4.233 Studenten mit Leberegel infiziert

Mahasarakham ordnet Kontrollen von Som-Tam-Ständen an

Som Tam mit fermentierter Fischpaste gilt als mögliche Ursache der hohen Infektionszahlen. Foto: Suthep_Tangphan/Adobe Stock
Som Tam mit fermentierter Fischpaste gilt als mögliche Ursache der hohen Infektionszahlen. Foto: Suthep_Tangphan/Adobe Stock

MAHASARAKHAM: In der nordostthailändischen Provinz Mahasarakham haben Gesundheitsbehörden bei einer Untersuchung eine überraschend hohe Zahl von Infektionen mit dem Leberegel festgestellt. Betroffen sind insbesondere Studienanfänger, weshalb die Provinzregierung nun verstärkte Kontrollen von Som-Tam-Ständen und anderen Gastronomiebetrieben angeordnet hat.

Bei einer Sitzung unter Leitung des Gouverneurs der Provinz Mahasarakham, Chumpit Decharat, wurden am Montag (6. Juli 2026) aktuelle Untersuchungsergebnisse vorgestellt. Nach Angaben des Provincial Public Health Office wurden bei einer Untersuchung von rund 20.000 Einwohnern etwa elf Prozent positiv auf den Parasiten getestet.

Hohe Infektionsraten an Hochschulen

Besonders auffällig sind die Ergebnisse an den Hochschulen. An der Mahasarakham University wurden unter mehr als 12.700 Studienanfängern des Studienjahres 2026 insgesamt 4.233 Infektionen nachgewiesen, was einer Quote von rund 33 Prozent entspricht. An der Mahasarakham Rajabhat University fielen 380 von 1.922 Erstsemestern positiv aus, entsprechend etwa 19 Prozent.

Als mögliche Ursache gilt der Verzehr von Pla Ra, einer traditionell fermentierten Fischpaste, die häufig als Zutat für Som Tam verwendet wird. Nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden könnten insbesondere nicht ausreichend erhitzte oder nicht behördlich kontrollierte Produkte mit Eiern des Leberegels belastet sein. Bleibt eine Infektion unbehandelt, kann sie langfristig das Risiko für Gallengangskrebs erhöhen.

Pla Ra wird verstärkt kontrolliert

Gouverneur Chumpit ordnete das Provincial Public Health Office an, Restaurants und insbesondere Som-Tam-Stände zeitnah zu kontrollieren und die Betreiber über hygienische Standards beim Einsatz fermentierter Fischprodukte aufzuklären. Betriebe, die ausschließlich ausreichend erhitzte und als sicher geltende Pla-Ra-Produkte verwenden, sollen künftig mit einem Hinweisschild ausgezeichnet werden.

Zudem sollen Betreiber von Som-Tam-Ständen und weiteren Gastronomiebetrieben mit Pla Ra zu einer Informationsveranstaltung unter dem Motto „New Generation Isan People Free from Liver Fluke and Bile Duct Cancer“ eingeladen werden, die am 3. August 2026 stattfinden soll.

Der Leiter des Provincial Public Health Office will die Ergebnisse und die geplanten Maßnahmen am Dienstag (7. Juli 2026) in einer Pressekonferenz näher erläutern.

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Klaus Berbel 09.07.26 15:29
Das gekaufte Pla Ra aus dem Supermarkt wird vermutlich gekocht, filtriert, getestet usw. usw. Damit sollte man ohne Probleme sein Essen extra stinking machen können. Geh ich jetzt aber auf den Markt im Dorf meiner Frau und schau mir diese Seuchenbottiche an, wo die das selbstgemachte Pla Ra verkaufen, kommts mir echt hoch. Gott weiß was da alles für Bakterien und Parasiten rumschwimmen.... und der Gestank, wenn man sich diesen Pesttöpfen auf 5 Meter nähert...kein Wunder also, dass die Kids sich mit diesen Parasiten angesteckt haben.
Norbert Schettler 08.07.26 11:20
Pla Ra
wird ja nicht nur im Som Tam Isan oder Lao verwendet. Vorgestern haben meine Damen noch eine Gaeng Nomai (Bambus) Pfanne gemacht mit reichlich von dem Zeug...allerdings wird er Fisch schon gekocht gekauft und dann nochmals erhitzt. Auch die Variante mit den Hets (Pilzen) geht hier kaum ohne Pla Ra. Wer's braucht, bitte schön. Grundsätzlich bestelle ich Som Tam Thai, auch wegen der kleinen schwarzen Krebse, die im Lao immer untergemischt werden, muss ich auch nicht haben.
Arni 08.07.26 11:02
Wie steckt man sich an?
Die Ursache ist Som Tam Lao (Papayasalat) mit Pla Ra, einer traditionellen Paste aus fermentiertem Fisch. Die Fische stammen aus lokalem Süßwasser und tragen oft die Larven des Leberegels. Wird die Fischpaste für den Salat roh verwendet und nicht abgekocht, überleben die Larven. Beim Essen wandern sie dann über den Darm direkt in die Gallengänge der Leber.

Die Folgen der Krankheit
Das Tückische ist, dass die Infektion jahrelang unbemerkt bleiben kann.

Frühe Symptome: Oft harmlos wie Blähungen, Völlegefühl oder Druckschmerz im rechten Oberbauch.

Spätfolgen: Die Würmer (bis zu 2 cm groß) verursachen dauerhafte Entzündungen und Vernarbungen der Gallengänge.

Das Hauptrisiko: Unbehandelt führt die chronische Infektion extrem häufig zu Gallengangskrebs (Cholangiokarzinom). Diese aggressive Krebsart ist im Isaan wegen dieser Ernährungstradition weltweit am stärksten verbreitet.

Schutz
Der Parasit stirbt beim Kochen ab. Sicher ist das Gericht nur, wenn das Pla Ra vorab gründlich erhitzt wurde – worauf die Behörden nun mit Kontrollen und Siegeln drängen. Im Zweifel weicht man auf Som Tam Thai (ohne Fischpaste) aus.
leschim alex 08.07.26 08:30
Wenn ich bei Einheimischen .....
..... zu Besuch bin und da wird der Behaelter dieser unsaeglichen Fischsauce geoeffnet, nehme ich Reissaus. Allein der Geruch macht mich schon krank - ich wuerde nie etwas essen das mit dem Zeug in Beruehrung gekommen ist.
Sicher ist der Genuss dieser "Delikatesse" mit ein Grund das jeden Tag unzaehlige Personen Krankenhaeuser aufsuchen um sich behandeln zu lassen und saeckeweise Medikamente mit nach Hause schleppen.
Helmut Loehr 07.07.26 21:10
Verunreinigt Essen
Ich bin vor nicht ganz sechs Jahren nach Thailand eingereist. Zuerst teilweise Essen von Ständen gekauft.
Viermal in Abständen. Durchfall, Erbrechen. Das war nicht lustig. Kohletabletten helfen übrigens...!
Seit vier Jahren bereiten wir unser Essen selbst zu. Alle drei Wochen ein Einkauf. In den Gefrierschrank. Ich habe nie wieder Durchfall etc. bekommen.
Die meisten verkaufen ihre Produkte an ihren Ständen "sauber". Es braucht aber nur ein Händler dabei zu sein, der Bakterien im Essen hat. Man wird krank. Bei der Hitze in Thailand verbreiten sich Bakterien rasant.
Nur mal so eine Bemerkung hierzu.

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