BANGKOK: Die vom Staatsrat (Council of State, CoS) vorgeschlagene neue Zutrittsvoraussetzung für thailändische Staatsbürger zu Casino-Unterhaltungskomplexen wird voraussichtlich nicht vom Kabinett genehmigt werden. Dies gab Innenminister und stellvertretender Premierminister Anutin Charnvirakul bekannt.
Der umstrittene Vorschlag sieht vor, dass Thailänder mindestens 50 Millionen Baht für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auf einem Festgeldkonto nachweisen müssen, um Zugang zu einem Casino-Unterhaltungskomplex zu erhalten. „Es ist schwierig, dass der Vorschlag die Zustimmung des Kabinetts erhält“, betonte Anutin.
Der Vorsitzende der Bhumjaithai-Partei fügte hinzu, dass seine Partei als Mitglied der Regierungskoalition politische Maßnahmen unterstützt, solange diese der Gesellschaft keinen Schaden zufügen.
Gesetzesentwurf in Überarbeitung und für öffentliches Feedback offen
Pakorn Nilprapunt, Generalsekretär des CoS, erklärte zuvor, dass die geplante Regelung dazu beitragen solle, den Zugang zu Glücksspielangeboten auf Personen mit ausreichender finanzieller Stabilität zu beschränken. Er betonte, dass der Gesetzesentwurf derzeit in der zweiten Überprüfungsphase sei und weiter auf Grundlage der Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit angepasst werde.
Der Entwurf ist bis zum 1. März 2025 auf der offiziellen Webseite des CoS für öffentliches Feedback einsehbar. Laut Pakorn sollen die Anregungen der Bevölkerung in die weitere Bearbeitung einfließen. Innerhalb von 50 Tagen nach Ende der Feedback-Phase soll der Gesetzesentwurf dem Kabinett erneut vorgelegt werden.
Schutz vor Spielsucht und Förderung des Tourismus im Fokus
Der geplante Gesetzentwurf zielt darauf ab, ausländische Touristen als Hauptzielgruppe für die Casino-Unterhaltungskomplexe zu gewinnen. Gleichzeitig sollen Thailänder aufgrund sozialer und wirtschaftlicher Bedenken weitgehend vom Glücksspiel ferngehalten werden.
Der stellvertretende Finanzminister Julapun Amornvivat erklärte, das Gesetz solle illegales Glücksspiel eindämmen, ausländische Investitionen anziehen und die nationale Wirtschaft beleben. Allerdings warnte er davor, dass eine zu strenge Regelung thailändische Spieler weiterhin in illegale Einrichtungen oder Casinos im benachbarten Ausland treiben könnte.
Das Kabinett wird den Vorschlag zur finanziellen Zutrittsauflage in einer weiteren Sitzung erneut diskutieren. Ob die kontroverse Regelung letztlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.