BANGKOK: Nach dem schweren Zugunglück am vergangenen Samstag (16. Mai 2026) in Bangkok haben Ermittler Anklage gegen drei Personen erhoben. Wie Pol Col Uramporn Khundet-samrit, Leiter der Polizeiwache Makkasan, mitteilte, richten sich die Vorwürfe gegen den Lokführer des Güterzugs, den Fahrer des Linienbusses der Route 206 sowie den Mitarbeiter am Bahnübergang.
Allen drei Beschuldigten wird fahrlässige Verursachung von Todesfällen, schweren Verletzungen und Körperverletzung vorgeworfen. Bei dem Unfall am Bahnübergang Asok–Phetchaburi war ein Güterzug mit einem öffentlichen Bus kollidiert. Acht Menschen kamen ums Leben, 32 weitere wurden verletzt. Einige Opfer erlitten schwere Verbrennungen, sodass ihre Identität nur mithilfe von DNA-Analysen der Gerichtsmedizin festgestellt werden konnte.
Drogentest belastet den Lokführer
Nach Angaben der Ermittler ergaben toxikologische Untersuchungen beim Lokführer Spuren von Amphetaminen und Cannabis im Körper. Die Polizei prüft nun, ob diese Substanzen seine Fähigkeit zur sicheren Ausübung seiner Tätigkeit zum Zeitpunkt des Unglücks beeinträchtigt haben könnten.
Pol Col Uramporn erklärte, dass das thailändische Straßenverkehrsgesetz keine direkten Vorschriften für den Eisenbahnbetrieb enthalte. Daher würden nun zusätzlich die internen Vorschriften und Disziplinarregeln der State Railway of Thailand geprüft. Sollten weitere Pflichtverletzungen nachgewiesen werden, könnten zusätzliche Anklagen folgen.
Polizei befragt weitere Autofahrer
Die Ermittlungen konzentrieren sich zudem auf mehrere Autofahrer, die sich unmittelbar vor dem Zusammenstoß auf oder nahe den Gleisen befunden hatten. Laut Polizei sollen Fahrer von Fahrzeugen, die auf Videoaufnahmen am Bahnübergang zu sehen sind, zur Befragung vorgeladen werden. Dabei werde untersucht, ob Verkehrsregeln missachtet oder Fahrbahnmarkierungen ignoriert wurden, wodurch der Bahnübergang blockiert worden sein könnte.
Gleichzeitig betonten die Behörden, dass jeder Fall einzeln geprüft werde. Einige Fahrer könnten aufgrund des dichten Verkehrs nicht mehr rechtzeitig von den Gleisen weggekommen sein. Gegen diese Personen seien bislang keine weiteren Anklagen erhoben worden.
Debatte über Bahnübergänge wächst
Der Fall sorgt landesweit für große Aufmerksamkeit und hat erneut Diskussionen über die Sicherheit an Bahnübergängen, das Verkehrsmanagement sowie mögliche Versäumnisse bei Betriebsabläufen ausgelöst. Im Rahmen der Ermittlungen prüfen die Behörden auch, ob Warnsysteme, Schrankenanlagen und Notfallmaßnahmen vor dem Unfall ordnungsgemäß funktioniert haben.
Nach Angaben der Polizei sammeln Ermittler und Bahnbehörden weiterhin Beweismaterial, werten Überwachungsvideos aus und befragen Zeugen, um die genauen Ursachen des Unglücks zu klären.
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