Bereits vor 15 Tagen wurde meine marode Aorten-Herzklappe minimal invasiv entfernt und ersetzt. Und nun bin ich schon acht Tage hier in der Rehabilitation in Seewis im Kanton Graubünden. Es geht permanent etwas besser, die Leute sind außerordentlich freundlich, hilfsbereit und kompetent, aber das Ganze ist schon auch anstrengend, speziell für so einen unsportlichen Zeitgenossen wie mich.

Das ist typisch für das ausgezeichnete GesundheitssysÂtem in der Schweiz: Auf eine schwere Operation erfolgt ein mehrwöchiger Kuraufenthalt – häufig in den Bergen –, wo der Wiederaufbau unter relativ komfortablen, gesunden und sicheren Bedingungen stattfindet. Alle Einwohner der Schweiz sind obligatorisch krankenversichert und deshalb berechtigt, auch eine solche Reha zu bekommen. Anders als bei anderen solchen Institutionen haben hier in Seewis alle Patienten ein Einzelzimmer, was schon sehr angenehm ist. Und das Essen ist außerordentlich gut und ausgewogen.
Ein Fahrer holt mich in Zürich ab
Die Operation fand im Uni-Spital statt, ein Fahrer aus Seewis holte mich dort eine Woche später ab und brachte mich herauf: Auch das war sehr angenehm. Zwar hätte ich mir zugetraut, selbständig und mit dem Öffentlichen Verkehr hierher zu reisen, aber ich überschätze mich eben auch. Im Grunde war ich sehr froh, dass mich der freundliche Herr Ganser, ein pensionierter Garagist, abholte. Seine freundliche Frau arbeitet ebenfalls noch ein kleines Pensum in der Reha Seewis.

Man bekommt hier täglich eine Schachtel mit Pillen, plus einen Programmzettel mit Terminen. Kleinere und größere Spaziergänge drängen sich eigentlich permanent auf: Gerade auch angesichts des prächtigen Herbstwetters. Sie führen direkt von der Reha weg, die Hügel an oder zuerst mit dem Bus in die Berge und dann irgendeine Alp hinauf, zum Beispiel zu einem ausgezeichneten Wurst-Käsesalat mit (in meinem Fall) Brot ohne Gluten. Man ist hier in LeisÂtungsgruppen eingeteilt, aber man kommt immer wieder auch an die eigenen Grenzen, was sicher beabsichtigt ist.
Auch das Radfahren am Ort eine halbe Stunde lang ist anstrengender als man so denkt, tut aber sicher auch gut. Ich kauf mir dann nach meiner Rückkehr nach Thailand auch so ein Rad: Seit ich wegen eines Hundeangriffs gestürzt bin, fahre ich nicht mehr mit dem Velo auf den Thai-Straßen.
Am schlimmsten sind für mich Ballspiele, die ich schon mindestens 50 Jahre nicht mehr gespielt habe. Ich bin da völlig untalentiert. Ich mache trotzdem mit, so gut es eben geht, aber ich mache garantiert keine gute Figur.

Die Gänsebestellungen haben begonnen
Nun sind auch wieder die Bestellungen der Weihnachtsgänse angelaufen. Wir hatten in diesem Jahr weitaus über hundert junge Gänse, ein Rekord. Alle wurden im Alter von höchstens sechs Monaten möglichst human geschlachtet und tiefgefroren. Wartet man damit länger, werden sie so grauenhaft zäh, dass sie sich für die Backröhre nicht mehr eignen. Unsere Weihnachtsgänse werden tiefgefroren im Kühlwagen durch Thailand verschickt und kommen auch tiefgefroren an. In ihren Bäuchen enthalten sie das Gänseklein: Magen, Leber und Herz. Frohes Fest.
Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!
