Canon schließt Werk in Korat

Umstrukturierung führt zur Werksschließung

Das Canon-Werk in Nakhon Ratchasima hat nach mehr als einem Jahrzehnt Produktion seinen Betrieb endgültig eingestellt. Archivbild: Google Maps
Das Canon-Werk in Nakhon Ratchasima hat nach mehr als einem Jahrzehnt Produktion seinen Betrieb endgültig eingestellt. Archivbild: Google Maps

NAKHON RATCHASIMA: Die Fabrik von Canon in Nakhon Ratchasima hat ihren Betrieb offiziell eingestellt. Mit einer letzten Auslieferungszeremonie am 12. Juni 2026 wurde die Produktion am Standort endgültig beendet. Damit endet die Geschichte eines der bedeutenderen Industriestandorte der Provinz, der über mehr als ein Jahrzehnt Teil des weltweiten Exportnetzwerks des Unternehmens war.

Fotos des letzten Lastwagens, der das Werksgelände verließ, verbreiteten sich in sozialen Medien. Auf dem Fahrzeug war die Aufschrift „Canon Korat’s final shipment, 100% production line closure“ zu lesen. Die Bilder lösten bei vielen aktuellen und ehemaligen Beschäftigten emotionale Reaktionen aus, da zahlreiche Arbeitnehmer über Jahre hinweg mit dem Werk verbunden waren.

Canon fertigte für den Weltmarkt

Bei dem Standort handelte es sich um die zweite Fabrik von Canon Hi-Tech (Thailand) Co., Ltd. Das Unternehmen wurde 1990 in Thailand gegründet und nahm 1991 die Produktion auf. Hergestellt wurden unter anderem Tintenstrahldrucker, Drucker sowie Papierverarbeitungssysteme für den Export in internationale Märkte.

Nachdem Canon Hi-Tech (Thailand) im Jahr 2009 die Marke von 100 Millionen produzierten Einheiten erreicht hatte, investierte das Unternehmen in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten und errichtete eine neue Fabrik in Nakhon Ratchasima. Das Werk wurde 2013 offiziell eröffnet. Den Vorsitz bei der Eröffnungszeremonie führte damals Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn.

Canon ordnet Produktion neu

Mehr als zehn Jahre lang gehörte die Fabrik zu den wichtigsten Produktionsstandorten von Canon in Thailand und war zugleich ein bedeutender Arbeitgeber für die Elektronikindustrie im Nordosten des Landes. Die Schließung erfolgt im Rahmen einer Neuordnung der Produktionsstruktur des Unternehmens. Ziel sei es, die betriebliche Effizienz zu steigern und auf Veränderungen in der globalen Fertigungsindustrie zu reagieren.

Mit dem letzten Warenausgang am 12. Juni 2026 endete damit offiziell die Rolle des Werks in Nakhon Ratchasima als Produktionsstandort für Exportgüter.

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Chris Jomtien 18.06.26 23:40
@Roman Knölfel
Bitte keine psychiatrischen Ferndiagnosen. Zudem verbreite ich hier keine Steintischweisheiten, sondern Fakten, die jeder schwarz auf weiß nachlesen kann. Das geht auch über Google oder ChatGPT etc.
Wenn Sie jedoch niemanden kennen, der einen normalen Arbeitsvertrag hat, sondern ausschließlich Tagelöhner in ihrem Umfeld sind, dann kann man also sagen das alles was Sie über thailändische Arbeitsbedingungen zu wissen glauben, ausschließlich Behauptungen aus der gesellschaftlichen Randgruppe sind.
In der Industrie werden entgegen Ihrer Information recht ansehnliche Löhne bezahlt. Die Grundgehälter für Berufseinsteiger und Ungelernte sind zwar niedrig, natürlich nicht unterhalb des gesetzlichen Mindestlohnes, jedoch gibt es viele Möglichkeiten dies aufzustocken.
Essensgeld und Fahrkostenbeihilfe, alternativ preisgünstiges oder kostenloses Essen und Bus Transport sind obligatorisch. Manchmal sogar kostenlose Unterkünfte.
Überstunden- , Nachtschicht- und Feiertagszulagen sind gesetzlich geregelt. Bei manchen Arbeitern macht allein dies mehr als der eigentliche Grundlohn.
Zudem werden die Feiertage, Kranktage und Urlaubstage bezahlt. Der Urlaubsanspruch ist jedoch im ersten Jahr sehr bescheiden (gesetzlicher Mindesturlaub sind 6 Tage, zunehmend mit steigenden Alter). Manche Firmen gewähren zusätzliche Urlaubstage pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Sehr attraktiv ist auch der Bonus am Jahresende, 0 bis xx Monatsgehälter.
Roman Knöpfel 18.06.26 17:50
Chris
Du bist ein romantischer Träumer. Ich sehe hier die Wirklichkeit und die sieht diametral zu Deiner Sichtweise aus. Hier hat niemand, den ich kenne einen Arbeitsvertrag, der eine minime soziale Absicherung beinhaltet. In Firmen in denen Farangs angestellt sind wird das sicher anders sein, weil für Farangs andere gesetzliche Bestimmungen herrschen. In der Landwirtschaft werden bei uns teilweise gar höhere Taglöhne bezahlt als in der Industrie. Taglöhner in der LW verdienen pro Tag 450 THB, wenn Sie die Mahlzeit selber mitnehmen, 400 THB wenn sie vom Auftraggeber verpflegt werden.
Chris Jomtien 18.06.26 17:30
@Roman Knöpfel
Tagelöhner sind in der Landwirtschaft so üblich, aber "wie in Thailand üblich", trifft nicht zu, denn fast alle Betriebe brauchen geschulte und insbesondere verlässliche Mitarbeiter. Industrie, Handwerk und Handel bevorzugen Mitarbeiter auf die sie sich verlassen können, denn die Berufsausbildung kostet viel Geld und selbst wenn es sich um ungelernte Arbeiter handelt, die nur für einfache Anlerntätigkeiten gebraucht werden, ist deren Grad an Zuverlässig entscheidend ob sie einen festen Arbeitsvertrag bekommen oder nicht. Letzteres ist insbesondere ein Problem mit Kandidaten aus dem Nordosten. Alkoholismus und Drogenkonsum, häufiges Blaumachen, Lernresistenz und Schlampigkeit sind da leider eher die Norm als die Ausnahme. Daher bevorzugen Betriebe Mitarbeiter aus anderen Regionen sowie Laoten und Myanmarer. (Rund 1,5 Millionen kambodschanische Gastarbeiter mussten das Land aufgrund der politischen Spannungen verlassen). Es ist auch nicht so das die Gastarbeiter in der Industrie für weniger Geld arbeiten und dadurch Einheimischen die Jobs wegnehmen, sondern sie müssen mindestens den gleichen Lohn erhalten.
Ich habe kurz zu den th. Regularien für Tagelöhner gegoogelt. (Ohne Gewähr!): Tagelöhner haben weder Anspruch auf bezahlten Urlaub noch bezahlten Sonderurlaub bei Tod eines Verwandten. Sie müssen zudem nicht in die Sozialkassen einzahlen und erwerben daher auch keinen Anspruch auf Rente, Arbeitslosengeld etc. .
Roman Knöpfel 18.06.26 05:40
@ Chris
Das sind keine Schwarzarbeiter, sondern, wie in Thailand üblich. als Taglöhner eingestellte Arbeiter. Der sohn meiner Frau arbeitet in einer Textilfabrik, ganz in der Nähe. Er hat genau das Gehalt für jeden Tag, den er arbeitet. Nicht einmal die Beerdigung seines Onkels und Nachbarn wurde ihm vergütet. Die Leute haben. auch nur einen Job, solange Arbeit vorhanden ist und können von einem Tag auf den andern auf. die Strasse gestellt werden. Läuft in Restaurants übrigens ganz ähnlich. Meine Frau hat in einemRestaurant gearbeitet, der vielfach die Löhne zu spät bezahlt hat oder nur teilweise. eines Morgens ein Schild a der Tür "Restaurant geschlossen wegen Besitzerwechsel". Der Besitzer, ein Schwede mit seiner Frau, verschwunden und nicht auffindbar. 10 Angestellte ohne Geld und ohne Job. Ich habe ihnen geraten bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Ihnen wurde das Protokoll der Anzeige ausgehändigt, das wars. Vor einer Woche ein Anruf der Polizei, sie könnten auf den Posten kommen und ihr Gehalt plus 5000 THB Extrazahlung auf der Polizeistation abholen, also insgesamt 27'000 THB. Mal schauen ob das klappt.
Chris Jomtien 17.06.26 23:20
@Roman Knöpfel
Bezüglich der vielen Schwarzarbeiter im Kleingewerbe haben Sie natürlich Recht. Doch auch in Deutschland oder in der Schweiz gibt es weder eine Lohnfortzahlung für kranke Schwarzarbeiter, noch bekommen diese extra Arbeitslosengeld, wenn gerade keine Schwarzarbeit angeboten wird.
Für legal Beschäftigte, egal ob studierte Angestellte oder ungelernte Arbeiter, gibt es jedoch hier wie dort Sozialversicherungen. Dies gilt genauso für Expat Professionals, wie ich es viele Jahre war.
Die für meinen Fachbereich zuständige Gewerkschaft ist die CILT (Confederation of Industrial Labour) und die für mich als Expat, damals mit 1. Wohnsitz in Jomtien zuständige Arbeitsagentur hat ihren Sitz in Sri Racha.
Viele Thais kennen ihre Rechte jedoch nicht und lesen auch weder was in ihren Arbeitsverträgen steht, noch die Sozialgesetze. Auch mein Ex. war sehr überrascht als ich Anfang 2000 Arbeitslosengeld beantragte und auch bekam. Schwierigkeit für Ausländer ist lediglich dass das Work Permit mit Beendigung des Arbeitsvertags erlischt und damit die Aufenthaltserlaubnis. Man braucht daher zunächst ein neues Non B Visum, bevor man Arbeitslosengeld beantragen kann, wobei für das Non B wiederum ein Jobangebot Voraussetzung ist. ... Zumindest war das damals so. Die aktuelle Situation kenne ich nicht.
Auch dies ist ein klassisches Beispiel dafür, das man unbedingt die Sprache seines Wohnlandes verstehen und lesen können sollte. Wer nicht lesen kann, lebt am Rande der Gesellschaft.
Roman Knöpfel 17.06.26 11:20
@ Chris
Nein, meine Aussage trifft für den Grossteil der Arbeitnehmer in Thailand zu. Ausser Staatsangestellte, Bankangestellte usw., die auch einen Fixlohn beziehen sowie ein paar wenige Privatunternehmen, die eine gewisse soziale Absicherung kennen, sind die meisten Arbeitnehmer, weder gegen Krankheit, Unfall geschützt. Die meisten erhalten nur Lohn, wenn sie auch arbeiten. Selbst die vielen Feiertage werden von den Firmen nicht vergütet. Z.B. dürfen Sie 3 Tage pro Jahr für persönliche Angelegenheiten (Arzt,Behördengänge usw) beziehen, die aber auch nicht bezahlt werden!
Chris Jomtien 16.06.26 20:00
@Roman Knöpfel
Ihre Behauptung ist grundfalsch. Wie kommen Sie darauf, das es diese 3 Dinge in Thailand nicht gäbe?
Roman Knöpfel 16.06.26 17:30
@Oliver
Sozialplan & Abfindungen? Gewerkschaften? Wo bist du stehen geblieben? Alle 3 von Dir angesprochenen Errungenschaften gibt es in Asien nicht! Sonst wären Löhne und Preise auch auf DACH Niveau und die geliebten Produkte aus Asien, wären in DACH wesentlich teurer. Zudem wären auch die Managerlöhne in DACH nicht auf dem Spitzenniveau.
Oliver Harms 16.06.26 17:10
Glorifiziert und Hura!
Wo bleiben die kritischen Nachfragen zu den Betroffenen und dem Sozialplan bzw Abfindungen?
Was sagen die Gewerkschaften?
Christian St. 16.06.26 13:36
Canon
Mal eine typisch deutsche Frage?
Wie viele Menschen haben Ihre Arbeit und Einkommen eigentlich verloren. Im Artikel fehlt jeder Hinweis darauf. Oder interessiert das in Thailand keinen?

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