert werden. Zu den Höhepunkten zählen außerdem die sogenannten „Zwei Großen Geister“, zwei überdimensionale Figuren, die den Festzug anführen und als Wahrzeichen des Festivals gelten. Anschließend finden verschiedene buddhistische Zeremonien statt, die das kulturelle und spirituelle Erbe des Festivals unterstreichen.
Alte Rituale prägen das Geisterfest
Ein zentraler Bestandteil des Festivals ist die Verehrung einer hochangesehenen Buddhafigur, die durch die Stadt getragen wird, begleitet von lautem Lärm aus Kuhglocken und Trommelschlägen. Diese Tradition soll die Geister der Toten zu neuem Leben erwecken, ein Brauch, der tief in der lokalen Kultur verankert ist. Die Einwohner bitten dabei auch um den Schutz von Phra Upakut, einer verehrten spirituellen Figur, die in der lokalen Überlieferung eine wichtige Rolle spielt.
Die Ursprünge des Festivals liegen in einer buddhistischen Legende über den Prinzen Vessandorn, der als vorletzte Inkarnation Buddhas gilt. Als er einst auf dem Rücken eines weißen Elefanten Loei verließ, befürchteten die Untertanen, ihr Glück zu verlieren. Nach der Rückkehr des Prinzen feierten die Menschen so ausgelassen, dass selbst die Geister der Toten erwachten. Dieser historische Moment hat die Tradition des Lärmmachens bei Phi Ta Khon bis heute bewahrt und gibt dem Festival seinen unverwechselbaren Charakter.
Raketen sollen Regen und Ernte bringen
Auch die Landwirtschaft spielt bei den Feierlichkeiten eine wichtige Rolle. Traditionell gehören Raketenzeremonien zum Programm, bei denen selbst gebaute Raketen in den Himmel geschickt werden. Nach altem Volksglauben sollen sie Regen herbeirufen und damit für eine erfolgreiche Ernte sorgen. Das Fest steht somit nicht nur für religiöse und kulturelle Traditionen, sondern auch für die enge Verbindung der Menschen zur Natur und zum landwirtschaftlichen Jahreszyklus.
Am dritten und letzten Festtag rücken buddhistische Zeremonien in den Mittelpunkt. Die Dorfbewohner versammeln sich zu Predigten der Mönche und weiteren religiösen Aktivitäten, die den spirituellen Charakter des Bun-Luang-Festes unterstreichen.
Verschiedene Wettbewerbe, Märkte mit regionalen Spezialitäten und lokalem Kunsthandwerk, Live-Musik und kulturelle Darbietungen runden das Fest ab. Ganzjährig informiert zudem das Phi-Ta-Khon-Museum am Wat Phon Chai über die Geschichte des Festivals und zeigt historische Masken sowie traditionelle Kostüme.
Viele Besucher verbinden den Festivalbesuch mit Ausflügen in die Berglandschaften der Provinz Loei, die für ihr vergleichsweise kühles Klima, malerische Aussichtspunkte und ihre Naturattraktionen bekannt ist.
Weitere Informationen erteilt das TAT-Büro in Loei unter Tel. 042-812.812, 042-811.405 oder per E-Mail an tatloei@tat.or.th.