NAKHON PHANOM: Das thailändische Nationalparkamt hat gemeinsam mit der Abteilung für Umweltkriminalität der Polizei und weiteren Behörden ein grenzüberschreitend agierendes Netzwerk für den Online-Handel mit Wildtierprodukten zerschlagen.
Wie Narupon Thipmonta, Direktor des Büros für Prävention, Bekämpfung und Kontrolle von Waldbränden, am Donnerstag (28. Mai 2026) mitteilte, führten Ermittlungen des Wildlife Crime Intelligence Center (WCC) und von Spezialeinheiten zum Schutz von Nationalparks und Wildtieren zur Festnahme einer Verdächtigen in der Provinz Nakhon Phanom.
Tigerfelle im Online-Angebot
Nach Angaben der Behörden hatten die Ermittler Hinweise auf den illegalen Handel mit geschützten Wildtierprodukten über Online-Kanäle erhalten. Angeboten worden seien insbesondere Tigerfelle, Felle von Nebelpardern und Marmorkatzen, Schuppentierschuppen sowie Teile von Bären und geschützten Bergziegenantilopen.

Die Ermittlungen führten zu einer Frau namens Kulkalaya, deren Ehemann aus Laos stammt. Sie betrieb in der Gemeinde That Phanom in der Provinz Nakhon Phanom offiziell ein Geschäft für Souvenirs und traditionelle Heilmittel. Nach Erkenntnissen der Behörden diente das Geschäft jedoch als Tarnung für den Schmuggel und Verkauf von Wildtierprodukten aus Laos. Die Waren seien sowohl über das Internet als auch an Touristen verkauft worden, die die berühmte Reliquienstätte Phra That Phanom besuchten.
100 Wildtierteile sichergestellt
Nach Sammlung entsprechender Beweise erwirkten die Ermittler einen Haftbefehl des Strafgerichts Min Buri sowie einen Durchsuchungsbeschluss des Provinzgerichts Nakhon Phanom. Bei der Durchsuchung wurden die Verdächtige festgenommen und zahlreiche Beweisstücke sichergestellt. Dazu gehörten unter anderem Tigerfelle, Felle von Nebelpardern und Marmorkatzen, Pythonhäute, Schuppentierschuppen, Hirschgeweihe sowie Teile von geschützten Bergziegenantilopen und Bären. Insgesamt wurden 100 Einzelstücke beschlagnahmt. Die Beweisstücke werden bei der zentralen Umweltkriminalitätsabteilung in Bangkok aufbewahrt.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen stießen die Behörden auf eine zweite Lieferung mit Tigerteilen im Wert von 27.000 Baht. Die Sendung umfasste einen Tigerkopfteil und einen Tigerschwanz und war über ein Transportunternehmen von Wang Noi nach That Phanom unterwegs. Als Empfängerin war erneut die bereits festgenommene Kulkalaya angegeben. Zum Zeitpunkt der Ermittlungen hatte die Sendung bereits die Provinz Khon Kaen erreicht.
Tigerfell und Schwanz sichergestellt
Am Donnerstag beschlagnahmten die Beamten schließlich auch diese zweite Lieferung. Dabei handelte es sich um ein Stirnfellstück eines Tigers mit einer Länge von 28 Zoll und einer Breite von 16 Zoll sowie einen Tigerschwanz mit einer Länge von 24 Zoll und einer Breite von 2 Zoll. Als Absender war ein Mann namens Anon angegeben, dessen Nachname nicht bekannt ist. Die Sendung wurde in Bangkok aufgegeben. Die auf dem Paket angegebene Mobiltelefonnummer des Empfängers stimmte mit der Telefonnummer überein, die bei der Festnahme der Verdächtigen sichergestellt worden war.

Die Behörden beschlagnahmten die zusätzlichen Tigerteile zur weiteren Untersuchung. Sollten sich weitere Verstöße bestätigen, sollen die Beweisstücke in das laufende Strafverfahren einbezogen und zusätzliche Anklagen gegen die Verantwortlichen erhoben werden.