Callolo - Tagung des Siedlungsrates 

Callolo und seine Herzallerliebste (Teil 3)

Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E
Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E

Gestern tagte unser Siedlungsrat unter dem stellvertretenden Vorsitz meiner Herzallerliebsten. Einziger Tagesordnungspunkt war die Sanierung des alten Swimmingpools. Ich konnte wegen einer starken Erkältung daran nicht teilnehmen.

Nach drei Stunden kam meine Herzallerliebste zurück. Sie war empört, weil die Mehrheit beschlossen hatte, die Kosten für die Renovierung des alten Pools auf alle Bewohner zu verteilen – ohne Ausnahme.

„Callolo, das ist ungerecht,“ jammerte sie, „wir haben doch unseren eigenen Pool. Den neuen werden wir niemals benutzen.“

Ich versuchte, sie zu beruhigen: „Schatz, wenn der Pool zum Allgemeinbesitz erklärt wird, dann ist es nur fair und richtig, dass alle sich gleichermaßen an den Kosten zu beteiligen haben.“

„Aber das sehe ich nicht ein, Callolo, ich finde,...“

„Meine liebe Nai, ich wundere mich sehr über dich. Sonst bist du immer für Einigkeit, für Gemeinsamkeit und Zusammenhalt.“

„Callolo, wir haben doch gerade erst ein Vermögen für unseren Pool bezahlt, und jetzt sollen wir für die anderen...“

Ich dachte, vielleicht lässt sie sich durch Argumente überzeugen:

„Schau mal, wenn in dem neuen Pool Schwimmwettkämpfe ausgetragen werden, dann möchte unser Chrissi doch später bestimmt auch dabei sein. Habt ihr denn auch über die Kosten gesprochen?“

„Klar. Khun Champot meinte, wir müssten mindestens mit einer Million Baht rechnen.“

„Na, und? Das macht für jeden Haushalt gerade mal 10.000 Baht, mein Schatz.“

„Du irrst, Callolo, das macht für uns, für dich, für Chrissi und für mich mindestens 30.000 Baht. Deshalb habe ich dagegen gestimmt.“

„Willst du dich plötzlich außerhalb der Gemeinschaft stellen, mein Schatz? Sonst bist du doch immer die Erste, die Solidarität predigt.“

„Ich bin ja nicht die Einzige, die dagegen gestimmt hat, mein Lieber, von den sechzig anwesenden Erwachsenen haben zwölf den Antrag abgelehnt.“

„Und wie soll das jetzt weitergehen, mein Schatz?“

„Das weißt du doch selbst, Callolo. Laut unserer Satzung entscheidet die Mehrheit.“

„Dann ist doch alles gut.“

„Nichts ist gut, Callolo. Du bist wieder einmal zu großzügig. Und bei mir sparst du das Geld dann wieder ein.“

Aha! Von daher weht der Wind. Meine Herzallerliebste verfolgt mit ihrer Widerspenstigkeit eine ganz bestimmte Strategie.

„Mein Schatz, was hältst du davon, wenn ich das Wirtschaftsgeld für dich um 8% aufstocke als Inflationsausgleich?“

Sofort hellt ihr Gesicht sich auf. „Okay, Callolo, sagen wir 10%, und dann bin ich mit allem einverstanden. Schließlich musst du bedenken, es geht ja auch um die Zukunft von Chrissi.“

Meine Herzallerliebste ist schon ein ganz besonderes Exemplar. Sie übernimmt ohne zu zögern meine Argumente und tut so, als wären es ihre eigenen, sobald ich bereit bin, auf ihre finanziellen Wünsche einzugehen.

Innerlich ziehe ich meinen Hut vor ihr.

Zum Autor: Ein Leben für Kunst und Literatur

Carl-Friedrich Krüger, bekannt als Ce-eff, wurde in der norddeutschen Kleinstadt Bad Oldesloe geboren. Wegen besserer Bildungschancen zog er bereits in jungen Jahren nach Hamburg, wo er seine Ausbildung durch zahlreiche Jobs finanzierte. Nach seinem Ersatzdienst begann er zu schreiben: Gedichte, Satiren, Kurzgeschichten, Romane und Drehbücher. Das ZDF engagierte ihn als Redakteur, und er gründete das Kabarett „Die Poli(t)zisten“, aus dem das bundesweit bekannte Mainzer Forum-Theater UNTERHAUS hervorging. Dort leitete er viele Jahre Programme und trat mit eigenen Stücken auf. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Heute lebt er als freier Autor in Deutschland und Thailand und ist Kolumnist der deutschsprachigen Zeitschrift DER FARANG.

Callolo und Nai: Geschichten einer Farang-Thai-Liebe

Mit viel Humor und Charme beschreibt Ce-eff Krüger die Höhen und Tiefen des Zusammenlebens von Thais und Farangs. Im Fokus stehen Nai und Callolo, deren Eheleben von Toleranz und Herausforderungen geprägt ist – und dennoch immer wieder ein Happy End findet.

Im ersten Buch erzählt der Autor durch eine „rosarote Brille“ von liebevollen Momenten und überraschenden Entwicklungen. Das zweite Buch beleuchtet ehrlich und humorvoll die Schwierigkeiten in einer reiferen Beziehung. Der dritte Teil „Alte Liebe rostet nicht“, exklusiv im Newsportal DER FARANG, zeigt, wie ein unerwartetes Ereignis das Leben von Carolus und Nai verändert. Alle zwei Wochen erscheint dort eine neue Kurzgeschichte.

In Thailand verfügbare Taschenbücher von Ce-eff Krüger:

Die Taschenbücher sind im Büchershop erhältlich und werden in Thailand versendet.

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