Ubon strebt UNESCO-Geopark-Status an

Kabinett billigt Bewerbung für internationale Anerkennung

Wind und Wasser formten über Jahrtausende die markanten Sandsteinformationen von Sam Phan Bok. Foto: Ubon Ratchathani Geopark
Wind und Wasser formten über Jahrtausende die markanten Sandsteinformationen von Sam Phan Bok. Foto: Ubon Ratchathani Geopark

UBON RATCHATHANI: Thailand treibt die Bewerbung des Ubon Ratchathani Geoparks als UNESCO Global Geopark voran. Ein entsprechender Vorschlag des Ministeriums für natürliche Ressourcen und Umwelt wurde am Dienstag (23. Juni 2026) vom Kabinett gebilligt. Ziel ist es, die natürlichen und kulturellen Besonderheiten der Region international stärker sichtbar zu machen und gleichzeitig nachhaltigen Tourismus, Bildung sowie die wirtschaftliche Entwicklung der lokalen Gemeinschaften zu fördern.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Lalida Persvivatana erklärte, dass UNESCO Global Geoparks dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung geologischer, archäologischer, ökologischer und kultureller Ressourcen dienen. Gleichzeitig fördern sie die Beteiligung der Bevölkerung an einem verantwortungsvollen Management dieser Ressourcen.

Thailand hat zwei UNESCO-Geoparks

Weltweit gibt es derzeit 229 UNESCO Global Geoparks in 50 Ländern. Thailand verfügt bereits über zwei anerkannte Standorte, den Satun Geopark und den Korat Geopark. Der Khon Kaen Geopark befindet sich derzeit im Prüfungsverfahren.

Blick von einer Felsformation über die vom Mekong geprägte Landschaft des Ubon Ratchathani Geoparks. Foto: Ubon Ratchathani Geopark
Blick von einer Felsformation über die vom Mekong geprägte Landschaft des Ubon Ratchathani Geoparks. Foto: Ubon Ratchathani Geopark

Der Ubon Ratchathani Geopark umfasst eine Fläche von 1.829 Quadratkilometern in den Distrikten Pho Sai, Sri Muang Mai, Khong Chiam und Sirinthorn. Internationale Bedeutung besitzt das Gebiet insbesondere durch die vom Mekong geformten Landschaften mit den bekannten Felsformationen von Sam Phan Bok, steilen Klippen und markanten Steinsäulen. Darüber hinaus beherbergt die Region bedeutende Fossilienfunde aus der Khok-Kruat-Formation, darunter Überreste von Dinosauriern, Flugsauriern, urzeitlichen Krokodilen und weiteren Wirbeltieren aus der Kreidezeit. Damit zählt das Gebiet zu den wichtigsten paläontologischen Fundstätten Thailands.

Lebendige Kultur am Mekong

Neben den geologischen Besonderheiten bewahrt der Geopark auch archäologische Stätten, traditionelle Bräuche und lokales Wissen. Dazu gehören unter anderem das Pak-Bong-Fischschöpf-Festival, die Kultur der Flussgemeinden entlang des Mekong sowie die ethnische Vielfalt der Region. Diese Elemente verdeutlichen die enge Verbindung zwischen Natur, Geschichte und lokaler Lebensweise.

Während der Trockenzeit treten in Sam Phan Bok zahlreiche ausgewaschene Felsbecken und Felsspalten zutage. Foto: Ubon Ratchathani Geopark
Während der Trockenzeit treten in Sam Phan Bok zahlreiche ausgewaschene Felsbecken und Felsspalten zutage. Foto: Ubon Ratchathani Geopark

Der Geopark wurde bereits 2011 als lokaler Geopark gegründet und erhielt 2023 die nationale Anerkennung. Nach Angaben der Behörden verfügt das Gebiet über ein etabliertes Managementsystem mit einem Koordinierungszentrum bei der Provinzverwaltung von Ubon Ratchathani. Das nationale Geopark-Komitee Thailands befürwortete die Bewerbung und verwies auf die wissenschaftliche Grundlage, die Beteiligung der Bevölkerung sowie das Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung.

UNESCO-Prüfung startet im Herbst

Thailand muss seine offizielle Absichtserklärung bis zum 1. Juli 2026 bei der UNESCO einreichen. Die vollständigen Bewerbungsunterlagen sollen zwischen Oktober und November dieses Jahres übermittelt werden. Anschließend werden Experten der UNESCO das Gebiet begutachten, bevor über eine mögliche Anerkennung entschieden wird.

Laut Lalida würde ein UNESCO-Status die internationale Wahrnehmung des natürlichen und kulturellen Erbes Thailands stärken, zusätzliche internationale Besucher und Wissenschaftler anziehen sowie den langfristigen Schutz der einzigartigen Landschaften und Fundstätten fördern.

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