CHAIYAPHUM: Thailand hat die Entdeckung einer neuen Dinosaurierart bekanntgegeben. Bei der Spezies mit dem Namen Nagatitan chaiyaphumensis handelt es sich um einen riesigen pflanzenfressenden Sauropoden mit langem Hals, der als bislang größter bekannter Dinosaurier Thailands und Südostasiens gilt.
Entdeckt wurden die Fossilien von einem Team thailändischer Paläontologen unter Leitung von Sita Manitkoon vom Paläontologischen Forschungs- und Bildungszentrum der Mahasarakham University. An dem Projekt beteiligt waren außerdem das University College London sowie das thailändische Department of Mineral Resources im Rahmen des sogenannten Project Thaitan. Die Forschungsarbeiten wurden von der National Geographic Society unterstützt.
Knochenfund aus der Kreidezeit
Die Fossilien wurden im Gebiet Ban Phanang Suea im Bezirk Nong Bua Rawe in der Provinz Chaiyaphum entdeckt und untersucht. Nach Angaben der Forscher wurden mehr als 20 versteinerte Knochenfragmente gefunden, darunter ein vollständig erhaltener rechter Oberarmknochen mit einer Länge von 178 Zentimetern, mehrere Rippenknochen sowie ein Oberschenkelknochen von mehr als zwei Metern Länge.

Auf Grundlage der Funde schätzen die Wissenschaftler, dass Nagatitan chaiyaphumensis eine Länge von etwa 27 bis 30 Metern erreichte und mehr als 26 Tonnen wog. Der Dinosaurier gehörte zur Gruppe der Titanosauriformes und lebte während der frühen Kreidezeit vor rund 100 bis 115 Millionen Jahren.
14. Dinosaurierart Thailands
Der Name „Nagatitan“ setzt sich aus „Naga“, einer schlangenähnlichen Figur aus dem thailändischen Glauben, und „Titan“ aus der griechischen Mythologie zusammen. Der Artname chaiyaphumensis verweist auf die Provinz Chaiyaphum, in der die Fossilien entdeckt wurden. Es handelt sich um die 14. offiziell benannte Dinosaurierart Thailands.

Laut Thitiwoot Sethapanichsakul, Doktorand am University College London und Hauptautor der in Scientific Reports veröffentlichten Studie, bezeichneten die Forscher den Fund als „letzten Titanen“ Thailands. Die Fossilien stammen aus der jüngsten bekannten dinosaurierführenden Gesteinsformation des Landes. Jüngere Ablagerungen seien wahrscheinlich bereits in einem flachen Meer entstanden, weshalb dort kaum noch Dinosaurierreste zu erwarten seien.
Hinweis führte zu Ausgrabungen
Die Entdeckung geht auf das Jahr 2016 zurück, als ein Bewohner von Ban Phanang Suea ungewöhnliche Überreste in dem Gebiet bemerkte und diese den Behörden meldete. In den folgenden Jahren führten Mitarbeiter der Abteilung für Fossilschutz und des Regionalbüros für Mineralressourcen weitere Untersuchungen und Ausgrabungen durch.

Die Fundstelle wurde später gesichert und zum Dinosaurier-Lernzentrum Ban Phanang Suea ausgebaut. Ein Teil der Fossilien wird heute im Sirindhorn Museum aufbewahrt. Zwischen 2016 und 2023 wurden die Untersuchungen sowie die Entwicklung des Geländes fortgesetzt. Die Anlage gilt inzwischen als bedeutendes Lernzentrum für die Provinz Chaiyaphum und den Chaiyaphum Geopark.
Projekt zum Schutz der Fundstelle
Im Jahr 2024 erhielt Sita Manitkoon Fördermittel der National Geographic Society für das Projekt „Exploring the Titans: Investigating Thailand’s Largest Dinosaur and Engaging Local Communities in Chaiyaphum Geopark“. Ziel des Projekts ist die weitere Erforschung, der Schutz und die Entwicklung der Fossilienfundstelle in Zusammenarbeit mit Behörden, lokalen Gemeinden und Bildungseinrichtungen.

Nach Angaben der Wissenschaftler besitzen Fossilien nicht nur Bedeutung für die Benennung neuer Arten. Sie liefern wichtige Hinweise auf frühere Lebensformen, Umweltbedingungen und die geografische Entwicklung der Erde und gelten damit als bedeutender Bestandteil des natürlichen Erbes Thailands.