Callolo - In meiner Stammkneipe

Callolo und seine Herzallerliebste (Teil 3)

Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E
Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E

Nach längerer Zeit zog es mich wieder einmal in meine Stammkneipe. Ich wurde mit großem Hallo begrüßt und mit der Aufforderung, einige Runden zu spendieren, da ich mich schon so lange nicht mehr hatte blicken lassen.

Diesmal ärgerte ich mich und schaltete auf stur um:
„Wie wäre es, liebe Freunde, wenn ihr zur Abwechslung und aus Freude, mich endlich wiederzusehen, mal etwas springen lassen würdet?“

Meine lieben Saufkumpane kriegten vor Schreck ihren Bierschlund gar nicht mehr zu. So etwas hatten sie von mir noch nie gehört.

Ich rief zum Wirt rüber: „Ein Chang vom Fass bitte,“ und als die Bedienung mir mein Bier brachte, erhob ich grinsend mein Glas:
„Auf euer Wohl.“

Meine Stammtischbrüder saßen immer noch wie versteinert da, bis Martin sich zusammenriss, sein halbleeres Glas in die Hand nahm und mir zuprostete. Die anderen Kumpane folgten ihm zögerlich.
Ich spürte, dass sie mit dieser neuen Situation nicht zurechtkamen. Bisher war ich doch immer so großzügig gewesen. Wahrscheinlich fragten sie sich, was mit mir passiert war, seit ich nicht mehr hier gewesen war.

Ich bat den Wirt, meine Lieblings-CD von Franz Josef Degenhardt aufzulegen, die ich hier hinterlegt hatte: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern.“ Meine Kumpel sahen sich verständnislos an. Ich hörte, wie Gerd leise Hans-Georg fragte: „Meint Carolus etwa uns mit den Schmuddelkindern?“

Ich bestellte ein zweites Glas Bier vom Fass und genoss das Staunen um mich herum. Solch eine Situation hatte es in dieser feuchten Halle noch nie gegeben.

Klaus fragte mich etwas, aber ich verstand ihn nicht, weil der Wirt die Musik zu laut eingestellt hatte. Dann wandte Ernst sich an mich. Auch ihn verstand ich nicht und bestellte stattdessen mit lauter Stimme noch ein Bier. Dann war die Platte abgelaufen, und ich sagte mit grinsendem Lächeln: „Es ist schön, euch alle gesund und fröhlich wiederzusehen. Prost.“

Ihren Gesichtern war nicht anzumerken, ob sie meine Bemerkung ernst nahmen oder als eine ironische Beleidigung auffassten.

Ich ging zum Musikautomaten, warf eine Münze ein und wählte den Song „Gute Nacht, Freunde“. Dann zahlte ich und verließ die Kneipe.

Meine Herzallerliebste sah mich überrascht an: „So früh, Callolo? Was ist passiert?“

„Nichts weiter, mein Schatz, Carolus hat heute ausnahmsweise mal keine Freirunden für seine Stammtischbrüder spendiert. Dafür habe ich diese Flasche Wein gekauft, die wir jetzt gemeinsam genießen werden.“

Meine liebe Frau war begeistert: „Das habe ich mir schon lange gewünscht, Callolo. Endlich werden deine guten Freunde begreifen, dass du nicht der blöde Spenden-Esel bist, für den sie dich immer gehalten haben.“

Wir hatten einen wunderschönen Abend wie schon lange nicht mehr, ein Abend voller Verständnis und Zärtlichkeit.

Von meinen Kumpanen habe ich seitdem nichts mehr gehört.

Zum Autor: Ein Leben für Kunst und Literatur

Carl-Friedrich Krüger, bekannt als Ce-eff, wurde in der norddeutschen Kleinstadt Bad Oldesloe geboren. Wegen besserer Bildungschancen zog er bereits in jungen Jahren nach Hamburg, wo er seine Ausbildung durch zahlreiche Jobs finanzierte. Nach seinem Ersatzdienst begann er zu schreiben: Gedichte, Satiren, Kurzgeschichten, Romane und Drehbücher. Das ZDF engagierte ihn als Redakteur, und er gründete das Kabarett „Die Poli(t)zisten“, aus dem das bundesweit bekannte Mainzer Forum-Theater UNTERHAUS hervorging. Dort leitete er viele Jahre Programme und trat mit eigenen Stücken auf. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Heute lebt er als freier Autor in Deutschland und Thailand und ist Kolumnist der deutschsprachigen Zeitschrift DER FARANG.

Callolo und Nai: Geschichten einer Farang-Thai-Liebe

Mit viel Humor und Charme beschreibt Ce-eff Krüger die Höhen und Tiefen des Zusammenlebens von Thais und Farangs. Im Fokus stehen Nai und Callolo, deren Eheleben von Toleranz und Herausforderungen geprägt ist – und dennoch immer wieder ein Happy End findet.

Im ersten Buch erzählt der Autor durch eine „rosarote Brille“ von liebevollen Momenten und überraschenden Entwicklungen. Das zweite Buch beleuchtet ehrlich und humorvoll die Schwierigkeiten in einer reiferen Beziehung. Der dritte Teil „Alte Liebe rostet nicht“, exklusiv im Newsportal DER FARANG, zeigt, wie ein unerwartetes Ereignis das Leben von Carolus und Nai verändert. Alle zwei Wochen erscheint dort eine neue Kurzgeschichte.

In Thailand verfügbare Taschenbücher von Ce-eff Krüger:

Die Taschenbücher sind im Büchershop erhältlich und werden in Thailand versendet.

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