BANGKOK: Die thailändische Einwanderungsbehörde hat ihre Visaüberprüfungen deutlich verschärft, um konsequenter gegen ausländische Kriminelle vorzugehen. Wie Behördensprecher Pol Maj Cheongron Rimpadee erklärte, folgt die Maßnahme einer landesweiten Kampagne zur Bekämpfung von Cyberkriminalität und entspricht den Vorgaben von Premierminister Anutin Charnvirakul sowie dem Nationalen Polizeichef Pol Gen Kittharath Punpetch.
Bereits am Mittwoch (12. November 2025) beriet Immigrationschef Pol Lt Gen Panumas Boonyalug mit seinen Mitarbeitern über neue Richtlinien, die verhindern sollen, dass Ausländer Thailands visafreie Einreise zu illegalen Aktivitäten missbrauchen.
Strengere Kontrollen bei Visa Runs
Insbesondere soll die bisher leichte Möglichkeit regelmäßiger Ein- und Ausreisen unter dem Deckmantel des Tourismus — sogenannte „Visa Runs“ — stärker kontrolliert werden. Polizeidaten zeigen, dass viele Personen, die bis zu 90 Tage gültigen Aufenthalte pro Einreise genutzt haben, um durch zahlreiche Verlängerungen über Jahre hinweg im Land zu bleiben. In Orten mit großen Expat-Gemeinschaften wie Pattaya, Phuket oder Hua Hin floriert eine Branche, die organisierte Grenzfahrten für Visumformalitäten anbietet. Laut Cheongron haben diese Schlupflöcher jedoch begünstigt, dass sich einige Ausländer an Online-Betrug, Geldwäsche oder nicht genehmigten Geschäftstätigkeiten beteiligen konnten.
Härteres Vorgehen gegen Visa-Missbrauch
Zur Eindämmung solcher Praktiken sollen Grenzbeamte künftig Personen abweisen, die mehr als zwei Visa Runs ohne nachvollziehbaren Grund durchführen. Betroffene müssen vor einer erneuten Einreise ein entsprechendes Visum — etwa für Geschäfts-, Rentner-, Ausbildungs- oder Familienaufenthalte — beantragen. Seit Jahresbeginn wurde laut Behörde rund 2.900 Ausländern die Einreise verweigert, weil sie Visa-Regelungen missbrauchten. Zudem sollen Personen, die auf nationalen oder internationalen Beobachtungslisten stehen, den Zugang zu grenznahen Risikogebieten wie Mae Sot in der Provinz Tak verwehrt bekommen. Für zuvor aus Grenzregionen zwischen Thailand und Myanmar abgeschobene Ausländer gilt ein dauerhaftes Wiedereinreiseverbot. Auch Anträge auf temporäre Aufenthaltsverlängerungen werden strenger geprüft: Wer Muster zeigt, die auf regelmäßige Visa Runs hindeuten, muss mit einer Ablehnung oder dem Entzug der Verlängerung sowie anschließender Abschiebung rechnen. Parallel dazu wird das landesweite Vorgehen gegen Overstayer intensiviert.
Effiziente Kontrollen trotz größerem Aufwand
Cheongron räumte ein, dass die neuen Verfahren Passkontrollen während der Stoßzeiten geringfügig verlangsamen könnten. Dennoch soll die Abfertigung effizient bleiben und pro Person nicht länger als 45 Sekunden dauern; die Wartezeiten sollen maximal 40 Minuten betragen. Zusätzliche Einsatzkräfte sollen Verzögerungen vermeiden. Die Behörde betonte, dass die Maßnahmen nicht darauf abzielen, den Tourismus zu beeinträchtigen, sondern vielmehr „qualitätsorientierte Besucher“ anzuziehen, die positiv zur thailändischen Wirtschaft beitragen.