MUKDAHAN: Nach dem schweren Unfall mit zehn getöteten Mönchen in der Provinz Mukdahan müssen die Eltern des mutmaßlich verantwortlichen elfjährigen Fahrers voraussichtlich für den entstandenen Schaden aufkommen. Das erklärte Kosolwat Inthujanyong, Generaldirektor des Office for Rights Protection, Legal Aid, and Enforcement of Judgements unter dem Office of the Attorney General.
Der Fall hat landesweit Bestürzung ausgelöst und eine Debatte über die Verantwortung der Eltern sowie die Aufsichtspflicht gegenüber Kindern entfacht.
Eltern haften nach Zivilrecht für Opfer
Nach Angaben von Kosolwat gilt der Junge strafrechtlich zwar als Täter einer Straftat, kann jedoch gemäß Abschnitt 73 des thailändischen Strafgesetzbuches nicht bestraft werden, da Kinder unter zwölf Jahren von einer strafrechtlichen Ahndung ausgenommen sind. Stattdessen greifen Maßnahmen des Kinderschutzes. Zivilrechtlich seien jedoch die Eltern oder Erziehungsberechtigten nach Abschnitt 429 des thailändischen Zivil- und Handelsgesetzbuches verpflichtet, den Opfern Schadenersatz zu leisten. Angesichts der hohen Zahl an Todesopfern und Verletzten sei mit erheblichen Entschädigungsforderungen zu rechnen.
Der Unfall ereignete sich am Donnerstag (2. Juli 2026) auf der Nasinuan Road im Bezirk Mueang der Provinz Mukdahan. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der elfjährige Junge mit besonderen Bedürfnissen einen Pick-up von seinem Wohnhaus aus über eine Strecke von rund zwölf Kilometern gefahren haben, bevor das Fahrzeug in eine Prozession von Mönchen und Pilgern raste. Dabei kamen zehn Mönche ums Leben, mehrere weitere Menschen wurden verletzt.
Eltern geraten massiv in die Kritik
In den sozialen Medien richtete sich die Kritik vor allem gegen die Eltern des Jungen. Viele Nutzer stellten die Frage, wie ein Minderjähriger Zugang zu dem Fahrzeug erhalten und dieses überhaupt in Betrieb nehmen konnte. Gleichzeitig wurden Forderungen nach einer umfassenden rechtlichen Aufarbeitung sowie einer angemessenen Entschädigung der Opfer laut.
Zur Betreuung der Betroffenen entsandte das thailändische Gesundheitsministerium psychologische Krisenteams in das Krankenhaus von Mukdahan sowie in die umliegenden Gemeinden. Dort werden Angehörige der Verstorbenen, verletzte Mönche und Augenzeugen betreut. Nach Angaben der Krankenhäuser herrscht große Trauer, während Familien die Leichname der getöteten Mönche für die buddhistischen Trauerzeremonien entgegennehmen und die Verletzten weiterhin medizinisch versorgt werden.
König stellt Opfer unter Schutz
Wie das Provinzbüro für Öffentlichkeitsarbeit von Mukdahan mitteilte, hat Seine Majestät der König die Verletzten sowie die Familien der Todesopfer unter seinen königlichen Schutz gestellt.
Der Großvater des Jungen, Chom Pikulsee, erklärte, dass die Familie weiterhin unter Schock stehe. Sie könne sich nicht erklären, wie es dem Elfjährigen gelungen sei, den Pick-up mit Schaltgetriebe zu starten und zu fahren.